Oberländer Firmen sind gut gerüstet

Viele Oberländer Firmen verfügen über einen Defibrillator, um bei einem Herzstillstand schnell Hilfe leisten zu können. Dies zeigt eine Stichprobe.

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In der Stadt Zürich hat das Universitätsspital im Bereich der Bahnhofstrasse in 13 Telefonkabinen automatische externe Defibrillationsgeräte (AED) installiert. Die Geräte sollen bei einem Herzstillstand für schnelle Hilfe auf der Strasse sorgen. Das Projekt läuft noch bis Mai 2009, dann wird entschieden, ob es fortgesetzt wird. Bei einem Herzstillstand gilt: «Je schneller einem Patienten geholfen wird, desto besser», erklärt Martin Kuhn, stellvertretender Betriebsleiter des Rettungsdienstes Regio 144.

Nicht nur auf der Strasse werden die lebensrettenden Geräte deponiert, auch Firmen schaffen sich Defibrillationsgeräte an. So auch das international tätige Unternehmen Ferag in Hinwil, Huber+Suhner in Pfäffikon und die Helsana in ihrem Hauptsitz in Dübendorf. Das börsenkotierte Technologieunternehmen Belimo in Hinwil mit über 1000 Mitarbeitenden weltweit hat vor zwei Jahren zwei Geräte angeschafft. Bisher seien die Defibrillatoren aber noch nie zum Einsatz gekommen sagt Walter Brogle von der Stabstelle Sicherheit. «Wir haben uns die AED im Zuge der Aus- und Weiterbildung der Betriebssanität zugelegt», erklärt Brogle. So weisen die 37 Laienpersonen der Betriebssanität auch eine Sanitätsausbildung aus und durchlaufen mehrere Repetierkurse.

Ein Defibrillator allein genügt nicht

«Ein Defibrillationsgerät alleine rettet praktisch keinen Patienten», erklärt Kuhn vom Rettungsdienst Regio 144, «zusätzliche Schulungen in den Basismassnahmen wie Herzdruckmassage und Beatmung sind sehr wichtig.» Grundsätzlich seien automatische Defibrillationsgeräte in Firmen eine gute Sache, sofern die Mitarbeiter in lebenserhaltenden Basismassnahmen ausgebildet würden. «Dies vergrössert zudem den Kreis derjenigen, die auf der Strasse effizient und schnell einem Herzpatienten helfen können», fügt Kuhn an. Denn meist bricht ein Patient mit einem Herzstillstand nicht in unmittelbarer Nähe zu einem AED zusammen, daher sei es wichtig so schnell wie möglich mit der Beatmung und der Herzdruckmassage zu beginnen. Doch auch wer über keine solche Schulung verfügt, sollte laut Kuhn versuchen Hilfe zu leisten. «Weil der Patient ohne das Eingreifen Dritter ohnehin keine Überlebenschance hat.»

Zu teuer für die VZO

Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) befördern gemäss ihrer Website täglich 52'000 Fahrgäste zu den S-Bahnen. Allerdings verfügen die rund 80 Busse laut dem VZO-Direktor Werner Trachsel nicht über Defibrillatoren. «Wir müssten dafür ziemlich tief in die Tasche greifen», erklärt er. Zudem habe die VZO seit 18 Jahren – seit er selber beim Unternehmen dabei ist – noch nie einen Herz-Kreislauf-Stillstand oder Herzinfarkt erlebt, relativiert Trachsel. «Unsere Chauffeure durchlaufen aber alle regelmässige Sanitätsausbildungen.» Zudem könne der Bus-Chauffeur über Funk schnell Hilfe anfordern.

Auch die Giesserei Wolfensberger in Bauma besitzt bis anhin noch keine Defibrillationsgeräte. Dies soll sich aber in den nächsten Tagen ändern: «Seit einem halben Jahr liegt die Bewilligung der Geschäftsleitung vor, allerdings dauerte die Weiterbildung der internen Sanitäter eine Weile», erklärt die Personalassistentin Barbara Rüegg. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.09.2008, 20:05 Uhr

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