Oberrieden führt die blaue Parkzone ein

Wer im Zentrum Oberriedens sein Auto abstellen will, wird ab Montag sein «blaues Wunder» erleben: 49 Parkplätze werden dort zur blauen Zone erklärt, der ersten in der Gemeinde.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Gemeinderat hats genehmigt, die Kantonspolizei hat ihre Zustimmung gegeben, und keiner hat dagegen Einspruch erhoben - das neue Parkierungskonzept für öffentlichen Grund und Boden kann ab sofort umgesetzt werden. Das bedeutet, dass die rund 500 öffentlichen Parkplätze der Gemeinde in fünf Kategorien eingeteilt werden.

Bei einer Medienorientierung erklärten gestern Gemeinderätin Denise Fausch (SP), Gemeindeschreiber Thomas Dischl und Gemeindepolizist Martin Heer, wo die Neuerung am deutlichsten spürbar sein wird: Der zentrale Abschnitt der Alten Landstrasse sowie ein paar anschliessende Strassenstücke werden zur blauen Zone erklärt. Mit der blauen Parkscheibe kann man dort Montag bis Samstag von 8 bis 11.30 Uhr sowie 13.30 bis 18 Uhr eine Stunde lang parkieren. Es gilt die Rundungstoleranz. Das heisst: Wer eine Minute nach 9 Uhr parkiert, kann seine Ankunftszeit auf der Parkscheibe auf 9.30 Uhr einstellen. In der Realität kann man also knapp anderthalb Stunden sowie über Mittag auf demselben Parkplatz bleiben.

Problem für Anwohner

Parkkarten für die Anwohner in der blauen Zone wirds keine geben. Das bedeutet tagsüber eine recht empfindliche Veränderung für jene Anwohner, die sich daran gewöhnt haben, ihr Auto in unmittelbarer Nähe kostenlos abstellen zu können. In der Nacht spielt es keine Rolle, da das Parkieren dann nach wie vor uneingeschränkt möglich ist. Wer am Abend seine Parkscheibe auf 8 Uhr stellt, muss spätestens um 9 schauen, dass er einen anderen Platz findet. Entweder an einer Strasse, wo es nichts kostet, oder in einer Parkgarage. Dann allerdings gegen Gebühr. «Das werden nicht alle schätzen», sagt Thomas Dischl, «aber es ist ein privates Problem, das nicht von der Gemeinde gelöst werden kann.»

In einer zweiten Kategorie ist das Parkieren mit Parkscheibe sechs Stunden erlaubt. Weiter darf man in ein paar wenigen Gebieten das Auto 15 Stunden lang abstellen. Im Prinzip gilt: Je weiter weg vom Zentrum, desto länger darf man parkieren. Kategorie vier: An grossen Strassenzügen in Wohngebieten ist das Parkieren nach wie vor ohne Beschränkung erlaubt. Eine fünfte Kategorie gilt für private Plätze mit Sondernutzungen. Das sind vor allem die beiden Bahnhöfe. Dort haben die SBB das Sagen und können nach eigenem Gutdünken das Parkierungsregime gestalten. Auch in der Badi werden interne Regelungen gelten.

Parkplatzrotation angestrebt

In letztere Gruppe gehören auch die 40 Parkplätze beim Schulhaus Kirchstrasse. Sie stehen unter der Zuständigkeit der Schule. Wer da keine Parkkarte der Schule besitzt, darf höchstens drei Stunden bleiben. Das schliesst Anwohner und solche Dauerparkierer aus, die jetzt von der blauen Zone verdrängt werden. Eines der Ziele der neuen Regelung ist es, eine Rotation zu erzwingen, die dem Dauerparkieren entgegenwirkt. Diese zeitliche Begrenzung gilt dort, wo öffentliche Dienstleistungen erbracht werden und wo das Gewerbe auf Rotation auf den Parkplätzen angewiesen ist. «Aber», sagt Denise Fausch, «auf den meisten öffentlichen Parkplätzen wird sich nichts ändern. Und das Parkieren wird in Oberrieden weiterhin grundsätzlich kostenlos bleiben, ausgenommen beim Strandbad-Parkplatz.»

Die Neuerung kommt für die Oberriedner nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Bei einer Informationsveranstaltung im November 2007 ist das Konzept ausführlich vorgestellt worden. Es hat seitdem keine Änderungen erfahren.

Übergangszeit wird gewährt

Wie Martin Heer verspricht, wird die Gemeindepolizei in einer Übergangsphase eine gewisse Milde walten lassen. Wer noch keine Parkscheibe besitzt, erhält eine unter die Scheibenwischer des Autos geklemmt. Zu viel Geduld darf man aber nicht erwarten. Zwei Stunden «Überzeit» kosten 40 Franken, sechs bereits 100 Franken. Und wer länger als 10 Stunden über die Zeit geht, muss mit einer Verzeigung beim Statthalteramt rechnen. So etwas geht dann richtig ins Geld.

Am Montag wird damit begonnen, die Parkplätze blau zu bemalen. Die Vorbereitungen für die Signalisationstafeln sind bereits abgeschlossen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.08.2008, 07:52 Uhr

Abo

Weekend-Abo

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Blogs

Mamablog Best of: Weiblich, verheiratet, sucht …

Von Kopf bis Fuss So einfach geht Sommerglück!

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Farbiger Protest: Hunderte Bauern nehmen an einer Kundgebung in Mexiko teil. Sie verlangen, dass die Landwirtschaftsklausel im NAFTA-Handelsabkommen nicht erneuert wird. (26.Juli 2017)
(Bild: EPA/Mario Guzman) Mehr...