Pläne für ein Hundeheim fielen ins Wasser

In einem Bauernhaus zwischen Pfäffikon und Auslikon hätte ein Hundeheim entstehen sollen. Daraus wird nun nichts, und der Eigentümer der Liegenschaft steht vor einem Scherbenhaufen.

Der ehemalige Werkhof sollte zu einem Hundeheim umgebaut werden, doch das Grundstück liegt in einer Landschaftsschutzzone, wo ein Bauverbot herrscht.

Der ehemalige Werkhof sollte zu einem Hundeheim umgebaut werden, doch das Grundstück liegt in einer Landschaftsschutzzone, wo ein Bauverbot herrscht.

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Vor über zwei Jahren fand das markante Bauernhaus in der Steinwis an der Hauptstrasse zwischen Pfäffikon und Auslikon einen neuen Besitzer. Gekauft wurde die damals ziemlich heruntergekommene Liegenschaft, die zuvor einem Gartenbaubetrieb als Werkhof gedient hatte, vom Walder Tierarzt Johannes Prevost. Er beabsichtigte, das Anwesen umzubauen. Gewisse Renovations- und Instandsetzungsarbeiten wurden ausgeführt. Ausgeschrieben worden war ein Betrieb mit Tierhaltung. Anfang 2007 erfolgte dann aber eine zweite Ausschreibung, dieses Mal war konkret von der Umnutzung der Scheune in ein Hundeheim die Rede. Dies rief nicht nur Nachbarn aus Auslikon auf den Plan, sondern auch den Verein Pro Natura.

Faktisches Bauverbot

Wie der Geschäftsführer von Pro Natura Zürich, Andreas Hasler, sagt, steht die betreffende Liegenschaft nicht nur in der Landwirtschaftszone, das Grundstück ist auch der Landschaftsschutzzone A zugeordnet. In solchen Schutzzonen herrscht de facto ein Bauverbot. «Wir haben nicht von Anfang an reagiert, weil in der ersten Ausschreibung nur von Tierhaltung die Rede war – für einen alten Bauernhof ist das ja nicht ungewöhnlich. Das änderte sich, als plötzlich von einem Hundeheim gesprochen wurde», sagt Hasler. Als klar geworden sei, dass die erste Ausschreibung unpräzise, um nicht zu sagen falsch gewesen sei, und Pro Natura zudem erkannt habe, dass mit dem Hundeheim auffällige und hohe Zäune im Aussenbereich verbunden wären, habe man rekurriert. Die Baurekurskommission stützte die Einsprache – genauso wie diejenigen der Nachbarn, die vor allem den Lärm der Hunde fürchteten.

Der scheidende Pfäffiker Bausekretär Walter Schärer räumte ein, dass die erste Ausschreibung etwas ungeschickt formuliert gewesen sei. Nach der zweiten Ausschreibung sei der Fall dann aber klar gewesen. Ausserdem seien Form und Höhe der Zäune ja noch gar nicht festgelegt gewesen. Somit hätten sich die Befürchtungen von Pro Natura möglicherweise als unbegründet erwiesen. Völlig falsch habe sich das Pfäffiker Bauamt auf keinen Fall verhalten, schliesslich hätten die zuständigen Stellen des Kantons das Projekt bis zum gegenteiligen Beschluss der Baurekurskommission ebenfalls positiv beurteilt, betonte Schärer.

Schutzzone wird durchgesetzt

Nach dem Entscheid der Baurekurskommission habe der Liegenschaftenbesitzer mit Pro Natura Kontakt aufgenommen, um die noch bleibenden Möglichkeiten zu klären, sagt Hasler. Natürlich sei der Mann über den Ausgang nicht gerade erfreut gewesen. «Dafür habe ich absolut Verständnis, schliesslich hat er das Gebäude ja mit einer bestimmten Absicht gekauft. Und so, wie beabsichtigt, darf er es jetzt nicht nutzen. Das würde wohl jeden ärgern. Trotzdem sprechen wir über eine Landschaftsschutzzone. Und Pro Natura ist klar der Meinung, dass wir die wenigen, die wir davon im Kanton Zürich haben, unbedingt schützen müssen», betont er.

Inzwischen wurde Pro Natura vom Pfäffiker Bauamt darüber unterrichtet, dass das Projekt geändert wurde, eine neue Ausschreibung ist dafür nicht nötig. Der Aussenbereich wird demnach nicht mehr verändert. «Gegen eine solche Nutzung haben wir natürlich nichts. Von uns aus ist die Sache so in Ordnung», zeigt sich Andreas Hasler von Pro Natura zufrieden. Auch die Anwohner sehen ihre Anliegen erfüllt und werden keine weiteren Schritte unternehmen.

Eigentümer steht vor Scherbenhaufen

Der Eigentümer der Liegenschaft, Johannes Prevost, bestätigte, dass er sein Projekt eines Hundeheims aufgegeben hat. Stattdessen plane er im Rahmen eines Hobby-Landwirtschaftsbetriebes, Schafe zu halten. Zudem könne er sich vorstellen, Wachteln zu züchten. Die Wohnung in dem alten Bauernhaus werde vermietet.

Es sei schon etwas bitter, dass das Projekt so habe scheitern müssen, meint er. Er habe sich – fälschlicherweise, wie sich nun zeige – auf den positiven Bescheid von Gemeinde und Kanton verlassen. Die Liegenschaft habe er überhaupt erst aufgrund der günstigen Einschätzungen gekauft. Im Hinblick auf den Betrieb des Hundeheims habe er zudem seine Tierarzt-Praxis verkauft. Nun hänge er schon etwas in der Luft und hoffe, dass sich das Haus noch irgendwie sinnvoll nutzen lasse. Die ursprünglichen Pläne habe er begraben, ein eingeschalteter Anwalt habe ihm davon abgeraten, weiter zu kämpfen. «Ich habe mit Pro Natura gesprochen, um abzuklären, was machbar wäre – und es zeigte sich, dass ausser Landwirtschaft tatsächlich kaum etwas machbar ist», meint Prevost resigniert.

Er habe zwar gewusst, dass sich seine Liegenschaft in einer Schutzzone befindet. Allerdings habe man sowohl bei der Gemeinde als auch beim Kanton von gewissen Spielräumen gesprochen. Von solchen habe Pro Natura nichts wissen wollen. Das Verhalten der zuständigen Leute beim Naturschutz habe er als unflexible Prinzipienreiterei erlebt. «Die Baumschule, die bis vor kurzem beim Haus stand, war ja auch nicht gerade schön. Und ich wäre durchaus zu Gesprächen bereit gewesen. Für die beanstandeten Zäune hätte man beispielsweise mit einer Bepflanzung sicher ein akzeptables Erscheinungsbild gefunden», sagt der Tierarzt. Hätte er von Anfang an gewusst, wie streng die Regeln am Ende ausgelegt werden, hätte er mit Sicherheit die Finger vom Projekt gelassen. Nun müsse er sich eben irgendwie neu orientieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.08.2008, 23:23 Uhr

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