Rehe und Wildschweine erhalten ein Rückzugsgebiet

Am Altberg in Dänikon wird das erste Wildschongebiet im Kanton eingerichtet. Um die Ruhe durchzusetzen, wird an die Waldbesucher appelliert.

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Unter Mithilfe der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung werden am von Spaziergängern viel begangenen Altberg neue Ruhegebiete für das Wild ausgeschieden. Mit diesen Gebieten soll dem Wild, vor allem dem Reh- und Schwarzwild (Wildschweine), eine vom Menschen wenig gestörte Rückzugsmöglichkeit geboten werden. Wie Jürg Zinggeler, stellvertretender Leiter der Fischerei- und Jagdverwaltung, erklärt, ist das Projekt am Altberg das erste dieser Art im Kanton Zürich. In anderen Kantonen gebe es bereits Wildruhezonen, die auch über eine entsprechende rechtliche Grundlage verfügen. Vorerst versuche man am Altberg, die Ruhegebiete auf informellem Weg einzurichten, das heisst, dass die Waldbesucher durch Informationstafeln für die Situation des Wilds sensibilisiert werden.

Werden Wildtiere – in den Wäldern der Region sind das vorwiegend Rehe, Wildschweine, Füchse und Dachse – in ihrem Lebensraum immer wieder aufgescheucht, suchen sie sich andere Reviere. Dabei kommen sie unweigerlich mit dem Menschen und der Zivilisation in Kontak, was zu Wildschäden und -unfällen führt.

«Wir hoffen, dass sich das Wild vermehrt in die Ruhegebiete zurückziehen wird und es somit zu weniger Konflikten, beispielsweise mit dem Wildschwein und den durch diese Wildart verursachten Schäden in der Landwirtschaft, kommen wird», sagt Zinggeler. Das Ziel der Wildruhegebiete ist demnach nicht, für eine Vergrösserung des Wildbestands zu sorgen, sondern der fortschreitenden Überschneidung der Lebensräume von Wildtieren mit der Zivilisation entgegenzuwirken.

Kaum Einschränkungen für Nutzer

Die Ruhegebiete sollen durch spezielle Hinweistafeln markiert werden. Auf diesen werden die Benutzer des Waldes beispielsweise aufgefordert, Hunde an der Leine zu halten und sich ausschliesslich auf den Wegen zu bewegen. «Durch diese einfachen und wenig einschneidenden Massnahmen hoffen wir, dass die Gebiete respektiert werden», so Zinggeler. Ähnliche Hinweistafeln sind aus der so genannten Setzzeit der Rehe (Geburt der Rehkitze) im Frühjahr bekannt, nur gelten die Verhaltensregeln für die neuen Ruhegebiete im Unterschied dazu das ganze Jahr.

Altbergturm ist nicht gefährdet

Widerstand gegen die Ruhezonen regte sich in der Arbeitsgruppe Altbergturm, die mit einem 40 Meter hohen Turm das Ausflugsziel Altberg attraktiver machen will. «Die Initianten waren natürlich nicht erfreut über die Bedingungen der Fischerei- und Jagdverwaltung», sagt Zinggeler. Man sei in der Arbeitsgruppe aber mittlerweile auf gutem Weg. Denn die Ruhegebiete richten sich nicht gegen den Turm selbst. Dass die Pläne für den Turmbau die Einrichtung der Schutzzonen initiierten, gibt Zinggeler zu: «Die vom Turm ausgehende Mehrbelastung des Waldes war für uns der Auslöser auch an die einheimischen Wildtiere zu denken und frühzeitig über entsprechende Beruhigungsmassnahmen nachzudenken.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.09.2008, 20:41 Uhr

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