SVP fordert: «Kein Steuergeld für Dada»

Die SVP begründete gestern vor den Medien, weshalb sie gegen die Verlängerung der städtischen Subvention fürs Cabaret Voltaire das Referendum ergriffen hat.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am 28. September entscheiden die Stimmberechtigten über diese Ausgabe von einer knappen Million Franken. «Grundsätzlich wird die Kunstrichtung Dada selbst von der SVP nicht in Frage gestellt», sagte Fraktionschef Mauro Tuena. Die historische Dada-Bewegung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs sei in der Sammlung des Zürcher Kunsthauses gut vertreten. Was aber seit 2003 an der Dada-Geburtsstätte an der Spiegelgasse geboten werde, habe mit Dada nichts mehr zu. Tuena verwies auf Aktionen wie Sprayerkurse, T-Shirts mit dem Porträt einer RAF-Täterin oder das Sex-Casting.

«Wenn private Fans und Förderer der Meinung sind, das Dada-Geburtshaus müsse eine besondere Dada-Gedenkstätte sein, dann sollen diese privaten Förderer die finanziellen Mittel – ohne Steuergelder – aufbringen», sagte SVP-Gemeinderat Bruno Sidler. Er kritisierte, dass das Cabaret Voltaire letztes Jahr mit Eintritten und Führungen nur 8100 Franken eingenommen hatte; das sei eine magere Bilanz. Allerdings erwähnte Sidler nicht, dass auch die 22 600 Franken Gewinn aus Verkäufen im Shop und weitere 31'600 Franken aus Vermietungen der Räume zu den selbst erwirtschafteten Einnahmen des Cabaret Voltaire gezählt werden müssen. Das verbessert die Bilanz auf 62'300 Franken.

Der Präsident der SVP-Stadtpartei, Rolf A. Siegenthaler, erklärte, seine Partei wünsche sich die städtische Kulturförderung wieder so wie früher: «Man unterstützte das, was die meisten Bürgerinnen und Bürger interessierte, die arrivierte Kunst.» Das entspreche auch der im Kulturleitbild der Stadt postulierten «Grundversorgung mit kulturellen Gütern». Das breite Förderungsangebot von heute führe zur Verzettelung. «Eine Konzentration auf wenige Institutionen könnte allenfalls eine noch bessere Qualität bringen», sagte Siegenthaler. Für alle übrigen kulturellen Aktivitäten müssten sich Private engagieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2008, 16:06 Uhr

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Blogs

History Reloaded Die schlechtesten US-Präsidenten

Sweet Home Attraktive Tiefgänger

TA Marktplatz

Die Welt in Bildern

Küsschen gefällig? Die US-amerikanische Sängerin Macy Gray unterhält das Publikum mit ihrer Show am Jazzaldia Festival Spanien. (24.Juli 2017)
(Bild: Vincent West) Mehr...