Schoch-Brüder bauen eigene Snowboards

Die Olympia-Medaillengewinner aus dem Tösstal haben in Steg eine Werkstätte eingerichtet und dort selbst ein Raceboard entwickelt. In einem Jahr wollen sie es auch verkaufen.

Die Schoch-Brüder Philipp und Simon sowie Marc Iselin (v.r.) in der Werkstatt in Steg: Dort werden ihre Snowboards der Marke «Black Pearl» produziert.

Die Schoch-Brüder Philipp und Simon sowie Marc Iselin (v.r.) in der Werkstatt in Steg: Dort werden ihre Snowboards der Marke «Black Pearl» produziert. Bild: Nathalie Guinand

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Philipp (28) und Simon Schoch (29) sind immer wieder für Überraschungen gut. Sie haben stets mit dem Material gepröbelt und schon früh auf die Snowboards des kleinen Glarner Herstellers Hansjürg Kessler gesetzt. Dank den Erfolgen der beiden Fischenthaler – zahlreiche Weltcupsiege sowie zweimal Gold für Philipp und einmal Silber für Simon Schoch an Olympischen Spielen – sind die Kessler-Boards aus Braunwald inzwischen weltweit bekannt. Doch die Schochs wollen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen und gehen überraschend erneut eigene Wege: Sie haben selber ein Raceboard gebaut. Nun wollen sie auch dieses mit sportlichen Erfolgen weltbekannt machen: «Wir brauchen diese neue Herausforderung», sagt Simon Schoch. Die Weltcupsaison beginnt am 10. Oktober in der Halle im niederländischen Landgraaf, und Saisonhöhepunkt wird die WM in Korea sein.

«Wir haben uns einen Traum erfüllt»

Bis vor kurzem war um das neue Board alles geheim. Die Konkurrenten wunderten sich bei Tests im Schnee aber ob der neuen schwarzen Bretter der Schoch-Brüder. Auch jetzt will Simon Schoch nicht viel verraten, schon gar nicht, wie die Boards mit der auffallend flachen Schaufel aufgebaut sind: «Top secret.» Bekannt ist hingegen der Name des Boards: Black Pearl. Und weil das Interesse an der schwarzen Perle gross ist, öffnen die Schochs zusammen mit ihrem Schweizer Teamkollegen Marc Iselin (28) am Samstag ihre neue Werkstatt für einen Tag der offenen Türe. «Wir sind von verschiedenen Seiten, vor allem auch im Tösstal, angesprochen worden», begründet Simon Schoch den Gang an die Öffentlichkeit, «die Leute wollen sehen, was da abläuft.»

Mit der Werkstatt in einem früheren Lagerraum des elterlichen Baugeschäfts beim Bahnhof Steg haben sie sich «einen Traum erfüllt». Dabei profitieren sie von den Beziehungen, die Marc Iselin zum Skibauer Günther Wiesmann aus Dietikon hat. So ist es ihnen heute möglich, praktisch von einem Tag auf den anderen ein neues Board herzustellen oder dessen Eigenschaften zu korrigieren. «Wir wollen zeigen, dass man diesen Sport mit gutem Material weiterbringen kann», sagt der ältere der Brüder. Dazu gibt es Anlass genug: Das alpine Snowboarden – mit harten Schuhen und Plattenbindungen – hat in den letzten Jahren trotz der Erfolge der Schochs gegenüber dem Freestyle-Boarden und dem Skicarving nicht nur in der Schweiz an Boden verloren.

Schon die dritten Oberländer

Die Schochs wollen ihre neue Perle aber keineswegs nur für sich in Rennen nutzen: Ihr Ziel ist es, das eigene Snowboard im Hinblick auf den übernächsten Winter auch in den öffentlichen Verkauf zu bringen. «Für diesen Winter hingegen reicht es nicht mehr», sagen sie. Die Schochs werden damit bereits die dritten Raceboard-Hersteller im Zürcher Oberland sein: Jörg Egli vom gleichnamigen Sportgeschäft in Rüti ist mit seiner Marke Pureboarding zurzeit daran, das dritte eigene Board zu entwickeln, wobei Hansjürg Kessler das erste baute und die beiden nächsten in den Elan-Werkstätten in Österreich entstehen. Noch breiter ist das Angebot des Teams von Oxess um Marcel Brunner im Gewerbehaus Schwarz in Bubikon: Es produziert ein ganzes Sortiment von Boards, stimmt diese auf die individuellen Wünsche der Kunden ab und ist mit zahlreichen Fahrern auch im internationalen Spitzensport vertreten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.09.2008, 10:57 Uhr

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