Schulkinder sprechen mit Astronauten

Ein ausserirdisches Erlebnis hat der Kommunikationstag in Richterswil geboten: Schüler und Schülerinnen einer fünften Klasse haben zur Internationalen Raumstation (ISS) gefunkt.

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Näher kann man dem Thema Raumfahrt in der Schule nicht sein: Die Fünftklässlerinnen und -klässler des Schulhaus Feld I hatten am Samstag zehn Minuten lang Funkkontakt mit dem Astronauten Greg Chamitoff. Jedes Kind durfte dem Amerikaner eine Frage stellen. Ausführlich hatten sie sich zuvor im Unterricht darauf vorbereitet und fieberten auf diesen Moment hin. Genauso wie Mario Malacarne, der die Funkverbindung organisiert hatte: «Die Nervosität ist immer da.» Er hätte die Verbindung gerne im Voraus getestet. Malacarne ist Hauswart des Schulhauses Feld I und lizenzierter Amateurfunker.

«Hello, this is Kevin», stellte sich der erste Schüler vor und bekam prompt Antwort aus dem All: «Good morning everyone and welcome on board.» Ganz still war es in der Turnhalle des Schulhauses geworden. Jeder der vielen Zuhörer lauschte gebannt dem Mann, der irgendwo 350 Kilometer über der Erde in der Raumstation durch den luftleeren Raum raste. Ob es seine erste Mission im Weltall sei, wollte Kevin wissen. Ja, antwortete Chamitoff, seit 92 Tagen sei er jetzt schon oben. Die Fragen und Antworten folgten Schlag auf Schlag. Die nächste Schülerin wollte wissen, ob er seine Familie vermisse und Heimweh habe. Das sei das Schlimmste, sagte Chamitoff, er habe zwei Kinder: «I miss them very much.» Aber er könne jeden Tag mit ihnen telefonieren.

Bereits das zweite Mal

Malacarne hatte die Verbindung vor eineinhalb Jahren angemeldet. «Es ist sehr schwierig, so lange im Voraus auf einen Tag genau abzumachen», sagte er und war überglücklich, dass alles klappte. «Ein absolutes Highlight für mich.»

Es ist nicht das erste Mal, dass er an der Schule in den Weltraum funkt. 2005 stellte er den ersten Kontakt in der Schweiz zwischen Schülern und einem Astronauten her. Auch damals schon mit einer Klasse von Sarah Sieber aus Richterswil. Die Lehrerin übernahm am Samstag die Kommunikation mit Australien, über das die Verbindung lief. Ein Operateur hatte sie gefragt, ob die Kinder bereits Funkerfahrung hätten. «Nein, noch nicht», war ihre Antwort. «Jetzt ist meine Freude und Erleichterung gross», sagte sie, als alles vorüber war. Ein halbes Jahr lang hatte sie das Thema Weltall unterrichtet. Und dank dem Englischunterricht verstand der Astronaut die Fünftklässler auf Anhieb. Die Antworten allerdings waren nicht so leicht zu verstehen. «Ich habe schon ein wenig verstanden», sagte Philipp Lagler. Der Schüler hatte sich bei Chamitoff erkundigt, wie bequem der Schlafsack sei. «Wegen der Schwerelosigkeit bequemer als Camping auf der Erde», hatte der Astronaut geantwortet.

Chamitoff ist Amateurfunker

Bei allen Crews der ISS (International Space Station) war bisher stets ein Amateurfunker mit dabei. Denn die Raumfahrtagenturen unterstützen die ARISS (Amateur Radio on the International Space Station), eine Organisation, die sich um den Amateurfunk auf der Internationalen Raumstation kümmert. Das Ziel der amerikanischen Nasa, der russischen Roscosmos/Energia und der europäischen Esa ist es, die Jugend und Öffentlichkeit für die Raumfahrt zu begeistern. So haben Klassen auf der ganzen Welt die Möglichkeit, mit Astronauten zu sprechen. Greg Chamitoff benutzt eine handelsübliche, aber modifizierte Amateurfunkstation.

Genau nach zehn Minuten verabschiedete sich der Astronaut und brach die Verbindung ab: «Goodbye.» Alle 92 Minuten rast er einmal um die ganze Erde. Diese wird er voraussichtlich im November wieder betreten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.08.2008, 19:04 Uhr

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