Selber bringen statt Abholservice in Uetikon

Ab 2009 können die Uetiker ihr Papier, Karton und übrigen Wertstoffe im Rotholz abgeben. Die Sammelfahrten im Dorf werden gleichzeitig reduziert.

An der bedienten Sammelstelle im Rotholz wird den Uetikern ab 2009 kompetent beim Entsorgen geholfen.

An der bedienten Sammelstelle im Rotholz wird den Uetikern ab 2009 kompetent beim Entsorgen geholfen. Bild: Gesa Lüchinger

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Was viele Uetiker heute schon tun, allerdings illegalerweise und auf Kosten der Meilemer, ist ab 2009 gut und recht: Sie dürfen Papier, Karton, Glas, Grubengut und Elektroschrott in der Wertstoffsammelstelle Rotholz im Recyclingcenter der Firma Schneider auf der Grenze zu Meilen abgeben. Ab nächstem Jahr läuft auch mit der Gemeinde Uetikon ein Pauschalvertrag.

Ueli Egli, Uetiker Gemeinderat und Vorstand von Infrastruktur, Umwelt, Energie, hat den Deal mit Schneider ausgehandelt, nachdem in einer Umfrage zum Jahreswechsel, bei der fast 700 Antworten eingegangen sind, der Wunsch nach einer zentralen Sammelstelle für möglichst alle Wertstoffe als Favorit hervorgegangen ist. Der Wunsch der Uetiker wird mit dem Recyclingcenter im Rotholz voll abgedeckt. Und im Gegensatz zum heutigen Werkhof im Grossdorf ist die Sammelstelle bedient. «Wenn man also unsicher ist, ob etwas ins Altglas oder ins Grubengut, zum Karton oder zum Papier gehört, wird einem geholfen», sagt Egli. Für die Werkhofmitarbeiter ergibt sich zudem der Vorteil, dass kein Abfall mehr im Grubengutcontainer entsorgt wird und auch keine anderen Dinge abgestellt werden, die nicht dorthin gehören.

Auf diese Weise beugt bereits Zumikon dem illegalen Deponieren von Abfällen an Sammelstellen vor. Mitte August hat die Gemeinde die Ausdehnung der Öffnungszeiten bei der bedienten Sammelstelle Schwäntenmos und die gleichzeitige Streichung der unbedienten im Nesselbrunnen bekannt gegeben.

In Uetikon bleiben die Glas- und Alucontainer im Werkhofareal Weingarten jedoch stehen, nur der Grubengutcontainer entfällt. Glas und Alu können zudem auch in Zukunft an der Sammelstelle am Bahnhof und beim Bergheim eingeworfen werden.

Ökologischer Unsinn

Der zweithäufigst genannte Wunsch in der Uetiker Abfallumfrage kann Egli wohl nicht zur Zufriedenheit aller erfüllen: Man wünscht sich ein besseres Angebot zur Entsorgung von Papier und Karton. Zwar können die Uetiker ab Januar ihre Bündel jederzeit im Rotholz abgeben, die Zahl der Sammelfahrten (für Karton sind es zwölf, für Papier acht) erhöht sich jedoch nicht. Aus Kostengründen und weil der Fussballclub Uetikon seine Sammelfahrt gekündigt hat, wird Papier nächstes Jahr sogar nur noch siebenmal abgeholt, beim Karton reduzieren sich die Fahrten um die Hälfte auf sechs.

Dass ausgerechnet der umweltbeauftragte Gemeinderat Ueli Egli in Kauf nimmt, dass jeder Uetiker seine drei Papier- und Kartonbündel nun mit dem Auto vom Berg hinunter zum Recycling ins Rotholz am See karrt, erstaunt. Egli gibt auch gerne zu, dass so ein Verhalten ökologisch unsinnig wäre. Er setzt aber auf den gesunden Menschenverstand und darauf, dass die Uetiker ihre Einkäufe im Dorfzentrum oder in Meilen erledigen. «Wer dorthin unterwegs ist, kann seine Bündeli ja gleich mitnehmen.» Er glaubt deshalb nicht, dass das neue Abfallregime mehr Autofahrten generieren wird.

Sparen bei der Müllabfuhr

«Die Schweizer trennen den Abfall bekanntlich ziemlich diszipliniert», sagt Egli. Ökologische Verbesserungsmöglichkeiten sieht er aber noch bei der Reduktion der Müllfahrten. «Ein Müllwagen verbraucht auf 100 Kilometer schliesslich um die 95 Liter Diesel.» Diesen gelte es möglichst effizient zu nutzen. So plant er in einem künftigen Schritt, den Haushaltskehricht wie in bereits 90 Prozent der Fälle nur noch ein- statt zweimal die Woche einzusammeln. Aber wie bei den Anpassungen auf Anfang nächstes Jahr sollen die Uetiker auch hier eine neue Entsorgungsmöglichkeit erhalten. Egli denkt an Unterflurcontainer an einer zentralen Sammelstelle, in die man Kehrichtsäcke entsorgen kann. «Wenn man für ein paar Tage in die Ferien fährt, ist so eine Lösung sehr komfortabel», sagt Egli.

Energiesparender wäre ein Kehrichtsystem mit Containern, weil damit eine Vielzahl der Müllabfuhrstopps am Strassenrand entfallen würden. «50 Meter Fussweg bis zum Container könnte man den Uetikern zumuten», schätzt Egli. Somit liesse sich das System sogar in Einfamilienhaussiedlungen einführen. Mit dem Vorteil, dass Kehrichtsäcke rund um die Uhr in den Containern deponiert werden können.

Aber auch ganz ohne grosse Umstellung kann noch optimiert werden. Eine Möglichkeit ergäbe sich bei der Vereinheitlichung der Container zum Beispiel beim Glas. So soll Uetikon in Zukunft die gleichen Glascontainer erhalten, wie sie bereits in Meilen eingesetzt werden. Die Container der zwei Gemeinden können damit auf der gleichen Tour geleert werden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.09.2008, 22:16 Uhr

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