Stadtjubiläum lockte Zehntausende an

Vor 40 Jahren wurde Opfikon zur Stadt. Das Ereignis wurde mit einem dreitägigen Fest gefeiert, das für jeden etwas im Angebot hatte.

Das Riesenrad (o.) war eine beliebte Attraktion.

Das Riesenrad (o.) war eine beliebte Attraktion. Bild: Daniel Kellenberger

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Beinahe schon stolz thront das Riesenrad über Opfikon und heisst die Tausenden von Besuchern willkommen, die den Aufstieg zum ehemaligen Dorfkern zu Fuss auf sich genommen oder sich gemütlich von der Festbahn haben hinauffahren lassen. Oben angekommen gilt es, das kulinarische Angebot sowie die Attraktionen an den 26 Festständen auszuprobieren.

Den Blick stets auf die Mutter gerichtet, dreht hier ein Mädchen lächelnd seine Runden im Karussell, während einige Jugendliche im Autoscooter krampfhaft versuchen, einander einen Stoss zu versetzen. An riesigen Seilen gesichert, trauen sich manche Besucher Sprünge und Salti auf dem Bungee-Trampolin zu, die sie ohne Sicherung wohl nie versucht hätten. Gemäss Schätzungen der Verantwortlichen haben gegen 20'000 Personen über das gesamte Wochenende das Fest besucht.

Anlass des dreitägigen Festes ist der Umstand, dass Opfikon vor genau 40 Jahren offiziell zur Stadt wurde. Die Idee, dieses Ereignis gebührend zu feiern, stammt vom Opfiker Werni Schmid. «Ich habe festgestellt, dass nichts geplant war, um das Stadtjubiläum zu feiern», erinnert er sich. «Deswegen habe ich mich gemeinsam mit einem Freund entschlossen, etwas auf die Beine zu stellen.» Das war vor rund acht Monaten. Seither hat das siebenköpfige Organisationskomitee Ideen entwickelt, Bewilligungen eingeholt und Sponsoren gesucht. Am Fest beteiligt sind neben den Vereinen und dem Gewerbe auch andere Opfiker Gruppierungen sowie professionelle Chilbi-Betreiber. «Mit dem Erreichten bin ich eigentlich zufrieden», sagt Schmid. «Mit mehr Zeit und Geld wäre aber bestimmt noch einiges dringelegen.»

«Ein Gemeinschaftsgefühl schaffen»

Mit dem Stadtfest will Schmid die Bevölkerung nicht nur unterhalten, sondern auch ein Gemeinschaftsgefühl unter den Opfikern wecken. «Durch den neuen Stadtteil Glattpark ziehen in kurzer Zeit sehr viele neue Einwohner zu uns, die es vielleicht mehr nach Zürich zieht als nach Opfikon», so Schmid. «Gleichzeitig leben hier auch Menschen vieler Nationalitäten, mit denen man nicht so schnell in Kontakt kommt.»

Bei den Besuchern scheint das Stadtfest gut anzukommen. «Ich war überrascht, wie gross das Fest ist und wie viele Angebote es besonders im kulinarischen Bereich gibt», sagt Marlies Grays. Tatsächlich haben die zahlreichen Verpflegungsstände von indischen Spezialitäten über thailändischen Papayasalat bis hin zu französischen Riesen-Crêpes fast alles im Angebot.

Dass durch das Fest neue Kontakte entstehen, bezweifelt die 58-Jährige aus Opfikon jedoch. Gleicher Meinung ist auch Lucia Stiefenhofer. «An so einem Fest rede ich eigentlich nur mit Leuten, die ich bereits kenne», sagt die 54-Jährige. Die Veranstaltung an sich gefalle ihr aber sehr. «Ich wollte unbedingt aufs Riesenrad, und der Blick von oben war fantastisch.»

Wagemutige Prominente

Am Sonntagmittag war dann die Lokalprominenz eingeladen, sich in Seifenkisten den Hang hinab zu wagen. «Wir stellen Seifenkisten zur Verfügung, damit jeder einmal die Chance hat, dies auszuprobieren», sagt Thomas Knöri vom Gewerbeverein. «Um den Anlass noch attraktiver zu machen, haben wir auch Prominente eingeladen und sind froh, dass diese mitmachen.» Spass scheint es den Beteiligten gemacht zu haben, auch wenn nicht alle so schnell unterwegs waren wie Deny Bärtschi, Spieler beim EHC Biel, der das Rennen gewann. Für einige Lacher sorgte Schulpräsident Hans Zolliker, dessen äusserst langsame Seifenkiste gegen Ende der Strecke gar angeschoben werden musste.

Gesamthaft ziehen die Organisatoren eine positive Bilanz, und auch die meisten Besucher verlassen das Festgelände mit einem Lächeln im Gesicht. «Das Fest hat mir sehr grossen Spass bereitet», sagt der 34-jährige Opfiker Marco Driessen. «Es ist toll, dass man den alten Dorfkern wieder ins Zentrum gerückt hat, und ich würde mir wünschen, dass künftig mehr Feste in diesem Rahmen stattfinden.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.08.2008, 19:03 Uhr

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