Stadtrat hält Gleichstellungs-Charta in Wädenswil für nicht notwendig

Der Wädenswiler Stadtrat hat kein Interesse daran, eine europäische Charta für die Gleichstellung von Mann und Frau zu unterzeichnen.

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Der Stadtrat hat eine europäische Charta für die Gleichstellung von Mann und Frau nicht unterzeichnet. Dies schreibt die Behörde in einer Antwort auf eine Mitte Mai 2008 eingereichte schriftliche Anfrage von Gemeinderat Willy Rüegg (SP).

Die Charta wurde vom Rat der Gemeinden und Regionen Europas im Jahr 2007 rund 2750 Schweizer Gemeinden zur Unterschrift vorgelegt, darunter auch Wädenswil. Wie der Stadtrat schreibt, hätte er sich mit einer Unterzeichnung dazu verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren einen konkreten Aktionsplan mit Massnahmen zur Gleichstellung zu erarbeiten und umzusetzen. Dazu bestehe jedoch keine Notwendigkeit, hält der Stadtrat fest. Ausserdem wären für die Ausarbeitung personelle Ressourcen und damit indirekt auch finanzielle Aufwendungen nötig geworden.

«Gleichstellung muss gelebt werden»

Der Stadtrat sei aber bestrebt, der Gleichstellung gerecht zu werden, heisst es in der Antwort. So seien im Kader der Wädenswiler Stadtverwaltung viele Frauen vertreten. «Wir sind überzeugt, dass Gleichstellung gelebt werden muss, und erachten das Erarbeiten von Massnahmeplänen als weniger effektiv», schreibt die Exekutive weiter.

Ausserdem verweist der Stadtrat darauf, dass er bei der Wahl der Stadtentwicklungskommission auf eine gute Vertretung der Geschlechter geachtet habe, damit auch die Bedürfnisse von Frauen in die Stadtentwicklung einfliessen würden.

Gleichstellungsanliegen sind nicht nur Willy Rüegg ein besonderes Anliegen, sondern auch seiner Frau Julia Gerber Rüegg. Die heutige Kantons- und damalige Gemeinderätin kämpfte vor 15 Jahren für eine Gemeindeordnung, in der die Personen nur in der weiblichen Form genannt werden sollten - erfolglos.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.08.2008, 07:36 Uhr

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