Stäfner Höhenfeuer war ein sauberer Erfolg

Mehr als 300 Stäfner schauten sich das nachgeholte 1.-August-Feuer auf der Risi an - doppelt so viele wie erwartet. Sie zeigten wenig Verständnis für die Rache des Kaminfegermeisters Hofer.

Das nachgeholte 1.-August-Feuer auf der Risi in Stäfa brannte nach anfänglichem Qualmen lichterloh, was nicht nur die Kinder freute. (Bild: Kellenberger)

Das nachgeholte 1.-August-Feuer auf der Risi in Stäfa brannte nach anfänglichem Qualmen lichterloh, was nicht nur die Kinder freute. (Bild: Kellenberger)

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Am Samstag war es endlich so weit: Das Stäfner 1.-August-Feuer wurde angezündet. Mit zweiwöchiger Verspätung zwar, dafür enthielt der Haufen nur Schlagholz aus dem Stäfner Wald, von verbotenem Abfallholz keine Spur mehr. Der stellvertretende Gemeindepräsident Paul Scheck ist zufrieden: «Es war ein gelungener Anlass, und unsere Erwartungen sind übertroffen worden.» Man habe mit gut 150 Leuten gerechnet - tatsächlich seien zwischen 300 und 350 gekommen.

Die Anwesenden waren guter Stimmung. Viele äusserten jedoch ihren Unmut über die Racheaktion des ehemaligen Feuerungskontrolleurs Roland Hofer. Weil die Gemeinde ihm seinen Auftrag entzogen hatte, hatte er die Kantonspolizei darauf hingewiesen, dass die Gemeinde Bauabfallholz verbrennen wollte.

Dieter und Reinhild Marquardt aus Stäfa sehen das 1.-August-Feuer normalerweise von ihrer Wohnung aus. Sie hätten sich gewundert, dass es nicht gebrannt habe, erst recht als sie am nächsten Tag Journalisten von TeleZüri gesehen hätten. «Das Ganze ist eine Lachnummer und hat nichts mit dem 1. August zu tun. Es ist ein Privatkrieg von Hofer und Stauffacher gegen die Gemeinde», sind sie sich einig.

«Das war ein Lausbubenstreich»

Der Stäfner Rechtsanwalt Werner Stauffacher unterstützte Hofer, indem er am letzten Samstag Inserate schaltete, in denen er die Gemeinde als Lügnerin hinstellte und ein Strafverfahren forderte. «Stauffacher verrennt sich in etwas. Wenn eine Untersuchung eröffnet wird, dann gegen Hofer. Er hat als Feuerungskontrolleur anscheinend jahrelang das Verbrennen zweifelhafter Stoffe im 1.-August-Feuer toleriert», sagte der Stäfner SP-Kantonsrat Peter Schulthess, der sich das Feuer mit seiner Frau Meret ansah.

Martin Kelterborn aus Stäfa kann Hofers Schritt teilweise nachvollziehen: «Das ist Seldwyla, ein Lausbubenstreich, was Hofer gemacht hat. Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass die Gemeinde nicht einfach schlechtes Holz verbrennen darf.» Es sei jedoch keine Staatsaffäre, und das nachgeholte Feuer eine nette Geste. «Nun sollte man die Sache ad acta legen.»

Dem stimmt auch Alt-Gemeindepräsident Thomas Daum zu. «Fehler können passieren.» Positiv findet er, dass die Gemeinde sie wiedergutmacht. Wenn man eine Behörde wolle, die keine Fehler mache, dann finde man keine. «Ich hoffe, das Ganze ist nun ausgestanden. Es sollte sich nicht unnötigerweise eine übergeordnete Instanz damit beschäftigen.»

Auf der Risi fanden sich vor allem viele Familien ein. Gemeindeschreiber Daniel Scheidegger freute sich über die vielen Kinder: «Die Enttäuschung der Kinder war für den Gemeinderat ein wichtiger Grund dafür, das Feuer nachzuholen.» Paul Scheck hielt eine kurze Rede - auf einer Feuerstelle, die er zum Podest umfunktioniert hatte. Im Namen des Gemeinderates entschuldigte er sich noch einmal und bekräftigte zugleich, es sei nie die Absicht der Gemeinde gewesen, an der Bundesfeier illegal Holz zu entsorgen. Indem er sich - im wahrsten Sinne des Wortes - an der Nase nahm, wies Scheck darauf hin, dass die Gemeinde nun alles wiedergutgemacht habe, und dass in genau 50 Wochen das ordentliche 1.-August-Feuer brennen werde.

Krönender Abschluss des Abends

Kurz nach 19 Uhr entzündeten Daniel Scheidegger und Daniel Bacher vom Verkehrsverein das Feuer. Zuerst qualmte der Haufen munter vor sich hin und wollte nicht so recht brennen - das Holz aus dem Wald war noch etwas feucht. Dann aber loderten die Flammen endlich. Als Entschädigung für die Verschiebung des Feuers gab es zudem ein Gratisbuffet. Rund 450 Würste wurden verteilt und 100 Liter Süssmost ausgeschenkt. «Wir waren zum Glück gut vorbereitet», sagte Paul Scheck.

Jene Zuschauer, die auch nach dem Löschen des Feuers um 22 Uhr noch auf der Risi blieben, konnten sich - wie an einem richtigen 1.-August-Fest - über einen schönen Ausklang des Abends freuen: Als krönenden Abschluss sahen sie das Feuerwerk des Seenachtsfests von Lachen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.08.2008, 07:32 Uhr

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