Stiller Protest in Ustermer Pflegeheim

In schwarzen T-Shirts haben Pflegefachleute am Montag im Krankenheim Im Grund gegen ihre Arbeitsbedingungen protestiert. Die Heimleitung will das Gespräch suchen.

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Zehn Pflegende sind am Montag im städtischen Krankenheim Im Grund in schwarzen T-Shirts statt in weissen Blusen zur Arbeit erschienen. Der Protest beschränkte sich auf die Demenzabteilung im ersten Stock. Auf Handzetteln drückten die Leute ihre Trauer aus über die ihrer Ansicht nach unbefriedigenden Arbeitsverhältnisse. Wegen der Personalknappheit und der ständig steigenden Anforderungen könnten sie die dementen Patienten nicht mehr so pflegen, wie sie es wünschten, beklagen sie. In den letzten Monaten haben mehrere langjährige Mitarbeiterinnen die Abteilung verlassen. Die Verbliebenen fühlen sich erschöpft und traurig. Auch Angehörige von Heimbewohnern beschweren sich über einen angeblichen Leistungsabbau im Heim.

Stadträtin Esther Rickenbacher (SP), die Vorsteherin der Abteilung Gesundheit, wurde von der Protestaktion überrascht. Sie will sich rasch Klarheit über die Hintergründe der Protestaktion verschaffen. Die Initiantinnen haben sich bisher nicht detailliert geäussert. Sie gaben dafür Angst vor Repressalien an. Sie hatten Ende letzter Woche zunächst die Medien informiert, dann aber darum gebeten, auf eine Berichterstattung zu verzichten. Doch der «Anzeiger von Uster» machte die Aktion gestern Dienstag publik.

Die Verantwortliche für die Heime der Stadt Uster, Marianne Dobler, führt die Unruhe im Personal auf die laufende Reorganisation zurück. In den letzten Jahren sind die Heime unter Doblers Leitung zusammengeführt worden. Jetzt werden flexible Arbeitsmodelle eingeführt, bei denen die Mitarbeitenden in verschiedenen Abteilungen eingesetzt werden können und gar tageweise in anderen Heimen arbeiten müssen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.08.2008, 07:45 Uhr

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