Tonnenschwer rollt der Fussballrasen heran

Für die Fussballer des FC Wädenswil wird jetzt der grüne Teppich ausgerollt: Bauarbeiter verlegen in der Beichlen den neuen Kunstrasen für den Allwetterplatz.

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Mitten im Herbst grünt zurzeit auf dem Sportplatz Beichlen unübersehbar die Hoffnung auf bessere Trainings- und Spielbedingungen für die Fussballer. Die Sanierung des Allwetterplatzes für 1,6 Millionen Franken steckt in der Schlussphase – der Einbau des fast 30 Tonnen schweren neuen Kunstrasens hat begonnen. 27 grüne Kunststoffrollen, jede rund 1,1 Tonnen schwer, an die 70 Meter lang und vier Meter breit, haben Lastwagenchauffeure Ende letzter Woche aus dem belgischen Herstellerwerk in die Beichlen gekarrt. Dort werden die grasgrünen Kunststoffspiralen jetzt bis Ende Monat von einer sechsköpfigen Bauequipe auf dem pechschwarzen Unterbau aus stossdämpfendem Gummigranulat mit Hilfe eines Pneuladers ausgerollt und mittels Handklemmen aneinander gefügt.

Damit die einzelnen Kunststoffbahnen praktisch nahtlos aneinander geleimt werden können, müssen die künstlichen Rasenstreifen an der Längskante erst mit einem Teppichmesser haargenau zurechtgeschnitten werden. «Es ist eine hochpräzise Arbeit, die volle Konzentration erfordert», sagt der verantwortliche Sportstättenplaner und Bauleiter Volker Allemann von der Graber-Allemann GmbH aus Pfäffikon SZ.

Allwettertauglich – das ganze Jahr

Die weissen Seitenlinien wurden bereits vorgängig in den grünen Kunststoffrasen eingewoben. Bevor aber auf dem neuen Kickerteppich gedribbelt, Strafstösse getreten, Flanken geschlagen und Tore geschossen werden, müssen noch alle übrigen Markierungslinien einzeln in den Oberflächenbelag eingefügt werden.

Das neue, 106 Meter lange und 70 Meter breite Kunstrasen-Spielfeld ist etwas grösser als der alte, vollständig abgebrochene Casolonplatz und erfüllt die technischen Bedingungen für 1.- Liga-Spiele. Kunstbelag und Unterbau mit Gummigranulat, Asphalt und Kiesfundament sind wasserdurchlässig, sodass das Spielfeld nun praktisch bei jeder Witterung das ganze Jahr über benutzt werden kann. Und eine eingebaute Bewässerungsanlage sorgt dafür, dass der Kunststoff bei hochsommerlichen Temperaturen vor dem Spiel gekühlt werden kann.

Platznot wird gelindert

Der neue Platz verfügt auch über eine neue Beleuchtung, einen Handlauf für die Zuschauer sowie über neue Ballfangzäune. Vor allem aber entschärft der neue witterungsresistente Sportplatz das akute Platzproblem des FC Wädenswil, wie dessen Präsident Hans-Rudolf Meier betont.

Mit 380 Juniorfussballern in 25 Teams gehört die Nachwuchsabteilung des FCW zu den grössten in der Schweiz. 60 fussballbegeisterte Jungkicker aber mussten sich bislang mangels Trainingsgelegenheit auf der Warteliste gedulden und können nun auf eine schnellere Berücksichtigung hoffen. Dem bisherigen, 20 Jahre alten Casolonplatz aus Kunstrasen und Quarzsand trauert Meier keine Sekunde nach. «Der Platz war zuletzt derart abgenützt, dass er wegen des Verletzungsrisikos kaum mehr bespielbar war», sagt der FCW- Präsident. Und die beiden bestehenden Naturrasenplätze in der Beichlen sind hoffnungslos ausgebucht.

Clubmitglieder packten selber an

Mitglieder und Freunde des FC Wädenswil unterstützten den Neubau mit Frondienst im Wert von 80'000 Franken. Sie erledigten Abbrucharbeiten und erstellten eigenhändig eine 70 Meter lange und einen Meter hohe Begrenzungsmauer.

Werden die Abschlussarbeiten in der Beichlen nicht noch durch ungünstige Witterungseinflüsse verzögert, wird der von der Stadt finanzierte Kunstrasenplatz am 1. November eingeweiht. Mit einem Eröffnungsmatch, zu dem eine Auswahl des FCW und ein Promiteam mit Wädenswiler Politikern sowie Verwaltungsleuten antreten.

BILDER PATRICK GUTENBERG

Rolle für Rolle rollt eine Bauequipe in der Beichlen den neuen Kunstrasen auf dem schwarzen Gummigranulat aus. Ab 1. November wird darauf gespielt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.10.2008, 22:03 Uhr

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