Tonnenweise Stahl, Hunderte von Helfern

Über zwei Wochen Aufbauarbeit für zwei Stunden Musik: Die Vorbereitungen für das Konzert von Madonna auf dem Militärflughafen in Dübendorf laufen auf Hochtouren.

Die Tribünen stehen schon, die Bühne wird noch aufgebaut: Dübendorf ist bald für Madonna bereit.

Die Tribünen stehen schon, die Bühne wird noch aufgebaut: Dübendorf ist bald für Madonna bereit. Bild: Beat Marti

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Da ist jeder Schritt choreografiert», sagt der Projektleiter von Good News, der den Medientross über das riesige Geländer führt. Und dann sagt er: «Das wird weniger ein Konzert als vielmehr ein Theater.» Der Mann hat mit beidem vollkommen Recht, das Interessante ist: Er sagt es voller Bewunderung. Ganz so, als mache nur mehr die Inszenierung ein Konzert aus und nicht seine Spontaneität.

Was der Star alles braucht

Zum Theater der Madonna gehört schon das Theater um sie herum, wobei sich die Aufregung zuallererst in Zahlen ausdrückt. Die Sängerin rückt mit einem Hofstaat von 300 Leuten an, erfährt man, auf der Bühne wird sie von 16 Tanzenden und 12 Musikern unterstützt. Sie absolviert innert zweier Stunden acht Kleiderwechsel, bevor sie um elf von der Bühne geht und eine halbe Stunde später den Flieger zurück nach London nimmt.

36 Designer haben für sie und ihre Entourage 3500 Kleidungsstücke ausgewählt, ihr selber stehen ein Chiropraktiker, ein persönlicher Trainer und eine Masseuse sowie ein persönlicher Stab von rund 40 Leuten zur Seite. Sie lässt eigene Möbel und Teppiche einfliegen. Im Hangar 7 des Militärflughafens Dübendorf werden mehrere Garderoben installiert – für sie natürlich, ihre Kinder und Freunde, daneben auch Gemeinschaftsräume für die Musiker und Tänzer. Madonna hat es zudem gerne weiss und heiss: Die Decken werden neu gestrichen, Klimaanlage gibt es keine.

Strom für eine mittelgrosse Stadt

Über zwei Wochen, bevor die Sängerin am Samstag um neun Uhr abends auf die Bühne steigt, haben bereits Hunderte für sie zu arbeiten begonnen. Das hat damit zu tun, dass in der Schweiz, in Ermangelung einer Madonna-kompatiblen Unterlage, für den einen Abend drei Tribünen mit 21'000 Sitzplätzen aufgebaut und dann wieder zerlegt werden müssen. Dazu kommen die 30 Essstände und 600 Toiletten sowie die 165 Generatoren, die am Samstag die Stromleistung einer mittleren Schweizer Stadt erbringen müssen.

Ein Höhepunkt für den Veranstalter

Die Tribünen stehen schon, doch das Bühnengerüst ist erst in Umrissen erkennbar. Es wird die Scheinwerferbatterien tragen und die Grossleinwände, darunter werden die Musiker stehen und die Tänzer wirbeln und natürlich die Chefin selber.

Dübendorf ist erst die vierte von 51 Stationen ihrer Welttournee nach dem walisischen Cardiff, Nizza und Berlin. Wie immer stellt Madonna ihr jeweils letztes Album in den Mittelpunkt, doch ist das Konzert auch als Rückblick auf ihre wechselvolle Karriere angelegt.

73'000 Zuschauerinnen und Zuschauer fasst die ambulante Arena von Dübendorf, das sind 12'000 mehr als bei den Rolling Stones am gleichen Ort vor zwei Jahren. 60'000 Karten gingen bereits kurz nach Beginn des Vorverkaufs weg, dennoch ist das Konzert noch nicht ganz ausverkauft. Da der Wetterbericht sich günstig ausnimmt, rechnet Veranstalter André Béchir für den Samstag trotzdem mit einem vollen Haus beziehungsweise einem vollen Platz.

Er selber zählt der Auftritt von Madonna zu den Höhepunkten seiner Karriere, zumal die letzten beiden Versuche gescheitert sind, sie in die Schweiz zu bringen. Das Budget für das Konzert vom Samstag veranschlagt Béchir auf 13 Millionen Franken, Gage inklusive. Ob er die Künstlerin persönlich treffen wird, weiss er nicht, doch scheint ihn das nicht übermässig zu beschäftigen: «Wenn ich sie sehe, sehe ich sie eben.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.08.2008, 08:33 Uhr

Blogs

Von Kopf bis Fuss So sehen Sie nicht alt aus!

Blog Mag Wir müssen reden

Die Welt in Bildern

Ungewohnte Besetzung: Ein japanisches Alphornquartett nach seinem Auftritt am internationalen Alphornfestival in Nendaz. (23. Juli 2017)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...