Trotz miesem Wetter die Festlaune behalten

Weder die Standbetreiber noch das Publikum des Herbstfests in Freienstein-Teufen liessen sich wegen der Nässe die Freude verderben. Rund 6000 wetterfeste Besucher wurden gezählt.

Die Band Balcony Airplay spielte vor leeren Rängen. Derweil suchten die Besucher Schutz unter den Regenschirmen.

Die Band Balcony Airplay spielte vor leeren Rängen. Derweil suchten die Besucher Schutz unter den Regenschirmen. Bild: Peter Würmli

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Ausgerechnet am Festwochenende zeigte sich der Herbst nicht von seiner goldenen, sondern von seiner nassen Seite. Starke Regenfälle und kühle Temperaturen stahlen am Samstag den liebevoll dekorierten Ständen und Festwirtschaften einen Teil ihres herbstlichen Glanzes. Trotzdem flanierten nicht wenige Besucher, ausgerüstet mit Schirm und Regenschutz, über das weitläufige Festgelände der Dorfstrasse entlang. Im Allgemeinen zirkulierte der Besucherstrom aber eher wenig, da viele den Aufenthalt in einer der zahlreichen überdachten und beheizten Festwirtschaften einem Platz im Regen vorzogen.

Raffinierte Überdachungen

Die meisten der rund 30 am Fest mitbeteiligten Vereine hatten wegen der schlechten Wetterprognosen vorgesorgt und ihre Stände mit raffinierten Überdachungen vor der Nässe und Kälte geschützt. Am auffälligsten war dabei der Pavillon des Feuerwehrvereins Embrachertal. Die Vereinsmitglieder hatten in einer Woche Bauzeit mit viel Liebe zum Detail einen Feuerwehrschuppen nachgebaut und damit sicherlich den aufwendigsten Stand am diesjährigen Herbstfest erbaut.

Das Motto des Herbstfestes, welches zum siebten Mal in loser Abfolge stattfand, lautete dieses Jahr «Wein und Musik». Diesem wollte das Organisationskomitee mit einer Mischung aus einem breiten kulinarischen Angebot, zahlreichen Weindegustationsmöglichkeiten bei einheimischen Produzenten und einem erstklassigen musikalischen Programm mit nationalen Grössen gerecht werden.

Von der Heide spielte im Dunkeln

«Wir versuchen in diesem Jahr mit unserem Konzertprogramm neu auch vermehrt jüngere Leute aus den umliegenden Städten wie zum Beispiel Winterthur anzusprechen. Darum haben wir mit William White auch einen beliebten Newcomer aus Winterthur nach Freienstein geholt. So kommen hoffentlich auch Besucher an unser Fest, die sonst nicht an Dorffeste gehen», erklärte der OK-Präsident Markus Lienhard.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte der Auftritt des Zürcher Schlagerstars Michael von der Heide auf der Freiluftbühne am Dorfeingang. Eine erstaunlich grosse Masse aus Schirmträgern von Jung bis Alt trotzte den miserablen Witterungsverhältnissen und genoss die mitreissenden Hits des äusserst sympathischen Sängers. Als nach einer Weile plötzlich die Bühnenbeleuchtung ausfiel, liessen sich von der Heide und seine Band dadurch nicht beirren und spielten trotzdem zur Begeisterung des Publikums im Dunkeln weiter.

Ein weiterer Teil der Attraktionen richtete sich vor allem an die jüngsten Besucher. So bestand bei zahlreichen Vereinen die Möglichkeit, sich bei Spiel und Spass auszutoben. Ausserdem bot man den Kindern auch eine Menge tierisches Vergnügen, wobei als Hauptattraktion neben dem eigens auf einer Wiese angelegten Kleintierzoo sicherlich der Seelöwe Otto galt, welcher in einem kleinen Zirkuszelt mit seiner Tolpatschigkeit für strahlende Kindergesichter sorgte. Weiter boten auch verschiedene Gewerbetreibende aus dem Embrachertal für einmal ihre Produkte nicht in den heimischen Ladenlokalen, sondern am Herbstfest den Besuchern an oder demonstrierten ihr Schaffen in kleinen Ausstellungen.

Das Beste daraus machen

Im Allgemeinen ertrugen die meisten Standbetreiber und Besucher das schlechte Wetter mit Fassung. «Wir sind schon zum dritten oder vierten Mal hier vertreten. Dieses Mal ist das Wetter eindeutig am schlechtesten, aber wir machen das Beste daraus», meinte Weinbauer Kurt Huwiler zuversichtlich.

Für Louis Oesch, der im Pavillon der Feuerwehr mithalf, machte sich das Regenwetter vor allem an der spärlichen Anzahl anwesender Kinder spürbar: «Sonst verkaufen wir tagsüber immer viel Pommes frites, aber bei diesem Wetter hat natürlich niemand Lust darauf.» Dank einem ausserordentlich gut besuchten Freitagabend mussten sich die meisten Festwirtschaften aber dennoch keine Sorgen über grössere Umsatzeinbussen machen. Und der teilweise sonnige Sonntag rettete die Festbilanz endgültig. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.09.2008, 18:52 Uhr

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