Übler Lausbubenstreich versetzt Frau in Panik

Vermummte Gestalten jagen einer Frau aus Hombrechtikon mit vorgehaltenen Waffen einen gewaltigen Schrecken ein.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eine Szene wie aus einem Horrorfilm hat sich laut «Zürichsee-Zeitung» in der Nacht vom vergangenen Samstag auf den Sonntag in Hombrechtikon zugetragen. Vier junge Hombrechtiker befanden sich mit ihrem Auto auf dem Heimweg. Es war Mitternacht, als sie von der Oetwiler- in die Rütistrasse einbogen und zwei vermummte Gestalten ausmachten, die am Fussgängerstreifen warteten. Sie hätten von Anfang an ein mulmiges Gefühl gehabt, sagte eine der Wageninsassinnen laut dem Zeitungsbericht. Die Gesichter der beiden Gestalten seien durch Kapuzen verdeckt gewesen und hätten sie an «Mönche in einem Gruselfilm» erinnert.

Als die Lenkerin angehalten habe, um die Fussgänger passieren zu lassen, hätten diese sich nicht geregt und die Köpfe gesenkt behalten. Die Fahrerin sei nach einiger Zeit wieder aufs Gas getreten, und da sei es passiert: In einer gleichzeitigen Bewegung hätten die Gestalten langsam den Kopf gehoben. «Wie in Zeitlupe» hätten sie zwei Gewehre in Anschlag gebracht und auf die Wageninsassinnen gerichtet - wobei diese im Moment des Schreckens nicht feststellen konnten, ob es sich dabei um Attrappen oder echte Waffen handelte.

Augenblicklich habe die Lenkerin den Rückwärtsgang eingelegt und sei mit hoher Geschwindigkeit die ziemlich weite Strecke auf der Rütistrasse retour bis zum Volg gefahren. Ein Stück weit seien ihnen die Gewehrträger - die sie im Nachhinein als jugendlich beschreiben sollten - noch gefolgt.

Die sofort alarmierte Polizei kam zu spät. «Als die ausgerückte Patrouille eintraf, waren die beschriebenen Personen bereits über alle Berge», erklärt Martin Sorg, der Sprecher der Kantonspolizei.

Mangels Anhaltspunkten und Hinweisen seien auch keine weiteren Ermittlungen aufgenommen worden. «Für uns ist der Fall so weit abgeschlossen», sagt Sorg.

Im Dorf hat sich die Nachricht des unheimlichen nächtlichen Vorfalls wie ein Lauffeuer verbreitet. In den Hombrechtiker Läden, Restaurants und Cafés ist kaum jemand anzutreffen, der nicht davon gehört hat. «Ich habe mir vorgestellt, wie ich in dieser Situation reagieren würde: voll aufs Gas drücken!», sagt die Verkäuferin des Kiosks neben der Krone. Die Absicht hinter der bedrohlichen Tat kann niemand ergründen. Es ist eine Verunsicherung zu spüren. Niemand mag die nächtliche Szene als einfachen Lausbubenstreich abtun.

Jugendliches «Saupack»

Für viele steht aber ausser Frage: Es waren Jugendliche aus dem Dorf, die sie wörtlich als «Saupack» beschimpfen. Der Vorfall sei «typisch» für die Hombrechtiker Problemjugend.

Gemeindepräsident Max Baur, der nur durch die Medien von dem Vorfall erfahren hat, zeigt sich betrübt: «Für mich ist das kein Lausbubenstreich mehr. Nur schon die Verkehrsgefährdung, die von der erschrocken rückwärtsfahrenden Autolenkerin ausging, war erheblich», sagt Baur. Zum Vorfall selber kann er noch keine Stellung nehmen, hält aber fest, dass Hombrechtikonkeine grösseren Probleme mit Jugendlichen habe als andere Gemeinden. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.08.2008, 07:14 Uhr

Abo

Digitale Abos

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Neu ab 18.- CHF pro Monat

Blogs

Nachspielzeit Bratwurst statt Showeinlage

Never Mind the Markets Wie liberal ist die Schweiz?

Abo

Weekend-Abo

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Die Welt in Bildern

Durch die Blume: Am Narzissenfest auf dem Grundlsee in Österreich zieht ein Boot einen Stier aus Blumen hinter sich her (28. Mai 2017).
(Bild: Leonhard Foeger) Mehr...