Vandalen zerschlagen Anlage am Albis

Wieder wurde Rolf Schatz Ziel von Vandalen. Der ebenso umtriebige wie umstrittene Fischer ist überzeugt, dass ihn jemand mundtot machen will.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Letzte Woche sind bei der Elritzenzucht des Fischer-Vereins Thalwil (FVT) sechs Zuchtbecken und ein Bewegungsmelder zertrümmert worden. Die Glasbehälter wären für Steinkrebse bestimmt gewesen. Der FVT-Jugendgruppenleiter Rolf Schatz entdeckte die zerstörten Becken am Freitagabend, als er die Fische füttern ging. Den Schaden schätzt er auf rund 1500 Franken. Er geht davon aus, dass der FVT dafür aufkommen muss; die Anlage ist nur haftpflichtversichert. Rolf Schatz hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Das Gelände liegt am Fussweg auf den Albis unterhalb der Albisstrasse, weitab von den nächsten Häusern. Schatz zeigt sich überzeugt: «Das war kein zufälliger Vandalenakt.» Er vermutet, dass sich der Anschlag gegen ihn persönlich richtet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schatz zum Opfer von Vandalen wird. Schon viermal war in den letzten fünf Jahren das FVT-Jungfischerboot im Hafen Thalwil das Ziel. Unbekannte schnitten die Blache auf, schlugen Fenster ein, warfen Fischerausrüstung ins Wasser. Der Schaden bewegte sich jeweils zwischen 1000 und 2500 Franken; er wurde von der Versicherung bezahlt. Auch damals erstattete Schatz Anzeige gegen Unbekannt. Im Frühling wurde laut Schatz ausserdem ein Teil eines Damm des FVT an der Sihl zerstört.

Immer nach Berichten

Die Anschläge fänden stets innerhalb von zwei bis fünf Tagen nach Presseberichten statt, in denen er zitiert werde, sagt Schatz. Der streitbare Fischer engagiert sich mit dem FVT schon seit deren Gründung in der IG «Dä neu Fischer», die sich gegen das Pachtsystem des kantonalen Verbands wendet. In den letzten Wochen hatte er in der Lokalpresse kritisiert, dass der Verband gezüchtete Jungforellen in der Sihl aussetzen will. Die Fische seien nur teures Vogelfutter, liess er sich zitieren.

Es komme für ihn aber überhaupt nicht in Frage, mit seiner Meinung in Zukunft hinter dem Berg zu halten. «Ich lasse mich von diesen Vandalen nicht einschüchtern», sagt er. Im Gegenteil: Solche niederen Akte seien ihm bloss ein Antrieb, weiterzukämpfen.

Die IG «Dä neu Fischer – Interessengemeinschaft für eine nachhaltige Fischerei» wurde am 13. Mai dieses Jahres gegründet. In ihr engagieren sich fünf Sportfischervereine aus dem Kanton Zürich gegen die Praxis bei der Pachtvergabe von Fischrevieren, die sie «Pfründewirtschaft» nennen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.10.2008, 22:01 Uhr

TA Marktplatz

Blogs

Nachspielzeit Dorfkicker im Schaufenster der Nation

Sweet Home Das macht Lust auf Sommer

Abo

Digitale Abos

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Neu ab 18.- CHF pro Monat

Die Welt in Bildern

Wellenreiter: Jonathan Gonzalez, Mitglied des spanischen Surf-Teams, übt seine Künste im Wave Garden, einem grossen Pool, der Wellen künstlich erzeugt (25. Mai 2017).
(Bild: Vincent West) Mehr...