Wände fangen Lärm ab 2009 auf

Die Lärmschutzwände an der SBB-Strecke in Rüschlikon werden ab kommendem April erstellt. Die Gemeinde erreichte mit Verhandlungen, dass eine teurere Variante realisiert wird.

Die Bewohner des Rüschliker Lindenguts haben zwischen sich und den vorbeidonnernden Zügen nur wenige Meter.

Die Bewohner des Rüschliker Lindenguts haben zwischen sich und den vorbeidonnernden Zügen nur wenige Meter. Bild: Silvia Luckner

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Die Nachbargemeinde Kilchberg streitet noch über die Lärmschutzwände, in Rüschlikon werden sie ab April kommenden Jahres in Etappen erstellt. In Verhandlungen mit den SBB und dem Bundesamt für Verkehr (BAV) konnte die Gemeinde durchsetzen, dass Rüschlikon nicht mit einer grauen Betonwand durchschnitten wird, wie Bauvorstand Hanspeter Draeyer (FDP) sagt.

An die Geleise kommen sogenannte, zwei Meter hohe Steinkorbwände zu stehen – auf der See- und auf der Bergseite. Das sind Wände, die aus einem metallenen Drahtgeflecht sind und mit Steinen gefüllt werden. Mit der Zeit werden sie von Pflanzen überwachsen. Sie sind etwas breiter als die Betonwände und benötigen deshalb auch etwas mehr Platz.

Diese Steinkorbwände sind teurer als die vorerst vorgesehenen Betonwände. Mehrkosten entstehen der Gemeinde aber fast keine, sie werden vom Verkehrsdepartement übernommen: Nur für eine Böschung entfallen Mehrkosten für Rüschlikon.

«Vorgesehen ist, dass die Arbeiten im April 2009 beginnen», sagt Anton Suter, Projektleiter Lärmschutz bei den SBB. Geplant sei, dass die erste Wand beim Lindenweg erstellt werde. Änderungen könnten sich bei der Etappierung aber noch ergeben, wenn die Firma zur Ausführung bestimmt sei. Sicher aber ist, dass der Abschnitt bei der Gartenstrasse im Winter gebaut wird. «Die Gärten der Einfamilienhäuser dort werden in dieser Zeit am wenigsten gebraucht», sagt Suter.

Keine Fundamentalopposition

Der Weg zur heutigen Lösung war ein steiniger, aber erfolgreicher: «Im Gegensatz zu Kilchberg haben wir in Rüschlikon nicht eine öffentliche Fundamentalopposition gegen die Pläne geführt, sondern sind in einem koordinierten Paket vorgegangen», sagt Draeyer. Die Gemeinde habe ein mehrstündiges Hearing mit den betroffenen Anwohnern durchgeführt. Ihre Einwendung gegen die Betonwände, die sie nach Bern geschickt habe, sei auch den betroffenen Anwohnern zur Verfügung gestellt worden, um sie allenfalls mit Ergänzungen ans Bundesamt zu senden.

Preis für den öffentlichen Verkehr

Draeyer ist mit dem Erreichten zufrieden: «Für uns ist es eine gute Sache.» Als Bauvorstand ist er sich aber auch bewusst, dass Schutzwände Bauten sind, die nicht schön wirken. Die Variante mit den Steinkorbwänden ist für ihn aber ein guter Kompromiss, den die Öffentlichkeit bezahlen müsse. Denn die Anbindung der Gemeinde ans Bahnnetz sei sehr gut, was nicht zuletzt auch eine wichtige Aufwertung der Lebensqualität bedeute. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.09.2008, 21:37 Uhr

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