Walliseller Stahl für das Militär-Sackmesser

Die Walliseller Böhler Stahl ist einer der namhaftesten Edelstahlhändler der Schweiz. Die Firma liefert Material für viele Alltagsgegenstände. Ein Tag der offenen Tür macht das deutlich.

In den am Samstag zu besichtigenden Hallen der Böhler Stahl in Wallisellen dreht sich alles um den Edelstahl.

In den am Samstag zu besichtigenden Hallen der Böhler Stahl in Wallisellen dreht sich alles um den Edelstahl. Bild: David Baer

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Jedermann kennt die traditionellen roten Schweizer Sackmesser von Victorinox aus Ibach-Schwyz. Oder die Ditting-Kaffemühlen aus Bachenbülach, die bei Grossverteilern wie Coop oder Migros in den Läden für Kunden bereit stehen. Doch wohl nur die wenigsten wissen, dass der wichtigste Rohstoff dieser Messer und Mühlen – der Edelstahl – aus Wallisellen kommt. Genauer von der Gebrüder Böhler & Co. AG. Das Unternehmen hat Ende 2007 seine Verwaltung und das Warenlager in teilweise neuen Räumlichkeiten an der Hertistrasse zusammengelegt und präsentiert diese am kommenden Samstag bei einem Tag der offenen Tür.

Hochwertiger geht es nicht mehr

Böhler Stahl wurde 1920 in Wallisellen als Zweigniederlassung der Wiener Handelsgesellschaft von den Gebrüdern Albert und Emil Böhler gegründet. In den vergangenen 88 Jahren hat sie sich zu einem der wichtigsten Schweizer Edelstahlhändler entwickelt: «Wir bieten die hochwertigsten Stähle an, die überhaupt produziert werden», sagt Urs Hotz, technischer Leiter von Böhler Stahl Wallisellen. Letztes Jahr verkaufte das Unternehmen laut Finanzchef Fritz Korn rund 10 500 Tonnen Edelstahl und verbuchte einen Umsatz von rund 104 Millionen Franken.

In der grossen Lagerhalle an der Hertistrasse liegen ständig rund 2500 Tonnen Stahl in verschiedensten Qualitäten und Ausführungen bereit. Angeliefert werden die Produkte aus Böhler eigenen Stahlwerken in Österreich, Deutschland und Brasilien, sagt Hotz. Von Wallisellen wird der Stahl, welcher zu Preisen zwischen 2.50 und bis zu 100 Franken pro Kilo bezogen werden kann, weiter per Lastwagen an die Kundschaft vertrieben.

Messerklingen und Mahlwerke

Zu den Kunden von Böhler zählen unter anderen der Messerfabrikant Victorinox in der Innerschweiz und der Kaffeemühlenhersteller Ditting im Zürcher Unterland: Beim einen Hersteller wird der rostfreie Edelstahl zu Klingen in unterschiedlichsten Ausführungen und Formen gestanzt. Und beim anderen findet der Stahl aus Wallisellen als Teil der abriebfesten Mahlwerke in der Kaffeemühlenproduktion Verwendung.

Das seien aber nur zwei Anwendungsbeispiele für Edelstahl aus der Böhler-Palette, erklärt Hotz. Dass dazu auch noch andere gehören wie zum Beispiel Schlittschuhkufen, Motorenventile, Flugzeugteile, Turbinenschaufeln, medizinische Instrumente, Uhrengehäuse oder Spritzformen für Kunststoffteile wie Joghurtbecher zeigt ein mit entsprechenden Exponaten angereicherter Rundgang durch die Räumlichkeiten der Firma. Die stehen am Samstag jedermann offen. Und der Rundgang macht auf eindrückliche Art und Weise deutlich, dass Stahl aus Wallisellen unseren Alltag mehr prägt, als es uns wohl bewusst ist. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.08.2008, 21:46 Uhr

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