Weitere Vereine sauer auf Mönchhof-Wirt

Der Jassclub Kilchberg fühlt sich im Oberen Mönchhof nicht mehr willkommen - weiteren Vereinen gehts genauso. Jetzt schaltet sich der Chef des Pächters ein.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie würden zu wenig Umsatz generieren und die Parkplätze besetzen, was mögliche Kunden von einem Besuch im Oberen Mönchhof abhalte. Das soll Adrian Thoma, Pächter des Restaurants Oberer Mönchhof, den Mitgliedern des Jassclubs zu verstehen gegeben haben. Die Jasser fackelten nicht lange und kündeten Thoma ihre elfjährige Liebe umgehend. Schon am kommenden Montag werden 30 bis 40 Kilchberger Jasser im Adliswiler Rössli um ihre Jahresmeisterschaft spielen.

Die American Railroadfans haben den gleichen Schritt hinter sich. Die Modelleisenbähnler trafen sich zwölf Jahre lang einmal pro Monat im Oberen Mönchhof. Anwesend gewesen seien jeweils zwischen 40 und 60 Personen, sagt Präsident Werner Meer. «Wir werden als Gäste im Oberen Mönchhof nicht mehr benötigt und suchen eine neue Lösung», teilte Meer den Mitgliedern via Zeitschrift «Loki» mit.

Thoma habe ihm Mitte April fristlos gekündigt, obwohl weitere Termine fixiert gewesen seien. «Ich bin mir der Problematik mit den schwankenden Umsätzen bewusst. Nicht alle, die an den Meetings teilnahmen, haben gegessen. Thoma hätte aber nicht derart emotional reagieren müssen und uns wenigstens dulden können, bis wir einen neuen Ort gefunden haben», sagt Meer. Inzwischen treffen sich die American Railroadfans im Vorführraum des Werks Wollishofen der Wasserversorgung Zürich. Bedient werden sie dort nicht.

Vereine sollen Platz haben

Auf sich sitzen lassen wollte Meer den Rauswurf jedoch auch nicht. Er schrieb Jürg Conzett, dem Präsidenten der «Genossenschaft zur Erhaltung des Oberen Mönchhof» einen Brief, in dem er sich über das Verhalten von Thoma beklagte. Conzett bestätigt den Eingang des Schreibens und hält fest, ihm sei es «wichtig, dass Vereine im Oberen Mönchhof Platz haben». Die Kundschaft habe sich seit dem Pächterwechsel im März zwar geändert. «Ein reiner Gourmettempel wollen wir aber nicht sein.» Problematisch sei, dass Thoma wegen des grossen Zulaufs auch die Säle brauche. Dass der neue Pächter ab und zu emotional reagiere, sei ihm bekannt. «Das ist vielleicht seine Schwäche, aber auch seine Stärke, wie der Umsatzzuwachs zeigt.»

Adrian Thoma beteuert, Vereine seien bei ihm jederzeit willkommen. «Ich spiele aber nicht gerne den Pestalozzi. Einfach nur reinsitzen und nichts konsumieren - das geht nicht, ich bin Unternehmer.» Er könne nachvollziehen, wenn jemand sage, im Oberen Mönchhof seis ihm zu teuer. «Das Konzept hat nun einmal gewechselt. Aber darüber muss sich niemand beklagen.» Morgen Abend treffen sich Conzett und Thoma, um die Lage zu erörtern. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.08.2008, 07:33 Uhr

Abo

Weekend-Abo

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Blogs

Mamablog Best of: Weiblich, verheiratet, sucht …

Von Kopf bis Fuss So einfach geht Sommerglück!

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Farbiger Protest: Hunderte Bauern nehmen an einer Kundgebung in Mexiko teil. Sie verlangen, dass die Landwirtschaftsklausel im NAFTA-Handelsabkommen nicht erneuert wird. (26.Juli 2017)
(Bild: EPA/Mario Guzman) Mehr...