Wenn die Turnhalle zum Impfzentrum wird

Gut 6000 Einwohner von Glattfelden, Stadel und Weiach können beruhigt sein: Das Vorsorgekonzept ihres Sicherheitszweckverbands im Falle einer Grippe-Pandemie steht.

Mehrzweckhalle Eichhölzli: Hier würde ein Impfzentrum eingerichtet, das in zwei Wochen 6000 Menschen versorgt. (Bild: David Baer)

Mehrzweckhalle Eichhölzli: Hier würde ein Impfzentrum eingerichtet, das in zwei Wochen 6000 Menschen versorgt. (Bild: David Baer)

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Die nächste Grippe-Pandemie kommt bestimmt. Alle 30 bis 40 Jahre breitet sich laut Fachleuten ein Grippevirus länderübergreifend aus, das letzte Mal 1969 in Asien. Eine Gefahr stellt heute vor allem der Erreger der Vogelgrippe dar. Bund und Kanton verlangen deshalb auch von den Gemeinden eine Vorsorgeplanung. Der Sicherheitszweckverband Glattfelden-Stadel-Weiach hat für den Krisenfall ein detailliertes Konzept erarbeitet, das er am Mittwochabend den involvierten Behörden und Organisationen vorstellte.

Infrastruktur bereitstellen

Auf die Gemeinde kommen im Falle einer Pandemie zwei Aufgaben zu: Sie müssen sicherstellen, dass trotz grossen Personalausfällen die wichtigsten Betriebe weiter funktionieren. Und sie haben die Infrastruktur zu schaffen, damit alle Einwohner eine Grippe-Schutzimpfung erhalten.

Für Glattfelden, Stadel und Weiach würde das geforderte Impfzentrum in der Mehrzweckhalle Eichhölzli in Glattfelden eingerichtet. Die Halle soll hierfür mit Trennwänden in verschiedene Bereiche unterteilt werden, um die Leute gezielt vorbereiten und impfen zu können. Der Vorgang würde auf einem Datenblatt festgehalten. Die Impfung der 6000 Menschen müsste innerhalb von zwei Wochen beendet sein.

Während der Impfstoff vom Bund geliefert wird, hat der Schutzverband die Logistik bereitzustellen. Hierzu existieren bereits Listen des benötigten Personals und des Materials. Für die Impfungen selbst würden Ärzte und medizinisches Personal aus der Umgebung hinzugezogen. Um einen Ansturm und damit einen Stau beim Impfzentrum zu verhindern, ist zudem ein Konzept in Arbeit, wie die Leute am sinnvollsten aufgeboten werden. Dies soll auch verhindern, dass sich die Menschen im Gedränge gegenseitig anstecken.

«Plötzlich fallen viele Personen aus»

Dass diese Vorarbeiten nötig sind, bekräftigten Christiane Meier vom kantonsärztlichen Dienst und Hans Imholz, Chef der Führungsunterstützungsabteilung der Kantonspolizei Zürich. Im Kanton Zürich würde man laut Christine Meier beim Ausbruch einer Pandemie mit bis zu 330 000 Erkrankten rechnen. Entscheidend für die Bekämpfung dieser Pandemie sei das sofortige Impfen der Bevölkerung. Das könne eine Infektion zwar nicht verhindern, würde aber die Chance erhöhen, dass die Krankheit weniger schlimm verläuft.

Hans Imholz beschrieb die organisatorischen Probleme einer Pandemie: «Plötzlich fallen viele Personen aus. Sei es, weil sie selber erkranken oder weil sie sich zu Hause um kranke Familienmitglieder kümmern müssen.» Auch hier brauche es einen Plan, um die wichtigsten Dienste der Gemeindeverwaltung gewährleisten zu können. Beim Kanton habe man ein Jahr intensiv an diesem Pandemieplan gearbeitet und eine Million Franken dafür ausgegeben.

Martin Sonderegger, Kommandant der Zivilschutzorganisation von Glattfelden, Stadel und Weiach, hielt seinerseits fest, dass das vom Kanton gewünschte Konzept bereits 2007 erarbeitet worden ist. Hans Imholz und Christine Meier konnten dem Sicherheitszweckverband der drei Gemeinden denn auch ein Kränzchen winden: «Der Stand der Vorbereitungen ist bei ihnen vorbildlich.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.10.2008, 08:47 Uhr

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