Wie aus Abwasser wertvolle Wärme wird

Baudirektor Markus Kägi (SVP) orientierte gestern in Thalwil über seine Ideen, erneuerbare Energien zu fördern. Die Wärmepumpenanlage im Serata sei ein Vorzeigeobjekt.

Markus Kägi (SVP)(M.) inspiziert mit Markus Bleuler (l.) und Andreas Federer (CVP) (r.) die Wärmepumpe im Serata.

Markus Kägi (SVP)(M.) inspiziert mit Markus Bleuler (l.) und Andreas Federer (CVP) (r.) die Wärmepumpe im Serata. Bild: Patrick Gutenberg

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Bei der Abwasserreinigung wird Wärme freigesetzt, welche durch eine Wärmepumpenanlage, wie sie im Serata steht, als kostenlose Heizenergie genutzt werden kann. Für Baudirektor Markus Kägi (SVP) müssen diese Pumpen unbedingt miteinbezogen werden, wenn man über erneuerbare Energien spreche. «Die Abwärme hat für uns den gleichen Stellenwert wie erneuerbare Energien», sagte er gestern anlässlich der Informationsveranstaltung zu erneuerbaren Energien im Thalwiler Alterszentrum Serata. Die Zahl der Wärmepumpen hätte sich im Kanton in den letzten fünf Jahren verdoppelt.

Kägi betonte auch, dass die Potenziale, Abwärme und erneuerbare Energien zu nutzen, im Kanton Zürich noch lange nicht ausgeschöpft seien. «Dies nicht zu tun, wäre fahrlässig», sagte er. Heute würden erst fünf Prozent des Energiebedarfs des Kantons mit Abwärme und erneuerbaren Energien gedeckt. Der Kanton sieht Möglichkeiten, diese Zahl auf 30 Prozent zu steigern. Markus Kägi appellierte deshalb an der Veranstaltung an die 50 Gemeindevertreter und Mitglieder des Kantonsrates, Projekte wie in Thalwil zu realisieren.

Hohe Investitionskosten

Dass Projekte wie Wärmepumpen für die Beteiligten – kurzfristig – mit erheblichen Kosten verbunden sind, liess Kägi nicht unerwähnt. Im Fall Thalwil belaufen sich die Investitionskosten für Leitung und Pumpe auf je 1,2 Millionen Franken. Ausgelastet ist die Thalwiler Wärmepumpe indes noch nicht. «Wir können sie erst zu einem Drittel nutzen», sagte Markus Bleuler, EKZ-Projektleiter der Thalwiler Wärmepumpe. Das EKZ suchen deshalb nach weiteren Partnern für ihr Energiecontracting, das heisst, die EKZ investieren in die Anlagen, betreibt sie und verkauft den Strom an die Kunden. Mit der Swisslife, die an der Rain-/Kirchbodenstrasse eine Überbauung plant, laufen Verhandlungen.

Die Gemeinde Thalwil erntet aber auch viel Lob von den EKZ. Man habe sich in Thalwil schon früh Gedanken gemacht, wie man die Energie der Abwasseranlage nutzen könne. Man habe zugleich auch rechtlich den Weg frei gemacht, um den Bau der Anlage zu ermöglichen. Und der Thalwiler Gemeinderat andreas Federer hilft auch bei der Kundensuche: «Wenn Gesuche für Bauten eingereicht werden, welche im Einzugsbereich der Pumpe liegen, geben wir diese den EKZ weiter.»

Energieeffizienz ist unabdingbar

Gleichzeitig wies Markus Kägi in seinem Referat darauf hin, dass eine Verbesserung der Energieeffizienz unabdingbar ist, um den heutigen Energiebedarf abzudecken. Hansruedi Kunz, Abteilungsleiter Energie beim Kanton, führte dies aus: «Ein Haus, das eine gute Wärmedämmung hat und über ein Lüftungssystem verfügt, das die Wärme der Abluft wiederverwertet, muss weniger geheizt werden.» Deshalb seien Sanierungen nach dem Minergie-Standard für Gemeinden ein absolutes Muss. Der Kanton versuche, in der finanziellen Förderung mit Steuererleichterungen und Förderbeiträgen solche Vorhaben zu unterstützen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.09.2008, 08:29 Uhr

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