Winzer prophezeien einen guten Jahrgang

Der Suuser-Sunntig in Stäfa und Uerikon war dank des schönen Wetters ein Erfolg. Das Gleiche verspricht der Wein dieses Jahr, sagen die Winzer voraus.

Am Sonntag genossen Jung und Alt in Stäfa und Uerikon ein Gläschen frischen Sauser.

Am Sonntag genossen Jung und Alt in Stäfa und Uerikon ein Gläschen frischen Sauser. Bild: Sabine Rock

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Das Weingut Rebhalde in Stäfa wurde am Suuser-Sunntig vergangenes Wochenende überrannt. «Wir hatten teilweise zu wenig Plätze, und einige Besucher mussten umkehren», sagt Winzer Hansueli Hohl. Die 160 Sitzgelegenheiten seien meist besetzt gewesen, die Leute hätten Freude am Anlass gehabt.

Es seien zudem auffallend viele junge Menschen gekommen, um vom weissen Suuser zu trinken. Diesen gab es in drei Sorten: Manne-Suuser, der schon fast vergoren ist und um die 10 Prozent Alkoholgehalt hat, noch süssen und weniger starken Wiiber-Suuser sowie den praktisch alkoholfreien Goofe-Suuser. Dazu servierte die Familie Hohl Zwiebelwähe, Würste, Käse- und Fleischplatten. Für Stimmung sorgte ein Ländlermusikduo.

Der Suuser-Sunntig ist ein alter Brauch, der jeweils am ersten Sonntag im Oktober stattfindet. Früher wurde er durchgeführt, um den Weinabsatz zu fördern. «Es ist eine schöne Gelegenheit, Leute zu empfangen», sagt Monica Hasler vom Weingut Rütihof in Uerikon, die auch Räuschlingsuppe – ihre Spezialität – anbot. Viele Besucher nutzten das schöne Herbstwetter und spazierten von einem der acht Weingüter in Stäfa und Uerikon zum nächsten.

Doch nicht nur der Suuser beschäftigt die Winzer zurzeit, sondern vor allem der Wümmet, die Traubenlese. Winzer Martin Schnorf aus Uetikon ist von den diesjährigen Trauben begeistert und kündigt einen guten Wein an: «Wir hatten ideales Wetter, die Trauben faulen nicht, und der Öchslegrad, also der Zuckergehalt, ist hoch. Das wird sicher ein guter Jahrgang.»

Fäulnispilz ist erwünscht

Ähnlich klingt es bei Heinrich Bolleter vom Rebgut Aeblete in Meilen, der mit dem bisherigen Ertrag ebenfalls zufrieden ist – obwohl das teilweise nasse Wetter für Fäulnis gesorgt habe. Der Fäulnispilz ist aber sogar erwünscht, weil er hohe Öchsle bringt, indem er der Traube Wasser entzieht und so den Zucker darin konzentriert. «Man muss die Trauben allerdings rechtzeitig holen, bevor der Pilz überhandnimmt und diese zerstört», sagt Bolleter.

Auf dem Weingut Rütihof lassen sich die Winzer mit dem Wümmet Zeit. Die Riesling-Silvaner-Trauben haben sie schon geholt, nur für die Spätlese sind noch einige draussen. «Sie sehen gut aus, und wir müssen uns nicht beeilen», sagt Monica Hasler. Weil es kühl gewesen sei, habe sich die Reife verzögert, und die Trauben seien gesund geblieben.

In etwa zehn Tagen beginnen die Winzer des Weinguts Rebhalde mit der Lese der Blauburgunder-Trauben, wie Werner Hohl sagt. «Wir hätten jetzt gern mehr Föhn, damit die Trauben trocknen.» Intensiver Regen oder sogar Schnee könnten die Ernte nämlich noch vermiesen. Doch auch Werner Hohl rechnet mit einem guten Jahrgang. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.10.2008, 21:57 Uhr

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