Wo Triathleten künftig gegen den Strom schwimmen

Spatenstich zum Tridome, einem Kompetenzzentrum für Triathlon: Roy Hinnen konnte dazu die Top-Athleten Nicola Spirig und Reto Hug gewinnen.

Mit dem kleinen Bagger zum grossen Spatenstich (v.l.): Nicola Spirig, Roy Hinnen und Reto Hug.

Patrick Gutenberg

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Das linke Seeufer wird zum Mekka für Ausdauersportler: Der sechsfache Ironman-Sieger und dreifache Duathlon-Weltmeister Olivier Bernhard gründet in Thalwil ein Kompetenzzentrum für Ausdauersportler, in Wädenswil entsteht ein Triathlon-Kompetenzzentrum. Die Eröffnung des Tridome ist auf den Herbst 2009 geplant. Gestern hat der Initiant Roy Hinnen zum Spatenstich an der Moosacherstrasse oberhalb der Au eingeladen. Mit dabei: Nicola Spirig und Reto Hug – beides Diplomgewinner an den Olympischen Spielen in Peking. Hinnen selber gehört zu den nationalen Pionieren dieser noch jungen Sportart – er war der erste Profitriathlet der Schweiz.

Nicht nur für Profisportler

Auch als Unternehmer ist Hinnen Pionier: Mit seinem Tridome in Wädenswil eröffnet er laut eigenen Angaben das erste Triathlon-Kompetenzzentrum in Europa. Herzstück dieses Baus: ein Schwimmkanal, in dem vier Athleten gleichzeitig nebeneinander in der Strömung schwimmen können. In diesem Gegenstromkanal soll das Schwimmen in einem normalen Gewässer perfekt simuliert werden können.

Das Becken ist zudem mit vier Kameras ausgerüstet, die die Schwimmer filmen. Die digitalen Filme können danach auch daheim übers Internet angeschaut werden. Mit Videofilmen ihres Schwimmens arbeiten Spirig und Hug bereits heute. «Im Zentrum von Hinnen können Athleten an einem Ort schwimmen, bei dem die Verhältnisse immer gleich sind, womit sie sehr gute Vergleichsmöglichkeiten erhalten», sagt Hug. Analysen werden damit einfacher. Zudem kann der Trainer den Athleten beim Schwimmen direkt korrigieren, da sie mit Mikrofon und Unterwasser-Kopfhörer ausgerüstet sind. Etwas Vergleichbares gibt es in der Schweiz nicht.

Der Schwimmkanal wird Hinnen aber nicht nur an Profiathleten vermieten: Auch Private können ihn nutzen. An Sonntagen will er dereinst Open Days veranstalten. Für eine Session mit einem 20-minütigen Video will er 50 Franken verlangen. Eine normale Stunde soll um die 150 Franken kosten. Hinnen sieht auch für wenig geübte Crawl-Schwimmer und sogar für Crawl-Anfänger Vorteile: «Wer sich und seine Fehler selber sieht, lernt bis zu viermal schneller.»

Über Finanzielles spricht er nicht

Im modernen Gebäude wird nicht nur geschwommen. Hinnen baut einen Verkaufs- und Showraum für seine Produkte wie Velos oder Neoprenanzüge. Letztere will er kommendes Jahr auf den Markt bringen. Er hofft zudem, dass er mit Ärzten und Leistungsdiagnostikern zusammenarbeiten kann – er ist noch auf der Suche. Die multifunktionale Architektur erlaube es, Räumlichkeiten für Workshops anzubieten. Wädenswil wird auch zum Zentrum für sein Athletenteam, das heute 26 Sportlerinnen und Sportler zählt. In den nächsten zwei Jahren will er die Zahl verdoppeln.

Wie teuer das Tridome zu stehen kommt, will Hinnen nicht sagen. «Ich habe die letzten 15 Jahre als Unternehmer gearbeitet und stecke nun alles, was ich verdient habe, in dieses Projekt», sagt er. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 08.10.2008, 22:03 Uhr

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