Wortkreationen für Kombis

Kombis sind auch in der Zeit von Minivan, SUV, SAV und Crossover nicht aus unserem Strassenbild wegzudenken. Aber es war noch nie so schwierig, einen Kombi auch als solchen zu erkennen beziehungsweise zu definieren.

Typisch Kombi: Der neue Mazda 6.

zvg

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Früher war doch alles viel einfacher. Dieser wohlbekannte Spruch stimmt sicher nicht immer, doch bei den automobilen Bezeichnungen für Fahrzeugkarosserien trifft er zweifellos zu. Nimmt man einen Katalog der «Automobil Revue» von 2000 zur Hand und schlägt zum Beispiel bei BMW den damals schon erhältlichen X5 nach, so steht da als Bezeichnung «Station Wagon», also eigentlich Kombi.

Neue Begriffe

Kombi? Aber der X5 ist doch eher ein SUV, also ein «Sports Utility Vehicle», oder doch mehr ein «Crossover», also die Verbindung von zwei unterschiedlichen Konzepten in einem Fahrzeug. Oder gar ein Geländewagen? Das Beispiel zeigt, dass sich die Hersteller in den letzten Jahren gegenseitig mit neuen Begriffskreationen überboten haben. Neustes Beispiel gefällig: SAC steht für Sports Activity Coupé. Also ein SUV in Coupé-Form mit zwei Türen? Weit gefehlt, das angesprochene Fahrzeug hat nämlich fünf Türen und vier Sitze.

Neue Fahrzeugvarianten

Wozu also all die neuen Wortkreationen? Neben Marketingüberlegungen gibt es eben wirklich zunehmend eine bunte Durchmischung von verschiedensten Karosserieformen. Was gestern noch ein Kombi war, ist nun ein Sport Tourer oder ein Station Wagon, ein SUV, SAV, Minivan, Van oder Crossover. Der Kombi ist also eigentlich nicht ein Auslaufmodell, aber immer mehr Hersteller bringen lieber eigenständige Modelle, um sich von den Mitbewerbern zu unterscheiden und vermeintliche oder vorhandene Bedürfnisse der Kunden besser abzudecken.

So fielen denn auf Kosten der neuen Fahrzeugvarianten die Verkaufszahlen der Kombifahrzeuge seit 1999 von rund 26 Prozent Marktanteil auf unter 19 Prozent im 2007. Trotzdem ist das Segment Kombi vor allem in der Schweiz nach wie vor sehr wichtig und macht bei einigen Modellen noch immer den Löwenanteil der Verkäufe aus. So verkauft sich der neue Mazda 6 in der Schweiz vor allem als Kombi. Der Skoda Octavia Combi RS ist ein beliebter Familiensportler.

Kombinationskraftwagen

Kombi steht im eigentlichen Sinn für die Abkürzung von Kombinationskraftwagen. Dieser Name leitet sich ab aus der Kombination von Pw und Lw, also einem Automobil, das sowohl Personen als auch Lasten zu transportieren vermag. Da die Marketingabteilungen die Nähe zum Nutzfahrzeug vermeiden wollten und der Begriff Kombi nicht geschützt werden kann, heissen Kombis eben nicht Kombi, sondern Avant, Aerodeck, Break, Caravan, Grandtour, Sport Wagon, Station Wagon, Touring, Variant und so weiter.

Jeder Hersteller hat seine eigene Bezeichnung, aber gerade daran lässt sich der Kombi eigentlich noch am besten erkennen. Klassisch gibt oder gab es zumindest von jedem Kombi auch eine Limousinen-Bauform. Dies könnte ein Kriterium zur Definition von Kombis sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.09.2008, 11:13 Uhr

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