«Zürich und Dada gehören zusammen»

SP, CVP und Grüne sind klar dafür, dass die Stadt Zürich die Miete des Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse 1 für weitere drei Jahre übernimmt. Deshalb luden die drei Parteien die Medien am Mittwoch dort ein.

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Werner Sieg, ehemaliger SP-Fraktionschef im Gemeinderat, hatte 2002 mit einer Motion angeregt, am historischen Geburtsort der Bewegung ein Dada-Kulturzentrum einzurichten. Die Dadaisten von 1916 seien Pazifisten und Flüchtlinge gewesen, sagte Sieg gestern. Parteilichkeit und Pathos lehnten sie ab, weil dies die Länder Europas in den Weltkrieg geführt hatte.

In Zürich blieb der ironische Nonsens von Dada zwar eine kulturelle Randerscheinung – aber es war die einzige Kunst mit Weltgeltung, die in Zürich entstanden ist. Eigentlich ganz unzürcherisch, sagte Sieg: «Das Seltsame ist nur: Zürich und Dada gehören auch irgendwie zusammen.» Dada tauche hier immer wieder auf – etwa in der Jugendbewegung von 1980, die «freie Sicht aufs Mittelmeer» forderte.

«Einzigartige Oase im Niederdorf»

Georg Schmid, ehemaliger CVP-Gemeinderat, erinnerte sich wie Sieg nostalgisch an die denkwürdige Dada-Haus-Debatte vor fünf Jahren im Gemeinderat. Warum er sich als Christ für Dada und Voltaire engagiere? «Schliesslich ist der angebliche Atheist Voltaire seinerzeit auch zum Papst gepilgert, damit er seine Werke besser verkaufen konnte», sagte Schmid. Und es sei in höchstem Masse angezeigt, der Verleumdung der Dada-Bewegung entgegenzutreten. SP-Gemeinderat Mark Richli nannte das Dada-Haus «eine einzigartige Oase im Niederdorf, zugleich Museum, Cafébar, Bibliothek, Shop, Veranstaltungsraum». Matthias Probst, Gemeinderat der Grünen, fand es klug, dass die Stadt nur die Miete und nicht die Verantwortung für das Programm übernehme. Alle drei Parteien sind der Meinung, die Stadt Zürich sollte sich auch nach April 2011 für das Dada-Haus engagieren. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2008, 16:00 Uhr

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