Zwei gegensätzliche Freunde zeigen ihre Kunst, die zusammenpasst

Urs Burkhardt zeigt ab morgen Skulpturen, Christian Krie zeigt Bilder. In der Ausstellung «Zwei Freunde stellen aus» haben sich zwei gegensätzliche Künstler gefunden.

Christian Krieg (l.) und Urs Burkhardt in ihrer Ausstellung.

Patrick Gutenberg

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Sie stehen im Atelier von Urs Burkhardt. Er, Burkhardt, ist Bildhauer, trägt eine Hornbrille und ist klein. Der andere, Christian Krieg, ist Maler, hat eine Zigarette im Mund. Und gross ist er, sehr gross. «Zwei Freunde stellen aus», heisst die Ausstellung von Christian Krieg und Urs Burkhardt. Gegensätze ziehen sich an.

Burkhardt ist professioneller Bildhauer, er hat auch schon mit Malern zusammen ausgestellt. Aber nur wenn die Bilder auch was taugten, sagt Burkhardt. Und Kriegs Bilder seien fantastisch. «Ausserdem passen seine Bilder und meine Skulpturen sehr gut zusammen. Sie ergänzen sich.»

Ein Amateur sei er, sagt Krieg über sich, schüttelt seinen grossen Kopf und blickt zu Boden. Burkhardt widerspricht: Künstlerisch sei Krieg, «weiss Gott», kein Anfänger. «Ja, ja», sagt Krieg, gelernter Forstwart, und zuckt mit dem Schultern.

Sie taugen etwas

Auf Kriegs Bildern sind Landschaften. Mit feinen Strichen und dezenten Farben hat er Konturen herausgearbeitet, die mit Burkhardts grossen Skulpturen zu einer Einheit verschmelzen.

Zu viele Farben mag Krieg nicht. «Und mit grossen Pinseln kann ich nicht umgehen», sagt der gebürtige Berner. Lieber «figuretlet» er mit einem kleinen Bleistift an Details herum, wie er sagt. Dass der kleine Bleistift dabei in seinen Pranken kaum mehr zu sehen ist, macht Kriegs Bilder noch poetischer.

Burkhardt hat Recht. Kriegs Bilder taugen etwas.

Christian Kriegs Bilder sind auf Holz gemalt, auf Pavatexplatten. Pavatexplatten sind billig, sie werden gebraucht, um Innenräume zu verkleiden. Und wenn ihm mal ein Bild «abverreckt» sei, habe er die Schleifmaschine geholt und wieder von vorne begonnen. Krieg erzählt und lacht. Wenn er lacht, schüttelt sich sein ganzer Oberkörper. Dann muss er Burkhardt helfen, eine Skulptur aus Holz zu drehen. Die Skulptur ist so gross wie Krieg. Sie ist zu schwer für Burkhardt.

Bis heute hat Krieg seine Schleiftechnik verfeinert. Er wendet sie an, um seine Bilder mit Naturfarbe zu kolorieren, indem er malt und anschliessend an einigen Stellen das Holz wieder unter der Farbe hervorholt. Wie Burkhardt arbeitet er von aussen nach innen. Burkhardt arbeitet die Figur aus dem Steinblock heraus, Krieg schleift die Farben seiner Bilder hervor. Die Bilder Kriegs und die Skulpturen Burkhardts passen eben zusammen.

Angst, dass niemand kommt

Morgen ist Vernissage. Burkhardt nimmts gelassen, er hat Erfahrung und lässt sich nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Krieg ist nervös, es ist seine erste Ausstellung seit über 25 Jahren: «Am meisten Angst habe ich davor, dass niemand kommt.» Urs Burkhardt kann ihm die Angst nehmen. Die Leute kennen sein Atelier und wissen, dass sich ein Besuch lohnt. Sie werden auch dieses Mal nicht enttäuscht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.10.2008, 22:08 Uhr

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