Zweimal abgeblitzt und trotzdem vors Bundesgericht

Der Einsprecher gegen das Bermuda in Herrliberg will ans oberste Gericht gelangen. Die Eigentümer überlegen sich nun, nicht alle Räume zu nutzen.

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Das Warten geht weiter. Nachdem das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich die Beschwerde gegen den Umbau des Restaurants Bermuda an der Seestrasse vollumfänglich abgewiesen hatte, kündigte der Beschwerdeführer gestern an, den Entscheid ans Bundesgericht weiterzuziehen. Ein Fall sei erst dann hundertprozentig geklärt, wenn das oberste Gericht entschieden habe, sagte der Geschäftsführer der Gastrovision AG auf Anfrage.

Unter oben genannter Firma, die ihren Sitz in Zug hat, führte der Jurist auch den Rekurs gegen das Bermuda. Das Verkehrsaufkommen sei zu gross, die Lärmbelastung zu hoch, monierte er - allerdings nicht als Anwohner, sondern als Vermieter der zwischen 60 und 80 Meter entfernten Liegenschaft auf der gegenüberliegenden Seite der Seestrasse. Dort wohnen gemäss Beschwerdeführer zehn Personen, die unter dem Verkehr leiden würden. Er vermiete die beiden Wohnungen und das Einfamilienhaus seit 2004.

Beschwerde zu wenig glaubhaft

Ein Umstand, dem er in seiner Beschwerde ans Verwaltungsgericht offenbar zu wenig Rechnung getragen hat. Denn im Entscheid, der dem «Tages-Anzeiger» vorliegt, heisst es, dass nicht klar sei, ob die Liegenschaft zu Wohnzwecken oder als Büro genutzt werde. Im Telefonbuch findet sich unter Seestrasse 131 die Firma ImmoComplete-Service mit Sitz in Bäch SZ; sie vertritt natürliche und juristische Personen in Immobilienangelegenheiten.

Im Entscheid des Verwaltungsgerichts wird mehrfach darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer nicht in substanzieller Weise glaubhaft machen könne, inwiefern er von einem Umbau des Bermuda betroffen sei - auch nicht, was die Parkplätze neben dem Restaurant betreffe. Gewisse Emissionen, schreibt das Verwaltungsgericht, habe es bereits vor dem geplanten Umbau gegeben. Zudem sei die Liegenschaft vom Verkehr, der von Rapperswil herkomme, nicht tangiert. Überdies dürften vom Parkplatzsuchverkehr in erster Linie die direkt gegenüberliegenden Liegenschaften und nicht diejenige der Beschwerdeführerin betroffen sein.

Erster Stock nicht für Gastronomie

Die Parkplatzsuche an der Seestrasse in Herrliberg wird derzeit - zumindest teilweise - von Angestellten des Restaurants Yooji’s übernommen. Die Sushi-Kette hat sich vorübergehend im Garten eingemietet, allerdings in einem kleineren Rahmen als das Bermuda. Gemäss Esther Bühler, die als Besitzerin des Bermudas das entsprechende Land verpachtet, zieht es viele Leute an. «Es läuft sehr gut, und wir haben vor allem aus der lokalen Bevölkerung positive Rückmeldungen erhalten.»

Erfreut war Bühler auch, als sie vom Entscheid des Verwaltungsgerichts erfahren hat. «Auch wenn ich eigentlich mit nichts anderem gerechnet habe.» Die Rekurse würden einfach weitergezogen, um den Umbau weiter zu verzögern.

Inzwischen erwägt man beim Bermuda, die Räume im ersten Stockwerk nicht wie vorgesehen für die Gastronomie zu nutzen. Die Erfahrungen mit Yooji’s hätten gezeigt, dass die Fläche im Garten und jene im Untergeschoss des Hauses reichten. «Wir müssen nicht ans Limit unserer Möglichkeiten gehen», sagt Bühler. «Der erste Stock würde im Sommer ohnehin kaum benutzt.» Innerhalb der Redimensionierung wolle man sich aber offenhalten, wie man die Räume künftig nutzen werde. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.08.2008, 07:34 Uhr

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