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Tutsi-Rebellen erreichen Goma – Uno zieht ab
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Der Konflikt im Kongo
Nkunda begründet seinen Kampf in der rohstoffreichen Region mit dem Schutz der kongolesischen Tutsi. In der Gegend sind auch Hutu-Milizen aktiv, die nach dem Völkermord im benachbarten Ruanda 1994 in das damalige Zaire geflohen waren.
Seit dem Zusammenbruch eines Friedensabkommens im August haben in der ostkongolesischen Provinz Nord-Kivu etwa 250 000 Menschen ihre Heimat verlassen. Kämpfe in den vergangenen beiden Jahren hatten nach UNO-Angaben bereits rund 850 000 Menschen vertrieben.
Die ersten Truppen des Rebellengenerals Laurent Nkunda erreichten heute Nachmittag die Provinzhauptstadt Goma, wie eine Sprecherin der Hilfsorganisation World Vision berichtete.
In der Stadt wurde heftig gekämpft, Schüsse seien zu hören gewesen. Unter den Menschen herrsche Panik. Alle versuchten, Goma so schnell wie möglich zu verlassen.
Dies, obwohl Tutsi-Rebellen für die Umgebung der Provinzhauptstadt eine einseitige Waffenruhe ausgerufen haben, um die Panik nicht zu steigern. Ein UN-Sprecher begrüsste die Ankündigung, erklärte jedoch, es sei nicht klar, ob der Erklärung auch Taten folgen würden.
Vormarsch nicht zu stoppen
Zuvor hatten erneut Kampfhelikopter der Uno-Mission im Kongo (Monuc) auf Seiten der Regierungstruppen eingegriffen. Sie versuchten erfolglos, den Vormarsch der Rebellen auf Goma zu stoppen.
Die Uno forderte alle Hilfsorganisationen auf, ihr Personal unverzüglich aus Goma zu evakuieren. Die meisten zivilen Angestellten des Uno-Hauptquartiers nördlich von Goma wurden auf ein Gelände nahe der Grenze zu Ruanda in Sicherheit gebracht.
IKRK warnt vor Kämpfen
Auch die Kinderhilfsorganisation World Vision kündigte an, ihre Mitarbeiter schnellstmöglich aus der Stadt abzuziehen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) möchte dagegen nach eigenen Angaben von heute in Goma bleiben, um medizinische Hilfe zu leisten.
Das IKRK warnte zugleich vor den humanitären Folgen der Kämpfe. Teile der Zivilbevölkerung seien von Kämpfen eingeschlossen. Auch das Hilfswerk Caritas beklagte, dass der Zugang zu vielen Flüchtlingen nicht mehr möglich sei.
Dabei fehle es den Vertriebenen an allem, was zum Überleben nötig ist, vor allem Nahrung und Trinkwasser. Manche Flüchtlinge seien dem Hungertod nah.
Dringlichkeitssitzung der Uno
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte ein Ende der Kämpfe. «Die Lage in Goma ist Besorgnis erregend», sagte Ban am Rande einer Flüchtlingskonferenz in der philippinischen Hauptstadt Manila.
Er sei «zutiefst besorgt» über die zivilen Opfer und die zunehmende Zahl von Flüchtlingen im Osten des Kongos. Die Uno kündigte für heute eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats zur Demokratischen Republik Kongo an.
Frankreichs Aussenminister Bernard Kouchner sprach sich vor Journalisten für die Entsendung einer 1500 Mann starken EU-Kampftruppe aus, um die Kämpfe zu befrieden.
(oku/sda)
Erstellt: 29.10.2008, 20:15 Uhr
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