Ausland

17-Jährige kurz vor dem Tod gerettet

Aktualisiert am 28.01.2010

Wie durch ein Wunder haben Rettungskräfte 15 Tage nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti eine 17-Jährige lebend aus den Trümmern geborgen. Nur Stunden später wäre sie wahrscheinlich gestorben.

Wundersame Rettung: Darlene Etienne ist extrem geschwächt.

Wundersame Rettung: Darlene Etienne ist extrem geschwächt.
Bild: Keystone

Darlene Etienne ist gestern aus einem eingestürzten Wohnhaus in der Nähe der Universität St. Gerard in der Hauptstadt Port-au-Prince gerettet worden. Sie ist nach Angaben von Ärzten stark ausgetrocknet und hat ein gebrochenes Bein. Möglicherweise habe sie Zugang zu Wasser aus einem Badezimmer des eingestürzten Hauses gehabt.

Nach Angaben der Rettungskräfte sagte Etienne, sie habe ausserdem etwas Cola bei sich gehabt. Das Rettungsteam versorgte die Jugendliche mit Sauerstoff und brachte sie zunächst in ein Feldkrankenhaus und dann auf ein Lazarettschiff. Nachbarn hatten am Mittwoch Etiennes Stimme gehört und die Behörden alarmiert.

Rettungshelfer Claude Fuilla sagte, wenn Etienne nicht gefunden worden wäre, wäre sie vermutlich wenige Stunden später gestorben. Sie konnte nicht richtig mit uns sprechen und sagen, wie lange sie dort war», erklärte Fuilla. «Sie hat mit sehr schwacher Stimme gesprochen, sie war extrem geschwächt.» Der Blutdruck der 17-Jährigen sei sehr niedrig gewesen.

«Wir haben gedacht, sie wäre tot»

Etiennes Familie erklärte, die 17-Jährige habe erst kurz vor dem Erdbeben ihr Studium in St. Gerard aufgenommen. Eine Cousine des Mädchens, Jocelyn A. St. Jules, sagte: «Wir haben gedacht, sie wäre tot.» Der französische Botschafter Didier de Bret bezeichnete Etiennes Rettung als Wunder.

Zuletzt war am Samstag ein Mann lebend aus den Trümmern eines Hauses geborgen worden, der dort seit dem Hauptbeben vom 12. Januar verschüttet war. Am Dienstag bargen haitianische Rettungskräfte einen Mann, der seit einem der Nachbeben unter den Trümmern eines Geschäftes in der Innenstadt lag. Insgesamt bargen die Rettungskräfte bisher mindestens 135 Verschüttete lebend, die meisten von ihnen aber unmittelbar nach dem Erdbeben. Zahlreiche weitere Opfer wurden Angehörigen und Nachbarn gerettet. (bru/ddp)

Erstellt: 28.01.2010, 08:31 Uhr

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