55 Milliarden Dollar als Krisenhilfe für Entwicklungsländer
Handeln gegen die Krise: Weltbank-Präsident Robert Zoellick zu Beginn der heutigen Tagung. (Bild: Keystone)
Den ärmeren Ländern, von der Krise besonders hart getroffen sind, werden 55 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Dies erklärte Weltbank-Chef Robert Zoellick während der Frühjahrstagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Er betonte, wie wichtig es sei, parallel zu den Hilfsmassnahmen in den Industrieländern auch die Entwicklungsländer zu unterstützen, weil diese keine milliardenteuren Rettungspakete für ihre Ökonomien auflegen könnten.
Das Infrastruktur- und Investitionspaket speist sich den Angaben zufolge aus zwei Töpfen: dem Weltbank-eigenen Infrastructure Recovery and Assets (INFRA) und der Weltbanktochter für den Privatsektor, der Infrastructure Crisis Facility (ICF).
Ein Milliarde Menschen werden hungern
In einem gestern von IWF und Weltbank vorgelegten Bericht hiess es, die weltweite Wirtschaftskrise lasse eine Linderung der Not in den armen Ländern in immer weitere Ferne rücken. Die Zahl der chronisch hungernden Menschen in den Entwicklungsländern werde in diesem Jahr auf eine Milliarde steigen. 2007 habe sie noch bei 850 Millionen gelegen, 2008 dann bei 960 Millionen. Auch die Einhaltung der Millenniumsziele bis 2015 sei fraglich.
IWF und Weltbank halten am Wochenende ihre Frühjahrstagung in Washington ab. Die Mitgliedsländer wollen ihr Vorgehen gegen die Krise abstimmen und über die Umsetzung der Beschlüsse des Londoner Finanzgipfels beraten. Dort wurde beschlossen, dem IWF mehr als eine Billion Dollar zur Krisenbekämpfung zur Verfügung zu stellen und ihn mit der Regulierung der Finanzmärkte zu beauftragen. (raa/sda)
Erstellt: 25.04.2009, 22:28 Uhr
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