Ausland

Amerikaner wollten Kinder aus Haiti entführen

Aktualisiert am 05.02.2010

Die Behörden haben zehn US-Amerikaner beim Versuch festgenommen, 33 Kinder ausser Landes zu bringen. Die mutmasslichen Menschenhändler beteuern, nur Gutes geplant zu haben.

An der Grenze abgefangen: Einer der zehn US-Amerikaner, die haitianische Kinder ohne Bewilligung ausser Landes bringen wollten.

An der Grenze abgefangen: Einer der zehn US-Amerikaner, die haitianische Kinder ohne Bewilligung ausser Landes bringen wollten.
Bild: Keystone

Die Staatsanwaltschaft in Port-au-Prince warf den Amerikanern am Donnerstag ferner Verbindungen zu Kriminellen vor. Sie wurden nach einem kurzen Gerichtstermin in ein Gefängnis der haitianischen Hauptstadt gebracht, wie ihr Anwalt Edwin Coq mitteilte. Die Angeklagten wurden in der vergangenen Woche bei dem Versuch festgenommen, 33 Kinder ausser Landes zu bringen.

Ihr Ziel soll es gewesen sein, die Kinder illegal an Adoptiveltern zu vermitteln. Die fünf Männer und fünf Frauen, baptistische Christen aus dem Staat Idaho, wiesen die Vorwürfe indes zurück und betonten, sie wollten für die Kinder ein Waisenhaus in der an Haiti angrenzenden Dominikanischen Republik errichten.

Kinder offenbar von armen Eltern weggegeben

Ministerpräsident Max Bellerive erklärte, möglicherweise hätten die US-Bürger angenommen, ihre wohltätige christliche Absicht würde es rechtfertigen, die Kinder ausser Landes zu bringen. US-Aussenministerin Hillary Clinton sagte, die Vorgehensweise sei unglücklich gewesen, was auch immer die Motive gewesen seien.

Die Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren sind derzeit in einem SOS-Kinderdorf in Port-au-Prince untergebracht. Bewohner des Dorfes Callebas sagten der Nachrichtenagentur AP, sie hätten den Missionaren die Kinder mitgegeben, weil sie sie selbst nicht ernähren könnten. Die Leiterin der christlichen Gruppe, Laura Silsby, hatte dagegen erklärt, die Kinder kämen aus Waisenhäusern oder seien von entfernten Verwandten übergeben worden.

Die haitianische Regierung hat alle Adoptionen gestoppt, die nicht schon vor dem Beben am 12. Januar eingeleitet waren. Zu gross ist die Befürchtung, dass verwaiste oder von ihren Familien getrennte Kinder jetzt mehr denn je in Gefahr sind, verschleppt und verkauft zu werden. Ohne Papiere und ohne jegliche Versuche, die Familie ausfindig zu machen, könnten sie für immer von Angehörigen getrennt werden, die willens und in der Lage wären, für sie zu sorgen. (oku/ddp)

Erstellt: 05.02.2010, 10:02 Uhr

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