Amerikanischer TV-Star über die Schweizer: «Sie sind alle grün»
Die Sendung «The O'Reilly Factor» gehört zu den meistgesehenen Fernsehshows der USA. Moderator Bill O'Reilly ist bekannt für seine rechts-konservativen Sichtweisen, seinen aggressiven Interviewstil und seinen Jähzorn. Regelmässig geisselt er die «linken Banditen», den aus seiner Sicht feigen Glauben an den rettenden Staat und den Verlust der traditionellen Werte. Sein erfolgreichstes Buch heisst denn auch «Culture Warrior» und ist ein Sachbuch über den Kampf für eine heile Gesellschaft.
Dieser Bill O'Reilly war nun in den Sommerferien in der Schweiz, wie er seine Zuschauer in der Sendung vom Sonntag wissen liess. Und er war begeistert: «Dieses Land ist die Nummer Eins, und das sieht man», schwärmte er. Der Konservative ist überzeugt, dass «unsere Politiker von den Schweizer lernen sollten». Aus den Worten des 60-Jährigen wird deutlich: Die Schweiz ist in seinen Augen das politische Paradies.
«12,5 Millionen Einwohner»
«Die Schweiz ist hinreissend. Sie hat 7,5 Millionen, oder vielmehr 12,5 Millionen Einwohner, 22 Prozent von ihnen sind im Ausland geboren, aber sie sind alle grün», schwärmte O'Reilly. «Ich bin hunderte Meilen gefahren und habe kein einziges Stück Abfall gesehen – die Schweiz ist das sauberste Land der Welt.» Untermalt werden die Worte des Talkmasters von Landschaftsbildern im Stil der Romantik.
Aber nicht nur das Umweltbewusstsein der Schweizer – O'Reilly verbrachte seine Tage hauptsächlich im Berner Oberland – hat den Talkmaster beeindruckt. Auch die liberale Politik ist anscheinend genau nach seinem Geschmack. Weder für die Krankenkassen noch für die Rente komme die Regierung auf, sondern die Bürger und teilweise die Unternehmen selber. Die Einkommenssteuer betrage maximal 40 Prozent, und somit nicht mehr als in den USA. Aber, anders als dort, gebe es kaum Armut in der Schweiz.
«Das Land funktioniert»
Ganz besonders schwärmt der Konservative für die Einwanderungspolitik: «Falls du ein Schweizer Bürger werden willst – ha, sie wollen dich nicht. Es dauert zwölf Jahre oder länger, und dann kannst du ohne Grund abgewiesen werden. Du schleichst dich rein – sie werfen dich postwendend raus.»
«Das Land funktioniert», schliesst O'Reilly, «und unsere Politiker sollten es studieren. Sie sollten ausserdem im Palace Hotel in Gstaad wohnen. Ein grossartiger Ort.» (oku)
Erstellt: 08.07.2009, 10:24 Uhr





