Amerikas Jagd nach den ganz schweren Jungs

«Most Wanted Fugitives» nennt das FBI die heisse Liste der schlimmsten Verbrecher. 493 Namen erhielten neben Osama Bin Laden bisher diese unrühmliche Ehre. Angefangen mit Thomas J. Holden.

1/6 Der Erste auf der Liste
Thomas Holden ermordete seine Ehefrau und deren zwei Brüder, raubte Banken aus und überfiel Postzüge.
FBI

   

Mitte März 1950 konnte Thoms J. Holden seinen Namen auf einer Liste der zehn Meistgesuchten lesen. Er figurierte an der Spitze, sozusagen die Nummer 1 aller Zeiten. Er ermordete seine Ehefrau und deren zwei Brüder, raubte Banken aus und überfiel Postzüge. Die erstmalige Publikation der Liste sollte helfen, Holden und weitere Schwerverbrecher aufzuspüren. Der Plan ging auf. Fünfzehn Monate später erkannte ein Bürger den Mann, dessen Foto er zuvor in der Lokalzeitung gesehen hatte. Er verständigte die Polizei, der Rest ist Geschichte.

Das Prinzip funktioniert bis heute. Von den 494 bisher Aufgelisteten konnten 94 Prozent gefasst werden. Das geht aus einer Dokumentation hervor, die das FBI aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums der Liste zusammengestellt hat. Die grösste Nummer der «Most Wanted Fugitives» ist natürlich Topterrorist und Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden. Er gehört zu den wenigen, die bisher nicht gefasst wurden. Dies, obwohl auf seinen Kopf 25 Millionen Dollar ausgesetzt sind. Bin Laden trägt die Nummer 465.

Acht Frauen

Unter den knapp 500 Gesuchten, die auf die Liste kamen, waren bisher nur acht Frauen. Und eine dabei noch zu unrecht. Der Afroamerikanerin Angela Davis wurde vorgeworfen, in Kalifornien in eine Schiesserei verwickelt gewesen zu sein. 1972 freigesprochen, ist sie heute Universitätsprofessorin. Ruth Eisemann-Schier, die Entführerin einer Millionenerbin, war 1968 die erste Frau, deren Name auf die Liste kam.

Den Anstoss für die Liste gegeben hatte James Donovan, ein Reporter der Nachrichtenagentur International News Service. Er wollte vom FBI wissen, wer die härtesten Burschen seien, auf die sie Jagd machten. Umgehend liess Edgar J. Hoover, der berühmte Behördendirektor, dem Journalisten zehn Namen übermitteln. Von Zeitungen im ganzen Land verbreitet, führte Donovans Bericht dazu, dass Hunderte Hinweise bei den Ermittlern eingingen. Hoover beschloss darauf, die Liste zur Institution zu machen.

Nur zwei Stunden auf der Liste

Am längsten verteidigte Donald Eugene Webb, Mörder eines Polizeichefs, seinen Platz auf der Liste. Nach 25 Jahren und 10 Monaten strich das FBI ihn 2007: Er wurde nie gefangen und es ist unklar, ob er überhaupt noch lebt. Am schnellsten gefasst wurde Billy Austin Bryant, der zwei FBI-Agenten erschoss. Um fünf Uhr in der Früh wurde er zu «most wanted» erklärt und um sieben geschnappt.

In den 50er-Jahren waren es vor allem Bankräuber und Einbrecher, die das FBI so verfolgte. In den 60ern verlagerte sich der Schwerpunkt auf radikale Aktivisten. In den 70er-Jahren figurierten Mafiabosse ganz oben, in den 80ern Drogenschmuggler. Ab den 90er-Jahren waren auch Terroristen unter den «Most Wanted Fugitives», so zum Beispiel Ramzi Yousef, der 1993 versuchte, das World Trade Center in Manhattan in die Luft zu sprengen.

Facebook und Twitter

Die Liste ist so populär, dass ihr Fox eigens eine gleichnamige Sendung widmet. Die Liste verschicken die FBI-Mitarbeiter mittlerweile auch über einen E-Mail-Verteiler und soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook. Rund 30'000 Twitter-Anhänger und knapp 19'000 Facebook-FBI-Fans verfolgen so jede Änderung der Liste. Für das iphone existiert eine App. Der ganz grosse Erfolg ist der «Most Wanted Fugitives»-Liste allerdings bisher verwehrt geblieben: die Ergreifung Osama Bin Ladens. (cpm)

Erstellt: 17.03.2010, 12:22 Uhr

Nahostverhandlungen

Kein Mann der leisen Töne

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Das New York Chinas


Best of Swiss Gastro

Voten Sie für Ihren Lieblingsgastro-Betrieb!

Bodenheizung in Ordnung?

Überprüfen Sie jetzt Ihre Fussbodenheizung auf Schäden.

Sommer- und Herbstausflüge

Profitieren Sie von besonders günstigen Ausflugsangeboten.

Hohe Ansprüche bei der Partnersuche

Märchenprinzen gibt es nicht! Wie Sie trotzdem dem passenden Partner finden, erklärt Ihnen ElitePartner.ch.

Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.


© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten