Amerikas Jagd nach den ganz schweren Jungs
Links
- Die Jubiläums-Publikation des FBI
- Die Liste und alle 494 Bilder der jemals Gesuchten
- Die derzeit Meistgesuchten
Artikel zum Thema
- «Er wird von uns getötet oder von seinen eigenen Leuten»
- Ist Osama Bin Ladens Terrorkasse leer?
- Der Mann, der Terroristen sein Gesicht gibt
Stichworte
Mitte März 1950 konnte Thoms J. Holden seinen Namen auf einer Liste der zehn Meistgesuchten lesen. Er figurierte an der Spitze, sozusagen die Nummer 1 aller Zeiten. Er ermordete seine Ehefrau und deren zwei Brüder, raubte Banken aus und überfiel Postzüge. Die erstmalige Publikation der Liste sollte helfen, Holden und weitere Schwerverbrecher aufzuspüren. Der Plan ging auf. Fünfzehn Monate später erkannte ein Bürger den Mann, dessen Foto er zuvor in der Lokalzeitung gesehen hatte. Er verständigte die Polizei, der Rest ist Geschichte.
Das Prinzip funktioniert bis heute. Von den 494 bisher Aufgelisteten konnten 94 Prozent gefasst werden. Das geht aus einer Dokumentation hervor, die das FBI aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums der Liste zusammengestellt hat. Die grösste Nummer der «Most Wanted Fugitives» ist natürlich Topterrorist und Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden. Er gehört zu den wenigen, die bisher nicht gefasst wurden. Dies, obwohl auf seinen Kopf 25 Millionen Dollar ausgesetzt sind. Bin Laden trägt die Nummer 465.
Acht Frauen
Unter den knapp 500 Gesuchten, die auf die Liste kamen, waren bisher nur acht Frauen. Und eine dabei noch zu unrecht. Der Afroamerikanerin Angela Davis wurde vorgeworfen, in Kalifornien in eine Schiesserei verwickelt gewesen zu sein. 1972 freigesprochen, ist sie heute Universitätsprofessorin. Ruth Eisemann-Schier, die Entführerin einer Millionenerbin, war 1968 die erste Frau, deren Name auf die Liste kam.
Den Anstoss für die Liste gegeben hatte James Donovan, ein Reporter der Nachrichtenagentur International News Service. Er wollte vom FBI wissen, wer die härtesten Burschen seien, auf die sie Jagd machten. Umgehend liess Edgar J. Hoover, der berühmte Behördendirektor, dem Journalisten zehn Namen übermitteln. Von Zeitungen im ganzen Land verbreitet, führte Donovans Bericht dazu, dass Hunderte Hinweise bei den Ermittlern eingingen. Hoover beschloss darauf, die Liste zur Institution zu machen.
Nur zwei Stunden auf der Liste
Am längsten verteidigte Donald Eugene Webb, Mörder eines Polizeichefs, seinen Platz auf der Liste. Nach 25 Jahren und 10 Monaten strich das FBI ihn 2007: Er wurde nie gefangen und es ist unklar, ob er überhaupt noch lebt. Am schnellsten gefasst wurde Billy Austin Bryant, der zwei FBI-Agenten erschoss. Um fünf Uhr in der Früh wurde er zu «most wanted» erklärt und um sieben geschnappt.
In den 50er-Jahren waren es vor allem Bankräuber und Einbrecher, die das FBI so verfolgte. In den 60ern verlagerte sich der Schwerpunkt auf radikale Aktivisten. In den 70er-Jahren figurierten Mafiabosse ganz oben, in den 80ern Drogenschmuggler. Ab den 90er-Jahren waren auch Terroristen unter den «Most Wanted Fugitives», so zum Beispiel Ramzi Yousef, der 1993 versuchte, das World Trade Center in Manhattan in die Luft zu sprengen.
Facebook und Twitter
Die Liste ist so populär, dass ihr Fox eigens eine gleichnamige Sendung widmet. Die Liste verschicken die FBI-Mitarbeiter mittlerweile auch über einen E-Mail-Verteiler und soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook. Rund 30'000 Twitter-Anhänger und knapp 19'000 Facebook-FBI-Fans verfolgen so jede Änderung der Liste. Für das iphone existiert eine App. Der ganz grosse Erfolg ist der «Most Wanted Fugitives»-Liste allerdings bisher verwehrt geblieben: die Ergreifung Osama Bin Ladens. (cpm)
Erstellt: 17.03.2010, 12:22 Uhr
Ausland
Nahostverhandlungen
Kein Mann der leisen Töne
Body Coach
-
Der BodyCoach hilft Ihnen, gesund und nachhaltig abzunehmen. Er stellt einen individuellen Ernährungsplan zusammen, erstellt Einkaufslisten, schlägt Rezepte vor und unterstützt Sie beim Training.
Meistgelesen in der Rubrik Ausland
Der neue Sonnenweg im Haslital
PublireportageDas New York Chinas
Hohe Ansprüche bei der Partnersuche
Märchenprinzen gibt es nicht! Wie Sie trotzdem dem passenden Partner finden, erklärt Ihnen ElitePartner.ch.







