Asyl in den USA – wegen «unchristlichem» Schulunterricht
Aktualisiert am 27.01.2010 14 Kommentare
Dies gab am Dienstag die Organisation Home School Defense Association bekannt, die sich für die Familie eingesetzt hatte. Damit können Uwe und Hannelore R. und ihre fünf Kinder in Tennessee bleiben, wo sie seit dem Jahr 2008 leben. Sie unterrichten ihre Kinder zu Hause. Die evangelikalen Christen vertreten die Ansicht, dass der deutsche Lehrplan gegen christliche Werte verstösst.
Ihren Asylantrag hatte die Familie damit begründet, dass sie wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt werde. «Während der letzten 10 bis 20 Jahre lief der Lehrplan in öffentlichen Schulen immer mehr christlichen Werten zuwider», begründete der Familienvater die Entscheidung, die Kinder lieber zu Hause zu unterrichten. In der Schule seien seine ältesten Kinder mit Gewalt, Schikanen und Druck von Gleichaltrigen konfrontiert worden.
Von der Polizei zur Schule gebracht
Im Oktober 2006 hatte die Polizei die Kinder zu Hause abgeholt und zur Schule gebracht. Ausschlaggebend für die Entscheidung der stammenden Familie aus Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg, ihre Heimat zu verlassen, war nach Worten des Vaters ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im November 2007. Demnach können die Sozialämter in schweren Fällen Eltern ihre Kinder wegnehmen. Nach diesem Urteil «wussten wir, dass wir das Land verlassen mussten», erklärte der Vater.
Die amerikanische Regierung kann gegen das am Dienstag veröffentlichte Urteil noch Einsprache erheben. Ein Sprecher der Einwanderungsbehörde wollte zu dem Urteil zunächst allerdings keine Stellung nehmen.
Auswirkungen auf Meinung in Deutschland?
Die Familie wurde in ihrem Asylverfahren von der Home School Defense Association unterstützt, die sich für das Recht auf Heimunterricht stark macht. Ihr Vorsitzender Mike Donelly erklärte, man hoffe, dass das Urteil nun die öffentliche Meinung in Deutschland beeinflusse. Das sei auch ein Teil der Gründe dafür gewesen, der deutschen Familie Rechtsbeistand anzubieten.
Der deutsche Konsul für den Südosten der USA, Lutz Gorgens, ging in einer Erklärung nicht direkt auf das Urteil ein. Er betonte jedoch, Eltern in Deutschland hätten eine grosse Bandbreite von Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder. Es gebe öffentliche und private Schulen und auch solche mit alternativen Lehrplänen wie Waldorf- und Montessori-Schulen. Die allgemeine Schulpflicht garantiere einen hohen Bildungsstandard für alle Kinder. (raa/ddp)
Erstellt: 27.01.2010, 10:32 Uhr
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14 Kommentare
"George.Kreis"@ Es geht nicht ums Missionieren, aber es wäre gut, wenn unsere Jugend in der Schule lernte, auf welchen Grundlagen unsere Kultur fusst, und dazu gehört eben auch das Christentum. Die Landeskirchen leisten das schon lange nicht mehr hinreichend. Antworten
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