BP setzt neue Kappe auf Bohrloch
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Der 40-Tonnen-Aufsatz in einer Tiefe von etwa 1,6 Kilometern werde nun am Dienstag getestet, kündigte der britische Energiekonzern an. Im Idealfall kann die Kappe den Austritt des Öls ganz stoppen oder zumindest so weit eindämmen, dass es von Schiffen an der Oberfläche vollständig abgepumpt werden kann. Damit würde zum ersten Mal seit dem Unglück auf der Plattform «Deepwater Horizon» im April kein Öl mehr ins Meer fliessen.
Allerdings betonte BP, (BPAM 5.073 -0.47%) dass ein Erfolg keineswegs sicher sei. Die Kappe sei noch nie unter solchen Bedingungen oder in diesen Tiefen eingesetzt worden, hiess es in einer Erklärung. Videoaufnahmen zeigten am Montagabend (Ortszeit), wie der riesige Zylinder langsam auf das Leck in 1500 Meter Tiefe gesenkt wurde. Küstenwachen-Admiral Thad Allen, der von US-Präsident Barack Obama ernannte Einsatzleiter, sprach von «entscheidendem Fortschritt».
Die neue «Operation Top Hat 10» sei ein deutlicher Fortschritt zur Deckel-Variante, die seit Wochen im Einsatz ist und nur locker auf dem Bohrloch sitzt. Diese bisherige Kappe kann nur einen Bruchteil des ausströmenden Rohöls aufhalten.
Endgültige Lösung im August
Auf eine endgültige Lösung muss voraussichtlich bis Mitte August gewartet werden. Auch wenn die Operation «Top Hat 10» mit einem Erfolg endet, werde BP zwei Entlastungsbohrungen zum Ursprung der Quelle tief im Meeresgrund fortsetzen, sagte BP-Topmanager Doug Suttles. Dort solle das Steigrohr mit Schlamm und Zement verschlossen werden.
In der Vergangenheit waren diverse Rettungsversuche gescheitert. Seit der Explosion und dem Untergang auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» vor elf Wochen fliessen Tag für Tag schätzungsweise 8200 Tonnen Rohöl ins Meer. Die US-Golfküste ist streckenweise verseucht. Es handelt sich um die schwerste Ölpest in der US-Geschichte.
Erneuter Moratorium-Versuch
Als Konsequenz der Katastrophe hat die US-Regierung am Montag ein erneutes Moratorium für Tiefseebohrungen erlassen. US-Innenminister Ken Salazar erklärte in Washington, es werde bis zum 30. November keine weiteren Tiefseebohrungen geben.
Dies sei «notwendig und angemessen», um die Bevölkerung, die Küstenregion und die Natur am Golf von Mexiko vor den Risiken solcher Förderungen zu schützen. Als Begründung führte Salazar an, dass es der Industrie bislang nicht gelungen sei, die Ende April verursachte Ölpest in den Griff zu bekommen.
Zuvor war die Regierung mit einem ersten sechsmonatigen Verbot in zwei Gerichtsinstanzen gescheitert. Die Richter bemängelten, der Schritt sei nicht ausreichend begründet. Gegen die staatlich verhängte Zwangspause waren Vertreter der Ölbranche vor Gericht gezogen. Die Ölindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Von dem Bohrstopp sind 33 Ölquellen im Golf von Mexiko betroffen. (jak/sda)
Erstellt: 13.07.2010, 07:03 Uhr
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