Ban Ki-moon in der eingestürzten Uno-Zentrale auf Haiti
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Nach dem Jahrhundert-Erdbeben kämpfen Millionen Menschen ums Überleben und warten auf Wasser, Lebensmittel und Medikamente. Die Regierung rief inzwischen den Notstand im aus. Der Ausnahmezustand gelte bis Ende Januar, teilte ein haitianischer Minister am Sonntag in der Hauptstadt Port-au-Prince mit. Zudem gelte für den Zeitraum von einem Monat eine nationale Staatstrauer.
Nach Angaben der Polizei wurde in verschiedenen Teilen von Port-au-Prince auf Menschen geschossen. Die Polizei hielt Menschen davon ab in die Innenstadt zu gehen.
Auch Süden und Westen
Das Ausmass der Katastrophe wurde unterdessen immer deutlicher: Neben der zerstörten Hauptstadt sind auch der Süden und Westen des bitterarmen Karibikstaats verwüstet. Die Vereinten Nationen sprachen von der schlimmsten Katastrophe in ihrer Geschichte.
Noch Überlebende zu finden, wurde immer unwahrscheinlicher. Trotzdem geschehen noch Wunder: Am Sonntag zog ein israelisches Rettungsteam in Port-au-Prince einen Verschütteten nach 125 Stunden unter Trümmern hervor.
Möglicherweise 200'000 Tote
Der für die militärischen Hilfsgüter-Transporte zuständige US-General Ken Keen hält es für möglich, dass 200'000 Menschen ums Leben gekommen sind. In einem Fernsehinterview sagte Keen: «Wir werden uns auf das Schlimmste gefasst machen müssen.»
Haitis Regierung ging bisher davon aus, dass bei dem Beben der Stärke 7,0 vom Dienstag möglicherweise mehr als 100'000 Menschen starben. Nach Angaben des Ministers wurden bisher 70'000 Leichen in Massengräbern beigesetzt.
Der toten Uno-Mitarbeiter gedenken
Am Sonntag traf Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon in Haiti ein ein. Er wollte mit Präsident Préval sprechen und vor den Trümmern des Christopher Hotels, des früheren Uno-Hauptquartiers in der Hauptstadt Port-au-Prince, der toten und vermissten Uno-Mitarbeiter gedenken. (cpm/sda)
Erstellt: 18.01.2010, 08:27 Uhr
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