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Beunruhigende Nachrichten aus Libyen

Aktualisiert am 03.02.2012 6 Kommentare

Ghadhafi-Anhängern geht es schlecht seit dem Tod des Machthabers. Nun wurde bekannt, dass der ehemalige Frankreich-Botschafter des Landes möglicherweise zu Tode gefoltert wurde.

Den Milizen ausgeliefert: Ein Kind in einem Flüchtlingslager für verfolgte Ghadhafi-Anhänger in Bengasi. (31. Januar 2012)

Den Milizen ausgeliefert: Ein Kind in einem Flüchtlingslager für verfolgte Ghadhafi-Anhänger in Bengasi. (31. Januar 2012)
Bild: Reuters

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Libyen nach Ghadhafi

Libyen nach Ghadhafi
Wahlen, Hoffnung und eine neue Freiheit, aber auch Gewalt, Waffenschwemme und Selbstjustiz: Libyen nach dem Tod des Herrschers.

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In Libyen mehren sich die Hinweise auf Folterungen von Anhängern des getöteten Machthabers Muammar al-Ghadhafi. Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) warf heute libyschen Milizionären vor, den ehemaligen Frankreich-Botschafter des Landes zu Tode gefoltert zu haben.

Omar Brebesch sei am 19. Januar in Tripolis festgenommen worden. Die Leiche des 62-Jährigen habe am folgenden Tag im 100 Kilometer entfernten Sintan im Spital gelegen. Eine erste Untersuchung habe unter anderem gebrochene Rippen, Schnittwunden und offenbar auch ausgerissene Zehennägel offenbart.

Brebeschs Sohn Siad sagte HRW, sein Vater habe in Ermittlungen der Al-Schohada-Aschura-Miliz eingewilligt. Die Milizen im Land müssten endlich zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Siad. Die Aschura-Miliz selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Untersuchung angekündigt

Gestern hat nach Berichten über Folter in libyschen Gefängnissen die Regierung des Landes eine Untersuchung angekündigt. Justizminister Ali Hamida Aschur sagte, die Verantwortlichen würden vor Gericht gestellt.

Zugleich übernahm sein Ministerium von ehemaligen Rebellen die Kontrolle über ein Gefängnis in einem Vorort der Hauptstadt Tripolis mit rund 1500 Häftlingen, die meisten von ihnen Anhänger des gestürzten Machthabers Muammar al-Ghadhafi.

Aschurs Angaben zufolge befanden sich die von den Folter-Vorwürfen betroffenen Gefängnisse überwiegend nicht unter der Kontrolle der Regierung. Wieviele Gefängnisse von Milizen kontrolliert werden, konnte der Minister nicht sagen.

Gefängnisse von Milizen geführt

Vergangene Woche hatten die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtet, Folter und Misshandlung seien in von Militär- und Sicherheitskräften sowie von bewaffneten Milizen geführten Gefängnissen weit verbreitet.

Demnach trafen Mitarbeiter der Organisationen Gefangene in den Grossstädten Tripolis und Misrata sowie in kleineren Städten wie Gharijan, die deutliche Zeichen von erst kürzlich erlittener Folter aufwiesen. Ärzte ohne Grenzen beendete darauf die Arbeit in der Küstenstadt Misrata.

(kle/sda)

Erstellt: 03.02.2012, 23:15 Uhr

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6 Kommentare

Rudolf Kupper

04.02.2012, 07:08 Uhr
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Weshalb gibt's keine UN-Resolution gegen die neue Gewalt in Libyen, weshalb schweigen die "Befreier", Frankreich, England und die ganze Erdöllobby, in deren Mund das Wort "Demokratie" zum Synonym von "willfähriges, korruptes Regime im Dienste der Westmächte" verkommt? Antworten


Rene Rey

04.02.2012, 05:25 Uhr
Melden 13 Empfehlung

In diesen Arabischen Revolutionen scheint ein Ungeheuer von einem anderen abgeloest zu werden. Vielleicht habe die Russen und Chinesen Recht, in Syrien nicht mitzumachen. In Aegypten stinkts weiter, Mubarak hatte wenigstens dieses Land unter Kontrolle, und jetzt kann man nicht einmal mehr ohne Lebensgefahr an einen Fussball Match gehen. Vielleicht waren diese Diktatoren gar nicht so schlecht. Antworten



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