Bolzte TV-Moderator seine Quoten mit Morden?
Auch als Politiker aktiv: Wallace Souza.
Wallace Souza ist nicht nur ein konservativer Politiker, der bis vor kurzem im Parlament sass. Der Mann, der früher bei der Polizei arbeitete und dort entlassen worden war, ist auch bekannter Moderator der Verbrechensshow «Canal Livre». Nun aber ist er tief gefallen und wird vor Gericht gezerrt. Denn die Untersuchungsbehörden werfen ihm vor, am organisierten Verbrechen beteiligt zu sein. Er soll im Waffenhandel aktiv gewesen sein.
Besonders schockiert ist die brasilianische Öffentlichkeit, dass Souza sechs Morde selbst in Auftrag gegeben haben soll, um die Einschaltquoten seiner TV-Show zu steigern. Der Polizei ist mehrmals aufgefallen, dass Souzas Mannschaft vor ihr an Tatorten aufgetaucht ist. Und das hat sie nun letztlich auf die Spur gebracht. «Er hat die Fakten konstruiert», so ein Sprecher.
Geld ohne Deklaration sichergestellt
Inzwischen wurden 15 Mittäter verhaftet. Unter ihnen befinden sich auch Souzas Sohn, sowie ein ehemaliger Polizist. Der hat nun offenbar bereits gegen den TV-Mann ausgesagt und von einem Auftragsmord gesprochen. Auch wurden in Souzas Haus umgerechnet rund 200'000 Franken sichergestellt, über deren Herkunft der Ex-Politiker und TV-Mann keine genauen Angaben machen kann.
Die Behörden glauben zudem, dass Souza mit seiner Gang die Öffentlichkeit verunsichern wollte. Er habe damit erreichen wollen, dass er wieder ein hohes politisches Amt bekommt und so das organisierte Verbrechen kontrollieren könne.
Souza selbst weist alle Vorwürfe weit von sich und spricht von einem «Komplott» gegen ihn. (se)
Erstellt: 12.08.2009, 19:54 Uhr

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