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Castro beschneidet sein Reich

Aktualisiert am 13.09.2010

Das kubanische Modell schien jahrzehntelang wie in Stein gemeisselt. Nun zwingt die Wirtschaftskrise die Regierung zu einem radikalen Schnitt. Ein Reich zerbröckelt.

1/11 Müssen das staatliche Wirtschaftsmodell neu überdenken: Fidel (links) und sein Bruder Raúl Castro.

   

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Vor 51 Jahren übernahm Fidel Castro die Macht auf Kuba

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Kuba steht eine Entlassungswelle ohne Beispiel bevor: Im kommenden Jahr möchte die Regierung um Staatspräsident Raúl Castro mehr als 500'000 Beschäftigte aus Ministerien und Staatsbetrieben entlassen. Wie die Zentrale Gewerkschaft der Arbeiter Kubas (CTC) am Montag in ihrem Wochenblatt «Trabajadores »mitteilte, würde dies jeder zehnte staatlich Beschäftigte betreffen.

So erhoffe sich die sozialistische Führung durch die Entlassungswelle eine Steigerung der Produktivität in der schwächelnden Planwirtschaft. Die aufgeblasenen staatlichen Apparate seien kontraproduktiv, erzeugen schlechte Gewohnheiten und deformieren das Verhalten der Arbeiter, liess die Führung um Castro mitteilen.

Mehr Arbeiter in die Privatwirtschaft

Reformen sollten sicherstellen, dass die Beschäftigten leichter in der Privatwirtschaft unterkommen, erklärte die Kubanische Arbeitervereinigung am Montag.

Staatschef Raúl Castro hatte an Ostern angekündigt, etwa jeder fünfte Beschäftigte in Behörden und Staatsbetrieben - insgesamt eine Million Mitarbeiter - werde möglicherweise nicht gebraucht.

Der Staat könne und dürfe nicht länger Betriebe und Produktionseinheiten mit aufgeblasenen Gehaltslisten unterstützen, hiess es in der in staatlichen Medien veröffentlichten Erklärung der einzigen Gewerkschaft Kubas. Verluste schadeten der Wirtschaft, «schaffen schlechte Gewohnheiten und deformieren das Verhalten der Arbeiter».

Leistungslohn wird angestrebt

Stattdessen sollten die Kubaner bald nach Leistung bezahlt werden. Die Regierung will den Angaben zufolge Beschränkungen für private Unternehmen lockern, um die Arbeitssuche der Entlassenen zu unterstützen.

Fidel Castro hatte zuletzt für Aufruhr gesorgt, als er öffentlich das kubanische Modell kritisierte: «Es funktioniert nicht mehr – nicht einmal mehr für uns», liess der ehemalige Revolutionsführer verlauten. (mrs/dapd)

Erstellt: 13.09.2010, 22:24 Uhr

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