«Da dreht sich Alfred Nobel doch im Grabe um!»
Von Roman Weber, Stephanie Hess, Jan Knüsel. Aktualisiert am 09.10.2009 37 Kommentare
Ob er sich gefreut hätte? Alfred Nobel. (Bild: Keystone)
«Muss man für diesen Preis nur gut quatschen können oder braucht man dazu auch einen Leistungsausweis?», fragt Alveric Vollenweider auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet und trifft damit für die meisten Leser direkt ins Schwarze. Wenn Visionen alleine genügten dann sei der Nobelpreis nicht mehr wert, als das Papier auf dem er gedruckt werde, meint Siegfried Klevinghaus.
Der Tenor ist klar: Nach neun Monaten Amtszeit – so glauben viele Leser – kann der Präsident noch keine Taten vollbracht haben, die einen Nobelpreis rechtfertigen würden. «Da dreht sich Alfred Nobel doch im Grabe um» ist das Fazit von Adrian Hauser.
Tatsächlich macht das Nobelpreiskomitee in seiner Begründung deutlich, dass es bei der diesjährigen Verleihung um die Vision und nicht die Würdigung historischer Leistungen geht. Das ist kein Novum: Auch Bürgerrechtler Martin Luther King ist für seine Vision und seinen friedlichen Einsatz für ein gleichberechtigtes Amerika mit dem Friedenspreis ausgezeichnet worden. Darin steckte ebenso viel Symbolik, die schliesslich aufgegangen ist. Denn Obama ist gewissermassen das Kind seiner Politik.
Ein wichtiges und willkommenes Signal
Einige Leserinnen und Leser sehen denn auch die Wahl Obamas als zukunftsweisende und politisch wichtige Entscheidung. «Der schlechteste Entscheid wars aus meiner Sicht nicht», schreibt Ronnie König und wirft ausserdem die Frage auf: Vielleicht sei die die Vergabe des Nobelpreises auch ein Kredit gewesen, um Frieden in den Nahen Osten zubringen? Der Nobelpreis als ein Belohnung für eine Politik, die in eine friedvolle Zukunft weist? Dran glaubt auch Kommentarschreiber Markus Niederberger. «Ja, es ist früh. Aber das Signal, das das Komitee damit sendet ist wichtig und willkommen.» Auch Peter Rossi findet die Erwählung Obamas sehr gut und weitsichtig. «Keiner hat in so kurzer Zeit und in diesem derart schwierigen Umfeld den Menschen in allen Erdteilen und Kulturen glaubhaft mehr Hoffnung gegeben.»
Jetzt, so fordern die Leser, sollen diesem Entscheid jedoch Taten folgen. «Nun müssen die USA die Atomwaffen auch wirklich substantiell abbauen und die Truppen in den islamischen Ländern tatsächlich abziehen», schreibt Beat Keller. Erst dann könne man von echten Friedensbemühungen reden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.10.2009, 15:08 Uhr
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37 Kommentare
Zum Glück ist die Wahl der Nobelpreisträger keine demokratische Angelegenheit, wo der Mehrheitsfähigste Kandidat gewinnt. Der Effekt, den das Komitee mit dieser Wahl hervorruft könnten für die Allgemeinheit und den Frieden auf der Welt nicht wertvoller sein. Wenn sich A. Nobel dieser Tage im Grab umdreht, dann aus Abscheu vor Scheinwissenschaft, wegen dem ungeheuerlichen sogenanten "wirtschaftsNP" Antworten
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