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Der Falke der US-Ökonomie

Von Nikolaus Piper, New York. Aktualisiert am 05.11.2010 3 Kommentare

Thomas Hoenig opponierte gegen die Geldpolitik der US-Notenbank – wieder mal war er der einzige Warner im zuständigen Ausschuss.

Unermüdlicher Warner : Thomas Hoenig, Chef der US-Zentralbankfiliale von Kansas City.

Unermüdlicher Warner : Thomas Hoenig, Chef der US-Zentralbankfiliale von Kansas City.
Bild: Reuters

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Kritik an der Zinspolitik des US-Notenbankchefs: Der 56-jährige Ökonom Ben Bernanke folgte im Februar 2006 auf Alan Greenspan.

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Thomas Hoenig stand erneut alleine da. Als Einziger stimmte der Chef der Notenbank-Filiale von Kansas City am Mittwoch gegen den Entscheid der US-Währungshüter. Seine Kritik: Die zusätzlichen Risiken der Massnahme seien zu hoch. Die Notenbank werde damit bloss die Inflation anheizen und Gefahr laufen, «die Wirtschaft zu destabilisieren».

Beissende Kritik

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Hoenig ganz alleine gegen Notenbankchef Ben Bernanke stellt und anders als seine Kollegen und Kolleginnen im Offenmarktausschuss stimmt. Der 64-Jährige gilt als Falke – als Ökonom, dessen Ruf sich vor allem darauf gründet, früher als andere vor Inflation zu warnen.

Deutlich wurde dies im vergangenen September, als Hoenig erklärte: «Das gegenwärtig hohe Niveau der Arbeitslosigkeit ist nicht durch hohe Zinsen verursacht, sondern durch eine lange Periode ausserordentlich niedriger Zinsen zu Beginn des Jahrzehnts, die zur Immobilienblase, deren Platzen und der anschliessenden Rezession geführt haben.»

Dies war nicht nur eine beissende Kritik am früheren Notenbankchef Alan Greenspan, sondern auch an dessen Nachfolger Bernanke, der Greenspans Kurs stets mitgetragen hatte. Hoenig plädierte dafür, den Leitzins von derzeit 0 bis 0,25 Prozent auf 1 Prozent zu erhöhen und dann die weitere Entwicklung abzuwarten.

Mehr Lohn als Bernanke

Thomas Hoenig ist ein Kind des Mittleren Westens und hat seine Heimat nie für längere Zeit verlassen. Er wurde in Fort Madison geboren, einem Kaff in der Südwestecke des Bundesstaats Iowa. Sein Studium begann er in Atchison (Kansas), und er schloss als Ökonom an der Staatsuniversität von Iowa ab. Bereits 1973 heuerte er bei der Federal Reserve Bank in Kansas City in der Abteilung für Bankenaufsicht an. Sein Aufstieg war langsam, aber stetig und endete 1991 mit der Ernennung zum Präsidenten der Kansas City Fed.

Er ist damit inzwischen das dienstälteste Mitglied des Offenmarktausschusses – und verdient deutlich mehr als Notenbankchef Bernanke. Laut Fed-Statistik erhält Hoenig 374 000 Dollar im Jahr, Bernanke 199 700 Dollar. Der Grund: Die amerikanischen Landeszentralbanken sind formal private Institutionen – die US-Fed ist dagegen eine Behörde, deren Gehälter gesetzlich geregelt werden.

Der Gastgeber der Elite

Hoenigs Einfluss ergibt sich aus seiner langen Amtszeit, seinen eindeutigen Positionen zur Inflation, aber auch aus seiner Rolle als Gastgeber des «Ökonomischen Symposiums». Zu diesem Anlass der Kansas City Fed kommt alljährlich im August die Elite der internationalen Geldpolitik nach Jackson Hole (Wyoming).

Vor zwei Wochen machte Hoenig seine Opposition zu Bernanke noch einmal in aller Schärfe deutlich. Die Politik der Geldmengenausweitung könne zu «Fehlallokation» und «Ungleichgewichten» führen und sogar die Unabhängigkeit der Fed gefährden, sagte er bei einer Rede in Denver.

Man dürfe nicht die Fehler der Rezessionen von 1991 und 2001 wiederholen. Die lockere Geldpolitik damals habe die folgenden Spekulationsblasen verursacht. «Wenn wir die Zinsen erneut zu lange zu niedrig lassen, werden wir höchstwahrscheinlich dieselben Konsequenzen erleiden.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.11.2010, 10:42 Uhr

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3 Kommentare

Hans Bauer

05.11.2010, 11:46 Uhr
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Tataaa... Hoenig bringt sich in Position für das Amt als Chairman und das seit geraumer Zeit. Verdient hätte er es... Dieses QE verlängert nur das Drama und die längst fällige Bereinigung.. Die Märkte sollten dem Fed folgen und nicht vice versa... Antworten


Kurt Vetterli

05.11.2010, 14:15 Uhr
Melden

Auch die Schweiz hatte ein solches Mitglied in der SNB das an jeder Ecke Inflation sah. Markus Lusser. Fatal für die Schweiz war jedoch, dass er von 1988-1996 auch Präsident der SNB war und in dieser Zeit eine Geldpolitik konsequent auf Inflationsbekämpfung fuhr. Das Resultat für die Wirtschaft der CH für diese Zeit war alles andere als erfolgreich. Antworten



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