Der Polanski-Jäger

Aktualisiert am 30.09.2009

Steve Cooley, Oberstaatsanwalt von Los Angeles, will den Regisseur Roman Polanski vor Gericht bringen. Er ist ein Verfechter von «Law & Order», was auch schon andere Stars zu spüren bekommen haben.

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Ihm drohte immer bei Einreise in die USA Gefängnis: Roman Polanski. Jetzt wurde er in der Schweiz verhaftet. Der Regisseur erschuf internationale Leinwand-Klassiker, darunter «Ekel» (1965 mit Catherine Deneuve), «Tanz der Vampire» (1967), «Rosemary's Baby» (1968), «Chinatown» (1974), «Frantic» (1988) und 2002 der Alterserfolg «Der Pianist».
Bild: Keystone

   
Seit Jahrzehnten verfolgt er Roman Polanski: Steve Cooley.

Seit Jahrzehnten verfolgt er Roman Polanski: Steve Cooley.

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Die Verhaftung des Starregisseurs Roman Polanski in der Schweiz dürfte einen Mann besonders freuen. Der Mann heisst Steve Cooley und ist seit neun Jahren Oberstaatsanwalt von Los Angeles. Cooley ist der oberste Strafverfolger von Polanski, der im Jahr 1977 ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigte. Bereits als einfacher Staatsanwalt bearbeitete er den Fall Polanski. Nach über drei Jahrzehnten ist Cooley seinem Ziel sehr nahe gekommen. «Polanski hat sich 31 Jahre seiner gerechten Strafe entzogen. Jetzt kann das Gesetz durchgesetzt werden», sagte Cooley laut Medienberichten, nachdem er von der Festnahme Polanskis erfahren hatte.

Steve Cooley gilt als harter Verfechter von «Law & Order». Im Jahr 2000 wählten ihn die Kalifornier zum Oberstaatsanwalt von Los Angeles. Wenige Jahre, nachdem die Staatsanwaltschaft ein Fiasko im Mordprozess gegen O.J. Simpson erlebte hatte, setzte Cooley alles daran, der Strafverfolgungsbehörde Respekt zu verschaffen. Und er scheute sich auch sonst nicht vor unbequemen Verfahren oder grossen Namen. So brachte er vor sieben Jahren die Schauspielerin Winona Ryder vor Gericht. Der Hollywood-Star wurde schliesslich wegen Ladendiebstahls zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe und gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Und in einem aufsehenerregenden Prozess klagte Cooley einen weissen Polizisten an, der einen schwarzen Jugendlichen misshandelt hatte.

Spezialisten für Auslieferungsverfahren

Cooley hat auch ein Gespür für populistische Anliegen. Auf sein Drängen hin setzte Kalifornien das benachbarte Mexiko unter Druck. Bis Mexiko eigene Bürger auslieferte, die in Kalifornien schwere Verbrechen begangen hatten. Cooley ist Chef einer mächtigen Strafverfolgungsbehörde mit 1000 Staatsanwälten, 800 Verwaltungsmitarbeitern und einem Budget von 350 Millionen Dollar. Laut Medienberichten gehören die Staatsanwälte von LA zu den Besten der USA, wenn es um Auslieferungsverfahren geht.

Im Wissen, dass Roman Polanski vom Zürcher Filmfestival eingeladen worden war, erliessen die amerikanischen Strafverfolger nicht nur einen Haftbefehl zuhanden der Schweizer Behörden, sie stellten auch vorsorglich einen formellen Antrag auf Auslieferung. In den USA droht dem französisch-polnischen Filmemacher eine Haftstrafe von bis zu 50 Jahren. Oberstaatsanwalt Cooley sagt nicht, was für ein Strafmass er bei einem Prozess beantragen wird. Gemäss Medienberichten deutet er aber Härte an. Nebst der Vergewaltigung eines Kindes müsse auch die Flucht berücksichtigt werden. (vin)

Erstellt: 30.09.2009, 14:17 Uhr

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