Ausland

«Der jahrzehntelange Krieg gegen die Drogen ist verloren»

Aktualisiert am 02.06.2011

Ein hochkarätig besetztes Gremium aus ehemaligen Politikern, Geschäftsleuten und Schriftstellern hält den weltweiten Kampf gegen Drogen für gescheitert. Es gebe nur eine Lösung für das Problem.

Ein Berg voller Probleme: Beschlagnahmte Drogen werden in Panama City verbrannt.

Ein Berg voller Probleme: Beschlagnahmte Drogen werden in Panama City verbrannt.
Bild: Keystone

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In einem Bericht, den die Global Commission on Drug Policy heute veröffentlicht, heisst es: «Der jahrzehntelange Krieg gegen die Drogen ist verloren und hat verheerende Folgen für Menschen rund um die Welt» Dem 19-köpfigen Gremium gehören unter anderen der ehemalige UNO- Generalsekretär Kofi Annan, der ehemalige US-Notenbankchef Paul Volcker, der britische Unternehmer Richard Branson und der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa an.

«Die politischen Führer sollten den Mut haben, öffentlich zu äussern, was viele von ihnen sich privat längst eingestanden haben: Repressive Strategien werden das Drogenproblem nicht lösen und der Krieg gegen die Drogen kann nicht gewonnen werden», heisst es in dem Bericht der Kommission.

Statt Drogenabhängige strafrechtlich zu verfolgen, sollten Regierungen den Drogenmissbrauch entkriminalisieren, legale Modellversuche starten und die Behandlungsangebote für Süchtige verbessern, rät das Gremium.

Offener Brief

Gleichzeitig forderten Rockstar Sting, die Schauspielerin Judi Dench und andere britische Prominente in einem heute veröffentlichten offenen Brief Premierminister David Cameron auf, die bisherige Drogenpolitik zu überdenken. Wer mit Rauschgift für den persönlichen Konsum erwischt werde, solle künftig nur ein Bussgeld zahlen, ohne einen Eintrag ins Vorstrafenregister zu bekommen. Die bisherige Praxis, die den Konsum und den Besitz von Drogen unter Strafe stelle, sei «gescheitert», heisst es in dem Brief.

Sie führe letztlich nur zur gesellschaftlichen Ausgrenzung von Drogenabhängigen. Unter den Unterzeichnern des Briefs sind neben Sting und Dench auch der Unternehmer Richard Branson, der mit der Plattenfirma Virgin und einer Fluggesellschaft Milliarden machte, sowie drei frühere Polizeichefs.

(jak/sda)

Erstellt: 02.06.2011, 09:01 Uhr


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