Ausland

Die Mafia holzt den Regenwald ab

Aktualisiert am 28.09.2012 19 Kommentare

Bis zu neunzig Prozent der Abholzung in manchen Tropenländern geht auf das Konto Organisierter Kriminalität. Bis zu 100 Milliarden Dollar gibt es daran jährlich zu verdienen.

Die Abholzung beschleunigt auch den Klimawandel: Gerodete Urwaldfläche in Brasilien. (Archivbild Keystone)

Die Abholzung beschleunigt auch den Klimawandel: Gerodete Urwaldfläche in Brasilien. (Archivbild Keystone)

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In einigen Tropenländern gehen bis zu 90 Prozent der Abholzung auf das Konto Organisierter Kriminalität. Das berichteten das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und die internationale Polizeiorganisation Interpol auf einer Konferenz in Rom.

Ihrem Report zufolge gefährden die Täter durch das illegale Fällen der Wälder den Kampf gegen Klimawandel und Armut sowie den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt. Nach Angaben von Interpol kam es in diesem Zusammenhang sogar zu Verbrechen wie Mord, Gewalt und «Gräueltaten» gegen die in den Wäldern lebenden Einheimischen.

Interpol fordert internationale Verfolgung

Der Generalsekretär von Interpol, Ronald Noble, forderte eine «starke, effektive und bahnbrechende internationale Strafverfolgung» der Kriminellen – solche Verbrechen könnten sogar die Stabilität und die Sicherheit eines Landes gefährden.

Betroffen von der illegalen Abholzung sind demnach beispielsweise das Amazonasgebiet, Zentralafrika und Süd-Ost-Asien.

Instrument gegen Klimawandel

Der Kampf gegen die Abholzung der Regenwälder ist eines der wichtigsten Instrumente gegen den Klimawandel. Tropenwälder sind ein bedeutender CO2-Speicher, rund 17 Prozent des Ausstosses von Treibhausgasen geht auf die Rodung von Tropenwäldern zurück.

Das illegale Fällen der Bäume ist aber ein lukratives Geschäft, mit dem laut dem Bericht jedes Jahr zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar umgesetzt werden.

Durch die illegale Abholzung würden unter anderem Schutzmassnahmen wie das sogenannte Redd-Programm untergraben, bei denen Ländern für den Schutz ihrer Wälder Geld gezahlt wird, heisst es in dem Bericht. Das System laufe ins Leere, wenn die Bewohner der Tropengebiete mit dem illegalen Bäumefällen mehr Geld verdienten als über die Zahlung der Mittel aus dem Redd-Topf hereinkomme.

Die illegalen Holzfäller agieren laut dem Bericht zudem immer professioneller. Nicht nur würden Bestechungsgelder gezahlt, um Genehmigungen für das Bäumefällen zu erhalten; es würden auch Internetseiten von Behörden gehackt, um die Holzmenge zu erhöhen, die für das Abholzen freigegeben wurde.

Das Problem dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, warnen Unep und Interpol, angetrieben etwa von China dürfte die Nachfrage nach Holz bis 2020 um 70 Prozent wachsen.

(mw/sda)

Erstellt: 28.09.2012, 07:41 Uhr

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19 Kommentare

paul rickenbacher

28.09.2012, 00:30 Uhr
Melden 219 Empfehlung 16

Wenn der letzte Baum gefaellt,der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist,dann wird der weisse Mann sehen,dass man Geld nicht essen kann.(Geronimo Haeuptling der Apachen 1898) Antworten


Guido Singenberger

28.09.2012, 00:16 Uhr
Melden 84 Empfehlung 1

Die Hintermänner sind Staatsleute.! Antworten



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