Die erfolgreichste Waffenhändlerin der Geschichte

Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 21.09.2010 32 Kommentare

Die Golfstaaten wollen für 123 Milliarden Dollar Rüstungsgüter kaufen. Die riesigen Deals sind nicht zufälligerweise jetzt ein Thema, da Hillary Clinton die Aussenministerin der USA ist.

1/6 Kurbelt die Waffenverkäufe an: Hillary Clinton.
Bild: Reuters

   

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Hillary Clinton, die Unbeschadete

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In den amerikanischen Medien kursiert das Gerücht, dass Clinton für die Präsidentschaftswahl 2012 eine Rochade mit Vize-Präsident Joe Biden anvisiert.

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Die arabischen Golfstaaten sind massiv am Aufrüsten. Sie wollen in den USA Rüstungsgüter für schätzungsweise 123 Milliarden Dollar bestellen, um in der Region ein Bollwerk gegen den Iran zu errichten. Allein Saudiarabien hat für 67 Milliarden Dollar Rüstungsgüter bestellt. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben laut «Financial Times» Verträge für militärische Ausrüstung im Wert von 35 bis 40 Milliarden Dollar unterzeichnet. Und Oman und Kuwait dürften in den nächsten vier Jahren 12 respektive 7 Milliarden Dollar für Ersatzteile für ihre Luftwaffe ausgeben. Ein Segen für die amerikanische Rüstungsindustrie.

«Die USA wollen eine neue Sicherheitsstruktur nach dem Irak-Krieg aufbauen, welche den Energie-Export in die globale Wirtschaft sicherstellen soll», zitiert die «Financial Times» einen Experten des «Centre for Strategic and International Studies» in Washington. Die Waffenverkäufe würden «die regionalen Abschreckungsmöglichkeiten vergrössern und dazu verhelfen, die Anzahl US-Soldaten in der Region zu reduzieren».

Hillary Clinton auch für Einsatz von Nuklearwaffen

Die Rüstungskäufe kommen zu einer Zeit, in der etliche Länder im Nahen Osten und in der Golfregion die nuklearen Ambitionen Irans mit Sorge betrachten. Angst macht den Regierungen auch die Möglichkeit, dass Israel nukleare Anlagen im Iran angreifen könnte und Iran bei einem Vergeltungsschlag die US-Verbündeten in der Region mit einschliessen oder zumindest den Öl-Fluss durch die Strasse von Hormuz behindern könnte. Dies würde immerhin 40 Prozent des weltweit verschifften Rohöls betreffen.

Die massiven Rüstungskäufe sind nicht zufälligerweise jetzt ein Thema, da Hillary Clinton die Aussenministerin der USA ist. Im Vorwahlkampf der demokratischen Präsidentschaftskandidaten sagte Clinton 2008 im TV-Sender ABC, dass sie nicht ausschliesse, auch nukleare Waffen einzusetzen, um Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait gegen den Iran zu verteidigen. «Wir müssen einen Abschreckungsschirm aufbauen, der weit über Israel hinausgeht», sagte Clinton. Die USA müssten dem Iran klarmachen, dass ein Angriff gegen Israel scharfe Vergeltungsmassnahmen zur Folge hätte, aber ebenso ein Angriff auf andere Länder in der Region.

«Kriegstreiberin Hillary»

Man könne den Saudis, Kuwaitis und Bürgern der Vereinigten Arabischen Emirate, die alle berechtigte Sorgen wegen des Irans hätten, nicht verbieten, Waffen zu kaufen, ausser, man sei bereit, ihnen ein massives Verteidigungsdispositiv zur Verfügung zu stellen, so Hillary Clinton im Wahlkampf 2008. Eine Aussage, die heute, wo die USA ihre Präsenz am Golf verringern wollen, aktueller ist denn je.

Die neue Verteidigungsdoktrin Hillary Clintons sei «wohl beeinflusst von den 15 Millionen Dollar aus Dubai und den 10 Millionen Dollar aus Saudiarabien, welche die Stiftung ihres Mannes erhalten hat», schrieb damals Dick Morris, ein ehemaliger Berater Bill Clintons in der «New York Post». Und weiter: «Wenn es eine Kriegstreiberin in diesen Präsidentschaftswahlen hat, dann ist es Hillary Clinton, die nun bereit ist, unsere Städte einem Risiko auszusetzen, um einige der repressivsten Regime im Nahen Osten zu retten».

Tatsächlich rüsten die USA am Golf Staaten auf, die alles andere als Verfechter der Menschenrechte sind. Kommt hinzu, dass in diesen Ländern etliche reiche Gönner von islamistischen Extremisten einen grossen Einfluss haben. Wenn es um den Iran geht, sind die USA offenbar bereit, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.09.2010, 12:32 Uhr

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32 Kommentare

Markus Müller

21.09.2010, 13:15 Uhr
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Das grösste Risiko wird wieder einmal übersehen, obwohl es schon oft eingetroffen ist: Irgendwann geschieht in einem dieser Regimes eine Revolution und dann richten sich die Waffen gegen den ehemaligen Verkäufer und ein paar andere, die heute nicht daran denken. Antworten


Gianin May

21.09.2010, 12:49 Uhr
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Wenn es um den Iran geht, sind die USA offenbar bereit, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. - Vor allem ist zu befürchten, dass sie neue Bin-Ladens kreieren. Antworten



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