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«Die grösste Hoffnung der CIA seit Jahren»

Aktualisiert am 06.01.2010 15 Kommentare

In den CIA-Informanten, der bei einem Selbstmordattentat sieben US-Agenten in den Tod riss, wurden grosse Hoffnungen gesetzt. Die USA glaubten, mit dem Maulwurf sogar Bin Laden aufspüren zu können.

Er brachte den vermeintlichen Informanten al-Balawi  mit der CIA in Verbindung: Dem jordanischen Geheimdienstoffizier Ali bin Seid wird die letzte Ehre erwiesen.

Er brachte den vermeintlichen Informanten al-Balawi mit der CIA in Verbindung: Dem jordanischen Geheimdienstoffizier Ali bin Seid wird die letzte Ehre erwiesen.
Bild: Keystone

Der 36-jährige Humam Khalil Abu-al-Mulal Balawi genoss bei der CIA ein enorm hohes Ansehen. Als Informant lieferte er stets zufriedenstellende Hinweise über Operationen der al-Qaida, wie die «New York Times» berichtet. Jedes Mal, wenn die Informationen von den Amerikanern bestätigt wurden, wuchs ihr Vertrauen in al-Balawi. Die US-Regierung hoffte sogar, durch ihn Osama bin Laden endlich aufzuspüren. Auch die Nummer zwei der Terrororganisation, Ayman al-Zawahiri, sollte der Informant ans Messer liefern. Daher vertraute der US-Geheimdienst al-Balawi so sehr. Das erklärt auch, warum bei al-Balawis Debriefing auf dem CIA-Stützpunkt Chost in Afghanistan acht Personen anwesend waren. Solche Treffen mit Informanten finden für gewöhnlich nur mit ein bis zwei Geheimdienstmitarbeitern statt.

Al-Balawi habe vergangene Woche seinen Mittelsmann, einen jordanischen Geheimdienstoffizier, kontaktiert und ihm gesagt, er wolle einer Gruppe CIA-Agenten in der ostafghanischen Provinz Chost persönlich Informationen über al-Zawahiri liefern. Bei dem Verbindungsmann handelt es sich um den jordanischen Geheimdienstoffizier Ali bin Seid. Der 33-Jährige sei ein entfernter Cousin von Jordaniens König Abdullah II.

«Unnötig ihn zu durchsuchen»

Niemand ahnte etwas, als al-Balawi am Montag auf dem Stützpunkt zu seinem Treffen erschien. Er wurde nicht einmal durchsucht. «Das ist unser Mann, unnötig ihn zu durchsuchen», sagte ein US-Agent gemäss der islamische Website Ana Muslim (Ich bin Muslim).

Daraufhin habe al-Balawi einen Plan auf ein Stück Papier gezeichnet und die US-Agenten aufgefordert, näher heranzutreten. Dann sagte er «Jetzt nähern wir uns unserem Ziel…» und zündete seinen Sprengsatz. Dabei riss er sieben CIA-Agenten sowie den jordanischen Geheimdienstoffizier mit in den Tod.

«Er war einer der grössten Hoffnungen der CIA seit Jahren», sagte ein leitender Mitarbeiter des Geheimdienstes gegenüber der «New York Times». Für die CIA ist es eine unglaubliche Schmach, dass sich diese «Hoffnung» als Verräter entpuppte, der mit der Nummer zwei von al-Qaida, Ayman al-Zawahiri, in Kontakt stand, wie verschiedene US-Medien berichten.

Von al-Qaida geschickt

«Der Selbstmordattentäter scheint von Ayman al-Zawahiri persönlich geschickt worden zu sein, um den Anschlag zu verüben», sagte der frühere CIA-Agent und Präsidentenberater Bruce Riedel der Nachrichtenagentur AFP.

In früheren Medienberichten war bereits vermutet worden, dass es sich bei dem Selbstmordattentäter um einen vermeintlichen Informanten gehandelt habe, der nicht ausreichend kontrolliert worden sei.

In Tat und Wahrheit war al-Balawi nicht nur ein Doppelagent, sondern ein Tripelagent: Er arbeitete für al-Qaida, den jordanischen Geheimdienst und die CIA. Al-Balawi ist ein 36-jähriger Arzt aus Sarka nahe Amman gewesen, der auch unter dem Namen Abu Dudschana al-Charassani bekannt gewesen sei.

Er sei festgenommen und dann vom jordanischen Geheimdienst rekrutiert worden, um Zugang zu al-Zawahiri zu bekommen, berichtete die Website Ana Muslim.

Der jordanische Informationsminister Nabil Scharif wies alle Berichte zurück. Der jordanische Geheimdienst sei «überhaupt nicht an solchen Einsätzen beteiligt», sagte er. Ein westlicher Diplomat sagte, Jordanien sei es unangenehm, dass die Zusammenarbeit mit der CIA durch den Anschlag herausgekommen sei, weil die Bevölkerung mehrheitlich US-feindlich eingestellt sei.

Der Jordanier habe mehrere Monate in Afghanistan und Pakistan verbracht und die USA mit Informationen versorgt, die al-Qaida ihm bewusst überlassen habe. «Jedes Mal, wenn die Informationen von den Amerikanern bestätigt wurden, wuchs ihr Vertrauen in Abu Dudschana», hiess es auf der Website.

(bru)

Erstellt: 06.01.2010, 20:33 Uhr

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15 Kommentare

Franziska Bolliger

06.01.2010, 17:39 Uhr
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Wenn die USA ihre Aussenpolitik radikal zum guten wenden würde, dann würde es keinen "Krieg gegen den Terror" geben. Reisende in den Flughäfen müssen nicht mehr erniedrigende Checks über sich ergehen lassen und der Hass auf die USA würde rapide sinken. Und das Wichtigste: Es gäbe viel weniger Tote! Antworten


Hans Peter

06.01.2010, 17:39 Uhr
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hooohooo der weihnachtsmann ist wieder aufgetau(ch)t.. Wieviele Bin Laden Versionen gibt's eigentlich? Man schaue sich mal die diversen Videos mit diesem Herrn an bzw mit diesen Herren... Hauptsache Bart = Bin Laden.... Antworten




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