Ausland
Die seltsam rasche Einbürgerung
Von Andreas Valda, Santiago de Chile. Aktualisiert am 11.01.2010 60 Kommentare
Da reiben sich die Chilenen die Augen. Kommenden Sonntag wählen sie einen Präsidenten. Sie haben die Wahl zwischen dem steinreichen Kandidaten der Rechten, Sebastian Piñera, und einem Kandidaten der Mitte-links-Koalition, der schon einmal Präsident war, Eduardo Frei. Und just dieser Frei verriet jetzt, dass er «seit rund zwei Monaten» Schweizer Bürger sei.
Die Umstände der Einbürgerung sind klärungsbedürftig. Zwar stammt der 67-Jährige in dritter Generation von einem aus dem Toggenburg eingewanderten Schweizer ab. Sein Vater Eduardo Frei, der von 1964 bis 1970 Präsident Chiles war, wurde erst im hohen Alter eingebürgert. Und Frei junior hatte sein Schweizer Bürgerrecht als Jugendlicher nie reklamiert, er blieb immer nur Chilene. Nach Schweizer Gesetz hat er damit seine Staatsbürgerschaft verwirkt. Im Ausland geborene Kinder von Schweizern können nur bis zu ihrem 22. Lebensjahr die Staatsbürgerschaft eintragen lassen. Danach nur unter einer ganz besonderen Bedingung: Wenn der Antragsteller «mit der Schweiz eng verbunden ist».
Toggenburger Abstammung
Wie die Schweizer Behörden eine solche erkennen konnten, ist nicht bekannt. Frei schilderte das Einbürgerungsprozedere als recht einfach. Als er 2006 Präsident des chilenischen Senats, einer der beiden Parlamentskammern, wurde, erhielt er Besuch von einer Schweizer Delegation. Sie überbrachte ihm als Geschenk eine Familienchronik.
Darauf habe Frei dem Chef der Delegation gesagt: «Warum macht ihr mir nicht den Gefallen und bürgert mich ein?» Laut Frei wurden ihm alle nötigen Formulare geschickt. Er füllte sie aus, sandte sie ein, bis ihn nun der positive Einbürgerungsentscheid überraschte. «Ich habe die Staatsbürgerschaft mit Stolz angenommen», sagte Frei. Seitdem sind die Internetforen voller Spitzen gegen Frei. «Was ist denn das für ein Signal, sieben Tage vor der Wahl?», fragt ein Blogger: «Der will Präsident aller Chilenen werden und ist jetzt stolz, Schweizer zu sein...»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.01.2010, 06:17 Uhr
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60 Kommentare
1973 kam meine Familie aus Chile ins schweizer Exil. Ich lebe als Klotener immer noch in Kloten seit 36 Jahren. Ich musste für den roten Pass alle SVP-Standards erfüllen und diesem Herr Frei wird einfach die schweizer Staatsbürgerschaft übergeben. Oder bekommt dieser den Pass weil sein Nachname Frei ist und nicht González? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Antworten
Ja, das ist natürlich Nahrung für die SVP-Haudegen-Politik. Die tun jetzt alle so, als würde es solche Fehler unter einem 7-köpfigen SVP-Bundesrat nicht geben. Das sei alles nur dank der mitte-links Parteien. Viel Vergnügen an alle, die glauben, ehrliche Politik könne nur von ganz rechts kommen! Antworten
@Hans-Ueli Flückiger. Wenn ich Kommentare wie jener von Ihnen lese, weiss beim besten Willen nicht mehr, welche Partei ich wählen soll. Die Seele verkaufen - wofür? Für ein bischen Wohlstand, wo ein Grossteil der Jugend faul, träge und ziellos an der Playstation hängt und sinnlos Ressourcen verpufft? Je fetter und unbeweglicher wir werden, desto früher explodiert der aufgeblasene Ballon. Antworten
Frei hat, soweit ich das aus dem Artikel rauslese, NIE in der Schweiz gelebt. Da kann der Name Frei noch so schweizerisch sein. Herr Amman: die tausenden von Ausländern haben eine Mindestzeit in der Schweiz gelebt, die Türken Yakin sind z.B. in der Schweiz geboren worden, ebenso die meisten der U17-Weltmeister. Antworten
Ich kann die Aufregung über die Einbürgerung Frei's nicht nachvollziehen.Der Name "Frei" ist ein uraltes Schweizer Geschlecht. In den letzten Jahren wurden tausende von Ausländern eingebürgert die keinen Bezug zu unserem Land haben ohne dass eine Welle der Empörung durch die Schweiz schwappte.Immerhin ist anzunehmen dass Frei unsere Infrastruktur und Sozialwerke nie in Anspruch nehmen wird. Antworten
Wenn ich richtig verstanden habe, hätte er sich als Jugendlicher einbürgern können, also ist doch eine Voraussetzung erfüllt. Dass der Schweiz durch diese verspätete Einbürgerung ein Nachteil erwächst, wage ich zu bezweifeln, Mögliche Vorteile sehe ich, da Chile das am meisten entwickelte Land Südamerikas ist und als demokratisch bezeichnet werden kann. Solche Partner benötigen wir! Antworten
Mein Vorschlag: Gebt jedem Staatschef und den sogenannt wichtigen Personen im Auswland das Schweizer Bürgerrecht. So lässt sich dann vieles ohne grosse Probleme lösen. Wir verhandeln dann von Schweizer zu Schweizer. In der Hoffnung, dass möglichst viele Personen von diesem Angebot gebrauch machen. Sonst müssten dann wieder etliche Anlaufstellen geschaffen werden. Das wollen wir nicht. Antworten
Was regt ihr euch so auf, denn das Volk hat ja eh nicht `s zu sagen. Ich weiss nicht warum wir überhaupt noch ins Stimmlokal gehen? der Demokratische Entscheid vom Minarett wollen gewisse Parteien auch umstossen, Der Einbürgerungs Entscheid in Luzern wurde auch wieder rückgängig gemacht die Sommerzeit wurde seiner Zeit trotz dem negativen Volksentscheid eingeführt. ARME DEMOKRATIE. Antworten
Was regen wir uns über solche Privilegien von Reichen Ausländern auf. Längst ist bekannt, dass Privilegierte und Hochstapler problemlos zu einem Schweizer-Pass oder zu einer Niederlassung kommen können. Dies alles ohne viel Aufwand - ausser den Fr. 10`000`000.- die ein Hochstapler nach seinen eigenen Aussagen für eine Niederlassung im Kanton Thurgau bezahlte - und innert weniger Tage. Antworten
Als meine Frau eingebürgert wurde, hiess es bei der Einbürgerungsfeier, sie sei in erster Linie Baslerin und nicht Schweizerin. Also gehe ich davon aus, dass Eduardo Frei als Toggenburger Bürger vom Kanton St. Gallen ist? Oder ist er Berner, weil Bern die Bundeshauptstadt ist? Mich würde es aber nicht wundern, wenn er Bürger vom Kanton Merz wäre! Antworten
ich finde es besonders unterhaltsam, dass unter dem Tagi Sportgeschehen von dem Bündner Skifahrer der für Moldawien startet berichtet wird und unser Hr Abdul Furrer sich über eingebürgerte Fussballer ärgert die schlussendlich nicht für die Schweiz spielen (wollen). Fr Gramelsbacher hat die Situation sehr gut erfasst wie andere auch. Antworten
Wirklich erstaunlich, wie EU-Geldsucher ohne Familienbande zu Nurschweizern und Drittwel-VIPs verwoehnt werden. Eine verhoehnende Ohrfeige mehr fuer Nichtkonzern-Auslandnurschweizer, deren farbige oder nichtchristliche Kernfamilien (Ehefrau und minderjaehrige Kinder) von der Konsularbuerokratie mit Geheimapartheid bis aufs Blut schickaniert statt rasch und problemlos eingebuergert werden.... Antworten
Die Chilenen werden intelligent sein und nicht nochmals einen Ex-Präsidenten wählen der mit einem Schweizer-Pass prahlen muss und die Wahl zu gewinnen. Es ist Zeit für ein Wechsel in Chile und Herr Piñera wird seine Arbeit als President bestimmt gut machen und nicht mit falschen Tatsachen prahlen. Frei kennt die Schweiz ja gar nicht. Viele migrierte Ausländer in der Schweiz hätten es mehr verdient Antworten
Auf jeden Fall hat Herr Frei durch seinen geschickten Schachzug nun jederzeit eine Rückzugsmöglichkeit, wenn es für ihn in Chile zu heiss wird. Es ist ja nicht aussergewöhnlich, dass Präsidenten aus solchen Ländern plötzlich das Weite suchen müssen... In andern Fällen würde man solche Leute politische Flüchtlinge nennen und sie müssten sich einem Asylverfahren stellen. Antworten
Ob jetzt noch eine Person mehr eingebürgert wird (immerhin ein Toggenburger und kein Tuttlinger), fällt kaum mehr ins Gewicht. Wenn das Thema in Chile auch so breitgeklopft wird wie in der Schweiz, erhöht das hoffentlich die Wahlchancen für den RECHTEN Kandidaten. Wäre den Chilenen zu wünschen. Antworten
Ich frage mich wirklich wie diese Einbürgerung funktioniert hat. Ich bezweifle, dass Eduardo Frei einer der Landessprachen spricht, noch irgendeine andere Bedingung für die Einbürgerung in der Schweiz erfüllt. Die Schweizer Politiker, die diese Einbürgerung ermöglicht haben, freuen sich sicher auf schöne Ferien in Eduardo Freis Villen in Chile. Antworten
Das ist ja nun wirklich nichts neues. Ich erinnere mich mit Schaudern daran, dass anfang der Neunzigerjahre türkische, argentinische und afrikanische Fussballer ratz fatz eingebürgert wurden, nur damit diese in der "Schweizer" Nati spielen konnten. Das hat sich bis heute fort gesetzt, nur haben sich die heutigen Neu-Helvetier flugs von der Schweiz verabschiedet und spielen für ihre Ursprungsländer Antworten
Ich plädiere für weniger Kleinkarriertheit. Ist doch für die Schweiz eine grossartige Chance, einen ehemaligen (und vielleicht künftigen) chilenischen Präsident klaren Schweizer Ursprungs die Nationalität verleihen (auch wenn es nur Ehrenbürgerschaft wäre...) zu können und so noch stärker am unser Land binden. Antworten
Es wäre an der Zeit, wenn endlich diesem Wahn, möglichst viel einzubürgern, ein Ende bereitet wird. Ich würde gerne mal wissen, wieviele Leute hier schon das Stimm-und Wahlrecht haben, die keinerlei Bezug zu unserem Land mehr haben. Und wie reagieren sie bei einem Interessenkonflikt der Schweiz mit ihrer neuen Heimat? Die doppelte Staatsbürgerschaft sollte man ein für alle mal abschaffen. Antworten
Es ist also alles eine Frage des Standes. Es würde mich interessieren wie eng Eduardo Frei tatsächlich mit der Schweiz verbunden ist. Meine Einbürgernung die ich im August 2008 einegereicht habe ist immer noch in Bearbeitung wie man mir vor zwei Monaten bestätigt hat, aber meine Verbundenheit mit der Schweiz besteht jaauch lediglich nur darin, dass ich hier seit meiner geburt wohne steuern bezahle Antworten
Unsere Behörden stören sich daran, dass sie verglichen mit den EU-Diktatoren nur exekutiv Ausführende sein dürfen. Deshalb verwässern und verhöhnen sie seit Jahren die Bürgerrechte mit Doppel- und Gratisbürgerrechten, verkaufen dies als Integration und hoffen auf den Anschluss ans grosse blaue Reich. Antworten
Ist leider kein Einzelfall. Ich lebe seit 50 Jahren in der Schweiz ( 35 davon in meinem Dorf) und wollte mich vor 20 Jahren einbürgern lassen. Es scheiterte an den damals unverschämt hohen Gebühren für die "Armenkasse" die es da schon nicht mehr gab! Ich bin auch ohne Urkunde ein "Schweizer" fühle mich wohl und bin intregiert und werde mit meiner C Bewilligung und EU Pass so weiterleben. Antworten
Wohl schmutzige Geschäfte dahinter, die hoffen aus einer möglichen Wahl Frei's Profit schlagen zu können? Ich denke , Frei hat sich damit selbst ein Eigentor geschossen, und wird kaum gewählt werden. Zudem: Man sollte endlich den Passus: "Vor dem Gesetz sind alle gleich" streichen!!Genügend Geld schafft immer Recht, leider auch bei uns in der Schweiz! Antworten
Geld oder Macht muss man haben, dann wird man schnell Schweizer. Wie oft ist übrigens Boris Becker in Zug? Umd Schumi und Co. brauchen ja auch Steuervergünsigungen. Arme Schweizer in Kellergewölbe umsiedeln schafft Platz. Oder die Alpen aushöhlen (Maya-Effekt), um die 10 Mio. Ausländer unterzubringen, die noch kommen wollen. Es winkt ein Riesengeschäft für die 10% Oberreichen hier. Antworten
Wäre ich chilenischer Wähler, würde ich dem Kandidaten den Vorzug geben der seine Loyalitäten ausschliesslich dem Land widmet dessen Präsident er sein möchte. Für Auslandsschweizer scheinen die Kenntnisse einer Landessprache keine Bedingung für die Einbürgerung zu sein, E. Freis Ansprache vor Jahren vor dem Schweizer Parlament hielt er auf Spanisch, so gut ist Deutsch also nicht. Antworten
Habe ich das richtig verstanden: die Bedingung war, eng mit der CH verbunden zu sein. Ich hoffe er weiss wenigstens wo das Toggenburg liegt? Als ich meinen Mann 1983 in Kanada heiratete musstze ich als Schweizerin einen Antrag stellen um das CH-Bürgerrecht nicht zu verlieren!!!!!!!!!!!!! Die CH ist zu einem richtigen Tollhaus verkommen, der Politik sei DANK. Antworten
Ich denke nicht, dass Eduardo Frei nochmals zum chilenischen Präsidenten gewählt wird, obwohl die chilenische Wirtschaft unter seiner Führung prosperierte. Hingegen bekommen die Kinder von Auslandschweizern seit jeher ein erleichtertes Einbürgerungs-Verfahren, das ist normal. Es ist übrigens gut für die Schweiz, wenn sie überall auf der Welt solche freiwilligen 'Botschafter' hat ! Antworten
Tatsaechlich eigenartig , ich , über 50 , in dritter Generation in der Schweiz lebend , habe mich mit 40 Einbürgern lassen ! Als Selbstaendig Erwerbender, musste ich, nebst den üblichen Dokumenten , Bank und Geschaeftsunterlagen dem zustaendigen Beamten vorlegen . ?m Vorraum sassen Einbürgerungswillige , denen ich geholfen habe , die Formulare auszufüllen , da Sie nicht Lesen und Schreiben konnten Antworten
Doppelstaatsbürgerschaften sollten in Zukunft verboren werden. Diese sind Staatsrechtlich problematisch. Mit einer übergangsfrist von 5 Jahren wäre dies problemlos zu realisieren. Nebenbei erlaubt Deutschland erst seit kurzen die doppelte Staatsbürgerschaft. Grund: die Qualifizierten laufen der Bundesrepublik davon. Man hofft mit D Ausweis kommen die Auswanderer wieder zurück. Antworten
Die schon lange überfällige Konsequenz ist die Abschaffung der Staatsdoppelbürgerschaft. Selbst meine in den USA geborenen und selten in der Schweiz weilenden Verwandten bekamen den Schweizer Pass vor einigen Jahren mit einem einfachen Antrag an den Hals geschmissen. Immerhin haben sie noch den Anstand, dass sie nicht auch noch wählen und abstimmen. Antworten
Lachhaft sich über eine solche Lappalie aufzuhalten...es ist doch weltweit schon lange bekannt wie rasch in der Schweiz eingebürgert wird, schliesslich wollen wir doch bevölkerungsmässig weiter wachsen damit wir endlich Deutschland überrunden können...wir haben ja sooooo viel Grund und Boden der noch bebaut uund ausgenutz werden kann! Antworten
Über meine Frau hätte ich einen EU-Pass gegen Verwaltungsgebühren erhalten können, doch für mich macht die doppelte Staatsbürgerschaft keinen Sinn. Staatsrechtlich ist sie problematisch, vor allem wegen der Wählbarkeit in zwei Staaten. Die SVP tabuisiert das Thema, weil sich sonst ihre Auslandschweizer Sektion im Nichts auflösen würde. Antworten
Mit Sicherheit spricht er fliessent Toggenburgisch, oder zumindest eine Landessprache:-) Es ist wie alles in der Schweiz relativ, schade ist nur, dass die Verantwortlichen nicht zu den Widersprüchen stehen können und zu ihren eigenen stehen können. Antworten
Nun ist Eduardo Frei auch durch den CH Pass geschützt mit Recht auf 'Heimreise ins Heimetli' sollte mal die Chilenische Immunität aufgehoben werden. Die Kommentare der Vorschreiber Büchi und Frei schliessen sich gegenseitig nicht aus. Ich spekuliere, dass sich eine Toggenburger Gemeinde dazu entschloss das Bürgerort zu ermöglichen um dem Urnäscher Jodelchor den nächsten Schnupfspruch aufzuzeigen Antworten
Man scheint heute jeden einbürgern zu wollen und tut alles dafür, dass es noch vereinfacht wird. Abschaffung hoher Gebühren, Verkürzung der Dauer und neu die Bestrebung zur automatischen Einbürgerung hier geborener Ausländer. 45'000 Einbürgerungen pro Jahr scheinen nicht genug (Höchster Wert Europas gemessen an der Gesamtbevölkerung). Ist der CH-Pass noch etwas wert? Antworten




johanna johanna theile
Interedant Ihr Artikel und Sie haben ganz recht wir hier waren ganz erstaund wo wir ja wissen wie schwehr es ist ein schwiezer Burger zu werden...nun ja daraufhin hat er auch verlohren die jeztige Regierung konnte kein schlechterer Kanditat aufstellen denn seine este Regierungszeit war nicht gut er reiste die ganze Zeit... nun haben wir einen Schwung gemacht ich hoffe zum Besten Johanna Thei Antworten