Ausland

Die wahren Kosten des Kriegs

Von Vincenzo Capodici. Aktualisiert am 06.10.2011 95 Kommentare

Mit dem Angriff auf Afghanistan vor genau zehn Jahren begannen die Amerikaner ihren Krieg gegen al-Qaida und andere Extremisten. US-Forscher haben nun die Opfer gezählt und die Kosten berechnet.

1/6 Bereit zum Feuern: Ein Scharfschütze der US-Armee in der Provinz Kunar im Osten Afghanistans. (25. August 2011)
Bild: Reuters

   

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Nur gut drei Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 begannen die ersten Angriffe der USA und Grossbritanniens auf Afghanistan, das damals von einer Regierung der radikalislamischen Taliban beherrscht wurde. Ziel war es, die Hintermänner der Anschläge aus den Reihen der Terrororganisation al-Qaida zu fassen, die in Afghanistan ungehindert agieren konnten und deren Auslieferung die Taliban abgelehnt hatten. Inzwischen dauert der Krieg dort zehn Jahre an, entschieden ist er noch nicht. Im Gegenteil, die Taliban sind in Afghanistan wieder erstarkt. (vin/dapd)

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Der Countdown zum Afghanistan-Krieg

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Auf den Terror folgte der Krieg: Weniger als ein Monat nach dem 11. September 2001 marschierten amerikanische und britische Truppen in Afghanistan ein. Eine Chronik in Bildern.

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Die Kriege in Afghanistan und im Irak

Die Kriege in Afghanistan und im Irak
Angriff, vermeintlicher Sieg und Abnützungskampf.

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«225'000 Tote – vier Billionen Dollar»: Das ist die Kurzformel einer Berechnung der menschlichen und ökonomischen Kosten der Kriege, mit denen die USA seit Oktober 2001 den Terrorismus bekämpfen. Die Zahlen stammen von der Brown-Universität in Rhode Island, die ihr Wissen über die Kriegskosten auf der eigens dafür erstellten Webseite The Costs of War präsentiert. Untersucht wurden insbesondere die Kriege in Afghanistan und im Irak.

Obwohl es sich um provisorische Schätzungen handelt, zeigen die Studien der Brown-Universität deutlich, dass die Kriegsherren der Bush-Administration die Kosten massiv unterschätzten. Vor dem Einmarsch in den Irak hatte US-Präsident George W. Bush von 50 bis 60 Milliarden Dollar gesprochen, die der Feldzug gegen Saddam Hussein kosten würde. Neta Crawford, Politikwissenschaftlerin an der Brown-Universität, schätzt nun, dass das Pentagon über 800 Milliarden für den Irak-Krieg ausgegeben hat.

Mit Schulden finanzierte Kriege

Laut Crawford belaufen sich die Gesamtkosten für die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie für die kriegerischen Auseinandersetzungen in Pakistan auf einen Betrag zwischen 3,2 und knapp 4 Billionen Dollar, wobei die grössere Summe näher an die Realität kommen dürfte. (4 Billionen Dollar entsprechen 4'000'000'000'000 Dollar respektive 4000 Milliarden Dollar.) Die ökonomischen Kosten umfassen auch die Ausgaben des Heimatschutzministeriums sowie die Aufwendungen für die medizinische und soziale Betreuung von Kriegsveteranen und Familienangehörigen von Soldaten. Nicht berücksichtigt sind jedoch andere Kosten, zum Beispiel die versprochenen Finanzhilfen für den Wiederaufbau im Irak und in Afghanistan. Nicht zuletzt sollen etwa 1000 Milliarden Dollar für den Schuldendienst bis 2020 anfallen. Der Irak-Krieg ist der erste auf Pump geführte Krieg der Geschichte, wie US-Wissenschaftler betonen.

Auch Joseph E. Stiglitz, Nobelpreisträger für Ökonomie und Professor an der Columbia-Universität in New York, gehört zu den Forschern, die die Kosten der amerikanischen Kriege untersucht haben. Er kommt auf einen Betrag von 3000 bis 5000 Milliarden Dollar, wie er in einem Beitrag für die Meinungsplattform von Project Syndicate feststellte. Ausserdem hätten die Kriege die gesamtwirtschaftlichen Schwächen Amerikas verstärkt. Damit meint Stieglitz das erhöhte Defizit und die Schuldenlast, die die Volkswirtschaft der USA massiv belasten.

Auch hohe menschliche Kosten

Nicht in Dollar bezifferbar sind die Kriegstoten und -verletzten sowie das weitere menschliche Leid, das von den Konflikten in Afghanistan, Irak und Pakistan verursacht wurde. Gemäss der Webseite The Costs of War starben über 31'700 Männer und Frauen, die auf der Seite der USA kämpften. In Afghanistan und im Irak starben – einschliesslich der Zivilbevölkerung – über 225'000 Menschen. Die Zahl der Verletzten beträgt mindestens 550'000. Anderen Schätzungen zufolge starben allein im Irak mehr als eine Million Menschen an den direkten und indirekten Folgen des Krieges. Selbst in den USA gibt es kein klares Bild der menschlichen Kosten der Anti-Terror-Kriege. Die Selbstmorde von Veteranen sowie die zerrütteten Familien sind kaum erfassbar.

Nebst den menschlichen und ökonomischen thematisieren die Forscher der Brown-Universität auch andere Kosten. So erwähnen sie kriegsbedingte Umweltschäden sowie die Schwächung von Freiheits- und Menschenrechten im Krieg gegen den Terror. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.10.2011, 15:41 Uhr

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95 Kommentare

Rafael Keller

06.10.2011, 16:01 Uhr
Melden 80 Empfehlung

Dick Cheneys und Donald Rumsfelds Halliburton lassen grüssen. Die Rüstungsindustrien gehören zufällig den Verteidigungsministern. Ein Schelm der Böses dabei denkt....!! Antworten


Marcel Senn

06.10.2011, 18:25 Uhr
Melden 51 Empfehlung

Lockheed Martin, Halliburton und Co. bedanken sich bei Al-Qaeda, den Taliban, G.W. Bush, D. Cheney und last but not least bei S. Hussein für die erfolgreichsten 10 Jahre ihrer Firmengeschichte. Ganz besonderer Dank geht dabei an das amerikanische Volk, das mit seinen klugen Wahlentscheiden, seiner Menschenmaterialspende und der Gewährung fast unbeschränkter Kredite in Washington dies ermöglichte. Antworten




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