Ausland

Ein Geschenk des Himmels

Aktualisiert am 23.12.2011 4 Kommentare

Im Präsidentschaftswahlkampf der Republikaner musste Gary Johnson hinten anstehen. Nun wechselt der Politiker das Lager. Mehr Chancen hat er dadurch nicht, doch Obama könnte er so zur Wiederwahl verhelfen.

Kämpft um seine Wiederwahl: US-Präsident Barack Obama.

Kämpft um seine Wiederwahl: US-Präsident Barack Obama.
Bild: Keystone

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Dürfte den Republikanern einige Stimmen klauen: Gary Johnson. (Bild: Keystone )

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Die republikanischen Kandidaten

Die republikanischen Kandidaten
Die Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner überzeugen wenige Woche vor den ersten Vorwahlen allesamt nicht wirklich.

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Der Name Gary Johnson liess bisher in den USA niemanden so wirklich aufhorchen; im Ausland dementsprechend schon gar nicht. Der republikanische Politiker hatte in den letzten Monaten mehr oder weniger erfolglos im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei mitgemischt. Johnsons Bekanntheitsgrad dürfte sich mit einem jüngst getroffenen Entscheid nun aber drastisch ändern.

Der 49-Jährige hat nämlich beschlossen, dass er, anstatt weiter aussichtslos um die Präsidentschaftskandidatur der Grand Old Party zu kämpfen, lieber für eine andere Partei, die Libertarian Party, in den Ring steigt. Dies allein wird aus dem wenig bekannten Politiker freilich noch keinen neuen Spitzenkandidaten im US-Wahlkampf machen. Doch dank seines Lagerwechsels könnte Johnson indirekt zum Geburtshelfer für eine zweite Amtszeit von Barack Obama werden, wie das US-Magazin «Politico» berichtet.

Johnson, der Stimmenklauer

Nach den jüngsten Umfragen der Agentur Public Policy Polling (PPP) könnte Gary Johnson als Bewerber der Libertarier einem republikanischen Kandidaten so viele Stimmen streitig machen, dass Barack Obama am Ende als klarer Sieger aus der Wahl hervorgeht. In einer Umfrage, welche PPP diesen Monat im Bundesstaat New Mexico durchführte, zeigte sich, dass Johnson in einem Rennen gegen Mitt Romney oder Newt Gingrich den Republikanern zwischen 26 und 30 Prozent der Stimmen abnehmen könnte. Obama würde der 49-Jährige gemäss der Erhebung lediglich 16 Prozent Stimmen streitig machen.

Somit würde er dem jetzigen Präsidenten helfen, New Mexico, und somit einen der für gewöhnlich ausschlaggebenden Swing States zu gewinnen. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch in nationalen Umfragen. Laut dem Magazin «Talking Points Memo» liegt Mitt Romney in einem Kopf-an-Kopf-Rennen leicht vor Barack Obama. Bringt man Gary Johnson in die Gleichung, hat der jetzige Präsident aufgrund der neuen Stimmenverteilung die Nase vorne.

Bei Jungwählern beliebt

Johnson bestritt zwei Amtszeiten als Gouverneur des Bundesstaates New Mexico, wo er äusserst beliebt ist. Laut Tom Jensen von Public Policy Polling sprechen aber generell vor allem junge Menschen auf den Politiker an. National würden bis zu 29 Prozent der Wähler unter 30 Jahren ihre Stimme Johnson geben. Dies dürfte nicht zuletzt auf das politische Programm des 49-Jährigen zurückzuführen sein.

Johnson, bisher zwar offiziell den Republikanern zugehörig, spricht sich offen für eine Legalisierung von Marihuana aus, macht sich für gleichgeschlechtliche Ehen stark und wettert regelmässig gegen die Einschnitte der Regierung in Sachen Abtreibung.

In allen Staaten vertreten

Seine Kandidatur für die Libertarian Party will Gary Johnson am 28. Dezember an einer Pressekonferenz offiziell bekannt geben. Verschiedene Insider sind sich derweil sicher, dass Johnsons Neustart im Rennen um die US-Präsidentschaft durchaus das Potenzial zum politischen Spannungserzeuger hat. Immerhin sind die Libertarier in allen 50 Bundesstaaten mit von der Partie.

Egal welche Auswirkungen Gary Johnsons Neuausrichtung auf den gesamten Wahlkampf haben wird, für den Politiker dürfte die Angelegenheit auch ohne reelle Chance auf das Präsidentenamt ein Erfolg werden. Denn während Johnson als Schlusslicht der Republikaner nur gerade bei zwei von 16 nationalen Fernsehdebatten teilnehmen konnte, wird ihm ab jetzt vermutlich etwas mehr Aufmerksamkeit zuteil werden. (kpn)

Erstellt: 23.12.2011, 08:49 Uhr

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4 Kommentare

Laurens van Rooijen

23.12.2011, 11:42 Uhr
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Na, das ist doch endlich einmal ein "echter" Libertarier. Bei Ron Paul hört das Freidenken bekanntlich bei der Abtreibungsfrage auf, dafür will er den Staat abwracken und damit die bescheidenen Ansätze zu einem Sozialstaat in den USA zum Verschwinden bringen. Diese Art von "Libertarier", sozial verantwortungslos und nur beschränkt freidenkend, kann mit gerne gestohlen bleiben. Go, Gary Johnson! Antworten


Dario Brenner

23.12.2011, 17:44 Uhr
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Von dieser Art Libertarier (oder Freisinnige, wie wir sagen würden) bräuchten wir in der Schweiz auch mehr. Die FDP nennt sich freisinnig, hat mit Freisinn und Freiheit im ursprünglichen Sinne aber nichts mehr am Hut. Nicht einmal fürs Adoptionsrecht von Homosexuellen stehen sie ein. Heute geht's in der FDP nur noch um Geld, Banken und um die Vergrösserung der Schere zwischen arm und reich. Antworten




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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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